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Großbritannien London bleibt die Nummer 1 für Immobilieninvestments

Trotz Brexit favorisieren Anleger aus dem Ausland nach wie vor Londoner Bürogebäude. Entscheidende Hilfe kommt vom Devisenmarkt

LondonLondon bleibt die Top-Adresse für internationale Investoren, vor allem für Gewerbeimmobilien – daran ändert auch der Brexit erstmal nichts. Ausländische Käufer, insbesondere Milliardäre aus Hongkong Südkorea, gaben im ersten Halbjahr 2018 mit 5,6 Milliarden Pfund (6,23 Milliarden Euro) mehr für Büros in der britischen Hauptstadt aus als für Objekte im Zentrum von Paris, Manhattan, München und Frankfurt, zeigen jüngste Daten des Brokers Knight Frank.

Das liegt unter anderem am schwachen Pfund: Seit dem Brexit-Votum vor zwei Jahren hat die Landeswährung bereits 15 Prozent verloren, erreichte zuletzt ein neues Tief von 1,27 Dollar. Das macht London deutlich günstiger im Vergleich zu europäischen Metropolen, die ihren ganz eigenen Immobilienboom erlebt haben.

So bleibt London die Nummer 1 für Immobilieninvestments aus dem Ausland. Es ist ein seltener Lichtblick in Großbritanniens Ausstiegsverhandlungen aus der Europäischen Union, in der die Investitionen versiegen und sich das Wirtschaftswachstum verlangsamt.

„Die Spitzenrenditen von Londoner Bürogebäuden können ausländischen Anlegern guten Wert bieten“, sagt William Matthews, Leiter Kapitalmarktanalyse bei Knight Frank. „Vor allem wegen der Aussicht auf ein gewisses Mietwachstum und den jüngsten Bewegungen beim Pfund.“

Die Nachfrage ist ungebrochen groß, das Angebot für Büroflächen knapp: Klar, dass damit die Preise steigen. Auch der starke Londoner Arbeitsmarkt treibt die Preise, ebenso nervöse Immobilienentwickler, die den Bau neuer Objekte immer wieder aufschieben.

Zu den größten Transaktionen in diesem Jahr zählt der Erwerb des Broadgate-Komplexes durch die CK Asset Holdings in Hongkong. Kostenpunkt: Eine Milliarde Pfund. Erst gestern wurde bekannt, dass Goldman Sachs seine neue Europazentrale für 1,2 Milliarden Pfund an den südkoreanischen Staatsfonds verkauft hat.

Anders war das Bild nach dem Brexit-Votum im Frühjahr 2016. Damals strömten asiatische Investoren in deutsche und französische Immobilien, überfluteten diese Märkte mit Kapital. Die Preise stiegen rasch, die Renditen sanken. „Eine Folge der steigenden Nachfrage nach europäischen Immobilien ist, dass Kapital in kontinentale Märkte geschleust wurde, die traditionell nicht annähernd so liquide sind wie London“, sagt Matthews.

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