Häuser und Wohnungen Der ganz normale Wahnsinn

Seite 2/2

"Besorgniserregende" Entwicklung

Wer als Kapitalanleger eine solide Mietrendite mit guten Chancen auf weitere Wertanstiege verbinden will, muss mittlerweile meist von den zentralen Lagen auf Viertel am Rande der Trendquartiere ausweichen. In Hamburg wären das zum Beispiel der Süden von Wandsbek, Eilbek oder Hamm. Hier stehen Perspektive und Preisentwicklung noch in einem guten Verhältnis. Und Mietrenditen von 3,3 bis 3,5 Prozent sichern Anleger ab, wenn der weitere Preisanstieg doch hinter den Erwartungen zurückbleibt.

Davon allerdings ist angesichts des knappen Angebots an Wohnraum bislang wenig zu spüren. In Berlin entsprachen die 2016 fertiggestellten Wohnungen zum Beispiel nur 0,7 Prozent des Bestands – viel zu wenig. 25.100 Baugenehmigungen standen laut Deutsche Bank Research nur 13.700 Fertigstellungen gegenüber.

Viele genehmigte Wohnungen werden vorerst nicht gebaut, weil Investoren in der Hoffnung auf weitere Wertsteigerungen Bauland horten. Dabei soll die Hauptstadt bald noch deutlich mehr Einwohner haben. Die offiziellen Prognosen gehen von 180.000 mehr Berlinern 2030 gegenüber Ende 2016 aus. In Köln klagt der Chef des Haus- und Grundbesitzervereins, dass jährlich 6000 neue Wohnungen gebaut werden müssten. 2017 seien es aber nur 2400 gewesen.

Und dort, wo neue Wohnungen entstehen, sind die oft extrem teuer. Etwa in Frankfurt: 15 neue Wohntürme sollen das Stadtbild in den kommenden Jahren ergänzen, 3000 Wohnungen entstehen dort. Luxusapartments, etwa im Henninger Turm in Sachsenhausen, sind aber nur für Topverdiener eine Option. „Waren früher hohe Preise um 6000 Euro je Quadratmeter Ausreißer, so sind heute niedrige Kaufpreise unter 3000 Euro eher die Ausnahme“, resümiert der Frankfurter Gutachterausschuss. Ihr Vorsitzender, Michael Debus, bezeichnet das als „besorgniserregend“.

Bislang aber ziehen die Preise unbeeindruckt weiter an. Auch dort, wo sie schon sehr hoch sind. Im ohnehin schon teuren München zum Beispiel haben sich bestehende Wohnungen im vergangenen Jahr erneut um elf Prozent verteuert, zeigen die von uns ausgewerteten Daten des Internetportals Immobilienscout24. In besonders beliebten Lagen kann der Preisanstieg nach Maklerangaben auch schon mal 25 Prozent betragen. Schwabing, Bogenhausen, das Glockenbachviertel oder Harlaching sind solche Viertel, die für den sagenhaften Preisanstieg am deutschen Immobilienmarkt stehen. Der ganz normale Wahnsinn eben.

Unsere detaillierte Analyse mit Kaufpreisen, Mieten, dem Verhältnis von Preis- und Mietentwicklung, Angaben zur Erschwinglichkeit, dem Interesse von Kapitalanlagern und dem Anteil an besonders renditestarken Immobilienangeboten der einzelnen Stadtteile finden Sie im umfassenden Großstadt-Dossier für Hamburg, Berlin, Köln, Düsseldorf, Frankfurt und München. Im Dossier beleuchten wir auch die Entwicklung in einzelnen Stadtteilen und sagen, welche Viertel ihren Zenit überschritten haben und wo bessere Chancen auf hohe Wertzuwächse bestehen.

In diesen zehn Städten sind Mieter im Vorteil
Rostock Quelle: imago
Frankfurt am Main Quelle: imago
Düsseldorf Quelle: imago
Potsdam Quelle: imago
Kiel Quelle: imago
Freiburg Quelle: imago
Hamburg Quelle: imago
  • 1
  • 2
© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%