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Hausboot statt Immobilie Wohnen auf dem Wasser - Alternative Eigenheime im Check

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Zuerst einen Liegeplatz suchen

Neue, großzügige Hausboote mit moderner Technik und Winterausstattung mit gedämmten Wänden, Heizung sowie Warmwasserversorgung sind hingegen ganzjährig bewohnbar und unterliegen den Bauauflagen der lokalen Behörden. Wer auf den Wasser wirklich leben will, benötigt jedoch einen festen Standort – und der kostet. „Für ein Hausboot benötigt der Käufer unbedingt einen Liegeplatz. Die Kosten dafür sind abhängig von der Größe des Hausboots und schwanken sehr stark, ungefähr zwischen 2000 und 6000 Euro im Jahr“, berichtet Marie Gest vom Hausbootanbieter Floatinghouse in Berlin. Der Liegeplatz kann in ausgewiesenen Zonen an Flüssen und Seen liegen, auch ein Ankerplatz in einem Yachthafen ist möglich, sofern der Hafenbetreiber das erlaubt. Denn moderne Hausboote nehmen leicht den Platz von mehreren normalen Sportbooten in Anspruch – und das meist auf Dauer.

Wohnen ganz in Holz
Wohnen in Holz
Woodcube im Hamburg
Eckwerk Berlin Quelle: Pressefoto Graftlab
Sue & Til, Winterthur Quelle: Pressefoto Lignum
C13, Berlin Quelle: Pressefoto Kaden + Lager
Kampa K8 in Aalen Quelle: Pressefoto Kampa
Hoho in Wien Quelle: Pressefoto Kerbler Gruppe

Beliebt, so Marketingmanagerin Gest, seien vor allem die Standorte an der Ostsee. In Großstädten wie Hamburg, Berlin, Köln oder Leipzig sei das Angebot an Liegeplätzen noch immer sehr klein und vergleichsweise teuer. „Oft gibt es Probleme mit den Genehmigungen neuer Liegeplätze durch die Behörden. Für festliegende und nicht fahrbare Hausboote muss die zuständige Gemeinde erst einen Bebauungsplan verabschieden. Der ist aber oft schwer durchzukriegen“, weiß Gest aus Erfahrung.

Nur wenn Hausboot-Liegeplätze, wie etwa im Rhein-nahen Freizeit- und Erholungsgebiet Xantener Nordsee, politisch gewollt seien, ist das Genehmigungsverfahren auch schon mal nach einem Jahr abgeschlossen. Üblich sind jedoch Verfahrensdauern von zwei bis fünf Jahren, verbunden mit Kosten von 30.000 bis 50.000 Euro.

Das allein schreckt schon viele Hausbootkäufer ab. Ein Hausboot-Wohnprojekt an der Berliner Humboldtinsel etwa hatte eine Vorlaufzeit von acht Jahren. Einen Liegeplatz in einem Yachthafen zu ergattern, dürfte bedeutend einfacher sein und schneller gehen. Viele gebrauchte Hausboote werden gleich mit Liegeplatz angeboten, Hausboothersteller helfen zudem oft bei der Suche. Wer lieber ein Ufergrundstück erwerben möchte, um dort mit seinem Hausboot dauerhaft zu ankern, muss sich auf einen Behördenmarathon einstellen und zahlt zudem Grundsteuer und Grunderwerbssteuer. Für das Hausboot am gepachteten Liegeplatz fallen diese Steuern grundsätzlich nicht an.

Standort und Nutzung bestimmen die Auflagen

Hersteller von modernen Hausbooten fragen Interessenten deshalb zuerst nach dem Liegeplatz. Denn nur wenn ein Liegeplatz vorhanden ist, ist eine konkrete Planung der schwimmenden Behausung möglich. Zum einen benötigt ein Hausboot oftmals mehr Platz als eine kleine Yacht, zum anderen muss es nicht zwingend mit einem Motor ausgestattet werden. Ist ein fester Liegeplatz vorgesehen, kann auf einen eigenen Antrieb verzichtet werden, dafür ist in der Regel ein Anschluss an das Versorgungsnetz nötig. Wer den Standort wechseln will, muss das Hausboot von einem anderen Kahn schleppen lassen.

Ist das Hausboot mit eigenem Motor ausgestattet, ist auf Binnengewässern seit einigen Jahren kein Führerschein mehr erforderlich, sofern die Motorleistung 15 PS nicht überschreitet. Allerdings kann es regionale Ausnahmen geben, etwa für einige Wasserwege in Berlin. Die meisten Hausbootbesitzer dürften jedoch gut ohne Führerschein auskommen.

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