Gbureks Geld-Geklimper

Makler und Vermieter stehen am Pranger

Manfred Gburek Freier Finanzjournalist

Die Diskussion um steigende Mieten ist ideologisch aufgeheizt. Bis zur Bundestagswahl werden die Politiker goldene Berge versprechen. Das verheißt für Vermieter schon jetzt nichts Gutes.

Demonstranten als Häuser verkleidet protestieren in der Innenstadt von Hamburg unter dem Motto

Feindbild Immobilienmakler: Es gebe halb professionelle „mit oftmals fehlender Qualifikation und nicht unproblematischen Geschäftspraktiken. Diese Vermittler sind vor allem in der Wohnraumvermittlung tätig, verursachen Kosten ohne echten Nutzen und beeinträchtigen dadurch das gesamte Ansehen der Immobilienwirtschaft.“ Dieses Zitat stammt nicht etwa von Verbraucherschützern oder von ideologisch gebürsteten Mieterfreunden, die Makler- und Vermieter-Bashing betreiben, sondern vom Immobilien-Dachverband ZIA.

Immobilientrends 2012


Fairerweise sei erwähnt, dass der zitierten Passage ein Satz vorgeschaltet ist, wonach Makler „in der öffentlichen Wahrnehmung der Immobilienwirtschaft eine Schlüsselfigur“ sind und neben der Vermittlung auch Dienstleistungen, Research und Beratung erbringen. Letzteres fällt in der aktuellen Diskussion jedoch weitgehend flach. Zum Beispiel, als Moderator Frank Plasberg am vergangenen Montag vorgab, getreu dem Titel seiner ARD-Sendung „hart, aber fair“ zu sein, und trotzdem schon mal von einem „Haifischbecken“ sprach. Klar, dass es sich tags darauf auch „Frontal 21“ im ZDF nicht nehmen ließ, böse Makler, Vermieter und Häuserspekulanten durch den Kakao zu ziehen.

Was Mieter nicht zahlen müssen
„Die Abrechnung für 2014 bedeutet höchstwahrscheinlich für den Großteil der Mieter eine Rückzahlung“, sagte der Sprecher des Deutschen Mieterbunds, Ulrich Ropertz. Ursachen seien die milden Wintermonate und gesunkene Ölpreise. „Wir gehen davon aus, dass die Heizkosten - je nach Brennstoff - 2014 im Schnitt 20 bis 32 Cent pro Quadratmeter und Monat gesunken sind.“ Auch im neuen Jahr sehe es nicht nach einer Trendwende aus. Damit sänken die Betriebskosten für viele Mieter wieder unter die Marke von zwei Euro je Quadratmeter und Monat. Für 2013 hatte der Mieterbund noch einen Durchschnittswert von 2,20 Euro berechnet. Die Kosten für Heizung und Warmwasser machen regelmäßig die Hälfte der Betriebskosten und mehr aus. Im vergangenen Jahr ist Heizöl laut Mieterbund jedoch acht bis zehn Prozent billiger gewesen als im Vorjahr, Fernwärme etwa zwei Prozent, Gas nur unwesentlich. Da es zu Beginn und Ende des Jahres vergleichsweise mild war, sank zudem der Verbrauch. Quelle: dpa
Mietvertrag Quelle: dpa
Kalenderblätter Quelle: dpa
Mietvertrag Quelle: dpa
Figuren stehen vor einer Rechnung Quelle: Fotolia
Handwerker Quelle: dpa
Stromleitungen schauen aus einer Wand Quelle: dpa

Berlin lässt alle hinter sich

Dabei ist die Sache so einfach: Nach 15 Jahren Flaute im Mietwohnungsbau begannen die Mieten und Preise von Wohnimmobilien 2010 zu steigen. Erst langsam, dann immer schneller – aber nicht flächendeckend, sondern konzentriert auf Metropolen und Universitätsstädte. Einige Beispiele, entnommen dem aktuellen Bericht des Portals ImmobilienScout24.de zu den Angebotswerten: Die Frankfurter  Wohnungsmieten stiegen per Oktober im Jahresvergleich um 4,2 Prozent, die Wohnungspreise aus dem Bestand um 9,2 Prozent. In München legten die Mieten sogar um 6,1 Prozent zu, die Preise um 16,9 Prozent. Berlin schoss den Vogel ab: Mieten plus 8,1 Prozent, Preise plus 17,8 Prozent.

Musterrechnung für Kauf, Vermietung und Verkauf einer Wohnimmobilie

Die Ursachen liegen auf der Hand: neben rückläufigen Baugenehmigungen und -fertigstellungen über eineinhalb Jahrzehnte auch die Beteiligung der Städte an der Spekulation auf steigende Grundstückspreise durch restriktive Vergabe von Flächen, bundesweite Angebotsverknappung durch Abschaffung oder Zusammenstreichen von Fördermaßnahmen, wie Eigenheimzulage und erhöhte Abschreibungen, nicht zu vergessen stringentes Mietrecht und Mietnomadentum, beides nicht gerade einladend für Investoren.

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