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Hausboot statt Immobilie Wohnen auf dem Wasser - Alternative Eigenheime im Check

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Laufende Kosten einkalkulieren

Wer die Kosten für ein Hausboot kalkuliert, muss außerdem Ausgaben für laufende Reparaturen und Instandhaltungskosten einplanen. Die sind natürlich abhängig vom Zustand des Hausboots. Zum Beispiel müssen jene Teile des Hausboots, die ständig im Wasser liegen oder der Witterung ausgesetzt sind und rosten, regelmäßig geprüft und gewartet werden. Ohne Farbeimer und Pinsel kommt kein Hausbootbesitzer aus.

Was Hauskäufern bei der Lage wichtig ist
Supermarkt Quelle: dpa
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3. NaturWälder, Wiesen, Parks, Flüsse und Seen haben viele gern vor der Haustür. 46,1 Prozent der angehenden Eigenheimbesitzer finden Natur in direkter Umgebung des Wohnsitzes besonders wichtig. Quelle: dpa
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Bei neuen Hausbooten rechnet Anbieter Floatinghouse überschlägig mit jährlichen Ausgaben von 1800 Euro für die laufenden Arbeiten am Boot. Ältere Hausboote sind anfälliger für Reparaturen, dann können die Kosten auch deutlich darüber liegen. Vor allem Schiffe und Boote, die nachträglich zum Hausboot umgebaut wurden, sind in diesem Punkt deutlich kostenintensiver als die modernen schwimmenden Wohnhäuser, die zwar ebenfalls beweglich, aber weniger zum Reisen gedacht sind.

Vor allem im Yachthafen, auch Marina genannt, kommt es vor, dass der Anbieter der Liegeplätze die Bootseigner dazu verpflichtet, Wartungsarbeiten in der eigenen Werft beziehungsweise durch die eigenen Handwerker vornehmen zu lassen. Vor dem Anmieten eines Liegeplatzes sollte das sowie die weiteren Regeln des Verpächters genauestens geklärt werden.

Ein weiterer Kostenblock ist die zwingend notwendige Versicherung. Sie entspricht ungefähr einer kombinierten Wohngebäude-Haftpflicht-Kaskoversicherung, auch eine Inhaltsversicherung – ähnlich einer Hausratversicherung – kann integriert werden. Die Kosten dafür schlagen locker mit 1000 bis 2000 Euro im Jahr zu Buche. Ist das Hausboot fahrbereit, also motorisiert, wird es ebenso teurer wie bei größeren Hausbooten.

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Wohnnebenkosten einplanen

Wer dauerhaften Wohnkomfort auf dem Wasser sicherstellen möchte, kommt um einen Anschluss an die örtlichen Versorgungsnetze für Strom, Wasser und Abwasser nicht herum. Zwar lässt sich die Versorgung mit Hilfe von Generator, Solardach, Batterie, Frisch- und Abwassertank auch autark organisieren, doch ist dies mit erheblichen Mehrkosten beim Kauf sowie regelmäßigen Ausgaben fürs Tanken, Abpumpen und Instandhaltung verbunden. Einige Hausboote sind sogar mit einer kleinen Kläranlage ausgestattet, die jährlich gewartet werden muss.

Ist der Liegeplatz bereits an die Versorgungsnetze angeschlossen, stellt der Verpächter dies wie bei einer Nebenkostenabrechnung für eine Mietwohnung in Rechnung. Ist eine komplette Erschließung der Anlegestelle notwendig, kommen auf den Bootseigner jedoch leicht Ausgaben im fünfstelligen Bereich zu. Die Müllentsorgung ist in vielen Marinas bereits in der Liegeplatzgebühr enthalten, ansonsten kommen nochmal etwa 150 Euro oben drauf. Insgesamt ähneln die gesamten Nebenkosten eines Hausbootes denen für ein Einfamilienhaus.

Finanzierer haben sich auf Hausboote eingestellt

Relativ problematisch war lange die Finanzierung eines Hausbootes. Da selbst Hausboote ohne eigenen Motorantrieb grundsätzlich ein bewegliches Wirtschaftsgut sind und zudem Wasser und Wetter ausgesetzt sind, tun sich noch immer viele Banken damit schwer, das Hausboot als Sicherheit zu akzeptieren. Zudem gibt es für Hausboote kein Grundbuch, in das die Bank eine Grundschuld eintragen lassen kann. Für viele war das Finanzierungsrisiko daher nicht kalkulierbar.

Dennoch hat sich die Situation in den vergangenen Jahren entspannt. Zumindest die Hausboothersteller arbeiten regelmäßig mit verschiedenen Finanzierern zusammen, die gute Erfahrungen mit Hausbootkäufern gemacht haben. „Die Konditionen liegen dabei zwischen einem höher verzinsten Konsumentenkredit und einem günstigen Baukredit für eine Immobilie“, erklärt Baither. „Wertgutachten durch vereidigte Sachverständige helfen den Banken, die Risiken angemessen zu kalkulieren.“ Damit lassen sich überzogene Zinsforderungen der Banken oftmals verhindern.

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