Immobilien-Leerstände Wo kein Mieter einziehen will

Die Nachfrage an Wohnungen nimmt zu. In den Metropolen gibt es kaum noch Leerstände. In abgelegenen Regionen ist die Lage anders, hier sind Mieter rar. Wo Interessenten Schlange stehen und wo niemand wohnen möchte.

BundesüberblickLangsam wird es eng: Die Leerstandsquote beim marktaktiven Wohnraum in Deutschland lag 2012 bei 3,3 Prozent und war damit im sechsten Jahr in Folge rückläufig, das zeigt nun der aktuelle CBRE Empirica Leerstandsindex. Dabei betont der Index auch die regionalen Unterschiede in Deutschland. So gibt es im Stadtstaat Hamburg mit nur 0,7 Prozent Leerstand fast keine freien Wohnungen mehr auf dem Markt, auch in Bayern mit landesweit 1,7 Prozent und in Baden-Württemberg sowie der Bundeshauptstadt mit jeweils 2,0 Prozent Leerstand sucht man lange nach Wohnraum. In Sachsen mit seinen 110.000 und in Sachsen-Anhalt mit 51.100 leerstehenden Wohnungen, was einer Quote von 7,2 Prozent entspricht, verkehrt sich diese Situation ins Gegenteil. Dort müssen die Kommunen Sorge tragen, dass die leerstehenden Wohnungen nicht verfallen. Das wirtschafts- und sozialwissenschaftliche Beratungsunternehmen Empirica erstellt zum wiederholten Male einen Index zum Wohnraum-Leerstand. Dieser basiert auf Daten des Immobiliendienstleisters CBRE, der in Deutschland etwa 800.000 Wohneinheiten bewirtschaftet, außerdem auf Daten des statistischen Bundesamtes und Schätzungen und Analysen der Regionaldatenbank, die Empirica selbst erarbeitet. Quelle: PR
OldenburgGerade noch unter die Top Ten der Regionen mit dem geringsten Leerstand schafft es Oldenburg. Mit einem Prozent Leerstand ist die Stadt in Niedersachsen dicht besiedelt. Dieses Foto zeigt den Stadtturm Lappan in der Fußgängerzone Oldenburgs. Quelle: Imago
KemptenAuf dem neunten Platz liegt die bayerische Stadt Kempten (Foto: Basilika St. Lorenz) mit einem Leerstand von 0,9 Prozent. In absoluten Zahlten bedeutet das: 200 Geschosswohnungen sind frei - in einer Stadt, die mehr als 60.000 Einwohner hat. Quelle: Imago
ErlangenSo eng wie bei der Bergkirchweih geht es in der mittelfränkischen Großstadt Erlangen zwar nicht immer zu, dicht besiedelt ist sie aber allemal. Mit 0,9 Prozent Leerstand und nur 300 freien Geschosswohnungen belegt sie Platz acht des Rankings. Quelle: dpa
GermersheimIn Germersheim in Rheinland-Pfalz lockt unter anderem das Deutsche Straßenmuseum - das Einzige seiner Art. Die Region erfreut sich großer Beliebtheit: Nur 200 Geschosswohnungen stehen hier leer, das entspricht einer Leerstandsquote von 0,9 Prozent. Quelle: dpa
DarmstadtDas Foto zeigt ein Mietshaus in Darmstadt. Dort gibt es einen regelrechten Run auf Immobilien und kräftig steigende Mieten. Die Leerstandsquote beträgt gerade einmal 0,8 Prozent - das reicht für Platz sechs. Quelle: dpa
Frankfurt Europas Finanzplatz am Main ist bei Mietern beliebt: Nur 0,8 Prozent der Wohnungen stehen hier leer - insgesamt sind das 2.500 Geschosswohnungen. Quelle: Reuters
Münster Das Historische Rathaus von Münster. Die Stadt im Norden Nordrhein-Westfalens hat eine Leerstandsquote von 0,8 Prozent. Quelle: dpa
HamburgIn Hamburg sind Wohnungen heiß begehrt, der Mietmarkt ist umkämpft - und teuer. In der zweitgrößten Stadt Deutschlands stehen gerade einmal 5.000 Geschosswohnungen leer, das sind 0,7 Prozent. Damit liegt Hamburg auf Platz drei des Leerstands-Ranking. Quelle: dpa
BodenseekreisIn diesem Idyll am Bodensee wollen viele wohnen - dementsprechend sind Wohnungen im Bodenseekreis begehrt. Mit einer Leerstandsquote von 0,7 Prozent liegt die Region in Baden-Württemberg auf Platz zwei. Hier stehen etwa 400 Wohnungen leer. Quelle: dpa
MünchenMünchen ist buchstäblich voll bis zum Rand. Studenten mussten schon in Turnhallen schlafen, so schwierig ist es, in der Bayerischen Landeshauptstadt eine Wohnung zu finden. Immerhin leben in München fast 1,4 Millionen Menschen - da sind 3000 leerstehende Wohnungen kaum der Rede wert. Damit ist München die Stadt mit der niedrigsten Leerstandsquote in Deutschland: 0,5 Prozent. Quelle: dpa
PrignitzDer Landkreis Prignitz besitzt ohnehin die geringste Bevölkerungsdichte aller Landkreise der Bundesrepublik Deutschland. Mit 2100 leerstehenden Geschosswohnungen sind zusätzlich 9,6 Prozent der Wohnungen dort unbewohnt. Damit landet Prignitz auf Platz zehn der Regionen mit der höchsten Leerstandsquote. Quelle: Imago
ChemnitzDas Bild zeigt einen Teil des Chemnitzer Heckertgebietes, das zu den größten Plattenbausiedlungen in Ostdeutschland zählt. Nicht gerade das, was man eine einladende Gegend nennen würde. Demensprechend stehen in Chemnitz 9,6 Prozent der Wohnungen leer. Der Gesamtleerstand bezifferte sich 2012 auf 12.300 Geschosswohnungen. Quelle: dpa
Saale-Holzland-KreisDer Saale-Holzland-Kreis ist ein Landkreis im Osten von Thüringen, in dem die Mietpreise besonders rasant ansteigen. Das bringt Leerstand mit sich: 1700 Geschosswohnungen stehen hier leer – 9,6 Prozent aller Wohnungen. Quelle: Imago
Unstrut-Hainich-KreisSanierte Häuser prägen das Bild der Marktstraße in Bad Langensalza. Rund 21.500 Menschen sind in der zweitgrößten Stadt im Unstrut-Hainich-Kreis, der ebenfalls in Thüringen liegt, zu Hause. Mit 9,7 Prozent liegt die Leerstandsquote hier noch etwas höher. 2100 Geschosswohnungen stehen leer. Quelle: Handelsblatt Online
NordsachsenIn Nordsachsen leben 198.629 Einwohner in 30 Gemeinden. Flächenmäßig ist es der viertgrößte Landkreis Sachsens, hat jedoch die niedrigste Bevölkerungszahl. Mit 5500 leerstehenden Geschosswohnungen knackt Nordsachsen die Zehn-Prozent-Marke. Quelle: dpa
GreizGinge es in diesem Ranking darum, in welchem Kreis die Gemeinde mit dem skurrilsten Namen liegt, wäre Greiz wohl auf Platz eins gelandet. Die 3.000 leerstehenden Geschosswohnungen, welche die Leerstandsquote von 10,5 Prozent widerspiegelt, gereichen aber nur für einen fünften Platz unter den Regionen mit der höchsten Quote an unbewohnten Wohnungen. Quelle: dpa
ZwickauZwickau versucht der hohen Leerstandsquote von 10,7 Prozent (13.900 unbewohnte Wohnungen) mit einer ungewohnten Strategie entgegenzuwirken: Moderne Neubauten sollen das Wohnungsangebot quantitativ und qualitativ verbessern, um die Nachfrage zu erhöhen. Ob der Plan aufgeht, wird sich zeigen. Quelle: Imago
KyffhäuserkreisDen Namen verdankt dieser thüringische Kreis dem Kyffhäuser, einer Erhebung, auf der sich das gleichnamige Kyffhäuserdenkmal des Kaisers Friedrich I. Barbarossa befindet. Mit 10,7 Prozent Leerstand liegt der Kreis im Ranking gleichauf mit dem sächsischen Landkreis Zwickau. Quelle: dpa
SalzgitterDass hier wenige Menschen wirklich wohnen wollen, liegt nahe. Seit es dem gleichnamigen Stahlkonzern schlecht geht, nimmt außerdem die Attraktivität Salzgitters als Arbeitsstandort ab. Dies dürfte unter anderem eine Ursache für die 11,3 Prozent Wohnungs-Leerstand sein, welche die Kommune in Niedersachsen zu beklagen hat. Im bundesdeutschen Leerstands-Ranking bedeutet das den vorletzten Platz. Quelle: dpa
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