Immobilien Deutschland verliert immer mehr Sozialwohnungen

Deutsche Sozialwohnungen werden eindeutig weniger, belegen aktuelle Zahlen. Wiederholt wird vor einer Wohnungsnot gewarnt. Die Linkspartei spricht von „Kahlschlag im sozialen Wohnungsbau“.

Was Experten voraussagen
Wie schätzen Immobilienexperten die Entwicklung des Markts für Gewerbe- und Wohnimmobilien in Deutschland ein? Das Bundesinstitut für Bau-, Stadt-, und Raumforschung (BBSR) ermittelt halbjährlich Expertenmeinungen zu Lage und Entwicklung des Immobilienmarkts. Der WirtschaftsWoche liegen Ergebnisse der Studie exklusiv vor. Befragt wurden Experten in den Metropolregionen Hamburg, München, Berlin, Stuttgart, Düsseldorf-Köln-Bonn, Rhein-Main und dem Ruhrgebiet. Quelle: dpa
Die Experten rechnen sowohl für den Markt für Büroimmobilien als auch für Einzelhandelsflächen im kommenden Halbjahr mit einer sinkenden Zahl an neugebauten Flächen. Für den Einzelhandel geht jeder vierte von weniger Neubauflächen aus, im Bürosegment nur jeder fünfte. Quelle: dpa
Der Mietwohnungsneubau hingegen boomt, besonders nach Meinung der Experten, die in Hamburg und Berlin tätig sind. Quelle: AP
Recht pessimistisch sehen die Experten die Entwicklung auf dem Markt für Büroimmobilien. Die Unterschiede zwischen den einzelnen Regionen sind nur gering. Fast überall erwarten rund vierzig Prozent der Befragten einen Nachfrageeinbruch bei Büroflächen. Im Einzelhandel gehen ebenfalls mehr Befragte von einer rückläufigen Nachfrage nach Verkaufsflächen aus. Quelle: dpa
Von steigenden Leerständen vor allem im Büromarkt gehen die Experten besonders in den Regionen Düsseldorf-Köln-Bonn und in der Rhein-Main Region aus. Quelle: dpa
Experten aus dem Rhein-Main-Gebiet befürchten dabei öfter als die Befragten der anderen Metropol-Regionen eine sinkende Nachfrage im Büro- ebenso wie im Einzelhandelssegment. Von diesen Konjunktursorgen ist der Mietwohnungsmarkt weit entfernt, denn die Nachfrage nach Wohnraum scheint hoch zu bleiben. Vor allem... Quelle: dpa
... für Berlin gehen die Experten davon aus, dass die Zahl leerstehender Neubaumietwohnungen weiter zurückgehen wird. Die Befragten sind für den Mietwohnungsmarkt der Bundeshauptstadt besonders optimistisch. Doch auch im Bereich der Gewerbeimmobilien.... Quelle: dpa

In Deutschland gibt es immer weniger öffentlich geförderte Sozialwohnungen. 2013 waren es 1,48 Millionen, rund 63 000 weniger als im Vorjahr, wie das RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) berichtet. Die stellvertretende Chefin der Linken im Bundestag, Caren Lay, beklagte einen „Kahlschlag im sozialen Wohnungsbau“. Die Parlamentarierin hatte die Bundesregierung in einer Anfrage um Auskunft gebeten. „Mindestens 150.000 neue Sozialwohnungen müssen bundesweit jährlich entstehen“, forderte sie laut dem Bericht.

Mehr als die Hälfte des Rückgangs entfiel den Zahlen zufolge auf Sachsen, wo 2013 nur noch 7000 Sozialwohnungen vorhanden waren. 2012 waren es noch 42.000. Den größten Sprung nach oben bei den Sozialwohnungen hat Brandenburg im Vergleichszeitraum gemacht. Gegenüber 2012 stieg hier im Folgejahr die Zahl der Sozialwohnungen um 67 Prozent auf 65.819 an.

Insgesamt hält der Abwärtstrend weiter ungebremst an, "trotz steigender Mieten in den meisten Städten und damit stattfindenden Verdrängung", kritisiert Caren Lay. Bund und Länder müssten endlich gegensteuern, statt sich ständig die Schuld in die Schuhe zu schieben.

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"Mindestens 150.000 neue Sozialwohnungen müssen bundesweit jährlich entstehen", fordert die Linken-Parlamentarierin. Trotz der Zuweisungen des Bundes von über 500 Millionen Euro jährlich für die Förderung des Sozialwohnungsbaus an die Länder geben einige von ihnen diese Mittel zweckentfremdet aus.

Erst im vergangenen Herbst hatte der Mieterbund vor einer extremen Wohnungsnot bei sozial schwachen Menschen gewarnt und infolgedessen als Konsequenz gefordert, dass die Einkommensgrenzen für Sozialwohnungen erhöht werden müssten.

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