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Horst Opaschowski im Interview "Die Menschen mieten Lebensstile"

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Deutschland einig Mieterland?

Deutschland wird also zum Mieterland, welche Rolle spielen dann die Wohnungsunternehmen im Jahr 2030?

Wohnungsunternehmen werden zu sozialen Dienstleistern. Im Jahr 2030 wird die Mehrheit der über 60-Jährigen nicht verheiratet, sondern ledig, verwitwet oder geschieden sein. Die meisten leben in Ein-Personen-Haushalten und sind dann, wenn sie kinderlos bleiben, auf den Auf- und Ausbau einer professionellen Infrastruktur von Hilfe- und Pflegeleistungen angewiesen. Immobilienbranche und Wohnungsunternehmen bieten in Zukunft ein Quartiersmanagement an, das vor allem soziale Dienste für die wachsende Zahl alter, hochaltriger und langlebiger Menschen leistet. Das wird wie ein sozialer Kitt wirken, wozu Altenbetreuung, Mietschuldenberatung, Beschäftigungsprojekte, Nachbarschaftshilfsvereine und so weiter gehören.

Und wie sieht das Leben der Menschen auf dem Land aus, wenn sie nicht auf den ‚Nah-und-alles-da-Service’ der Wohnungsunternehmen setzen?

Die Nahversorgung wandert in die Städte, während Millionen Menschen in den ländlichen Regionen keine Post und keine Bank mehr in ihrer Nähe haben. Die Versorgung der Land- und Stadtrandbewohner muss mehr durch Rufbusse, rollende Bibliotheken und mobile ärztliche Versorgung gewährleistet werden. Gefragt sind dann wohnungsnahe Nachbarschaftsshops, die alles in einem sind: Bäcker und Lebensmittelladen, Zeitungskiosk und Postamt. Die Tante-Emma-Läden kehren in die Wohnquartiere zurück.

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