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Immobilien nach dem Brexit „Wir sind froh, dass wir nicht gekauft haben“

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Mieten für Büros steigen langsam


Der Grund für die weniger pessimistische Erwartung: Die Branche rechnete bereits vorher mit einem Rückgang der Transaktionsvolumina in diesem Jahr gegenüber 2015. In Großbritannien seien die Umsätze im Gewerbeimmobilienmarkt im ersten Quartal bereits um ein Drittel zurückgegangen, so Pörschke. JLL-Wettbewerber BNP Paribas Real Estate ermittelte sogar fast 40 Prozent Minus auf 13,9 Milliarden Euro. Wenn die Branche von Großbritannien spricht, meint sie im Grunde genommen London – den mit Abstand umsatzstärksten Markt in Europa.

Das Investitionsvolumen geht aber nicht aus Mangel an Mitteln zurück. „Geld ist im Überfluss vorhanden“, so Pörschke. Die Kassen der großen Immobilienkäufer, etwa der von Finanzinvestoren, sind unverändert prall gefüllt. Mit den fünf größten Immobilientransaktionen waren im ersten Quartal 14,6 Milliarden Euro umgesetzt worden, doppelt so viel wie im Jahr zuvor. Investierten Versicherer in Europa im Jahr 2006 noch rund sieben Milliarden Euro direkt in europäische Gewerbeimmobilien, waren es 2015 laut JLL fast dreimal so viel.

Die größten Netto-Zahler der EU
Touristen in Helsinki Quelle: dapd
Eine Windkraftanlage nahe Dänemark Quelle: dapd
Der Wiener Opernball Quelle: dpa
Da Atomium in Belgien Quelle: REUTERS
Eine Mitarbeiterin in der Schwedischen Botschaft in Minsk Quelle: REUTERS
Frau Antje Quelle: AP
Das Colosseum Quelle: REUTERS

Darüber hinaus kaufen Versicherer auch indirekt über Fonds Gebäude – in Deutschland häufig über offene Spezialimmobilienfonds für Profi-Anleger, deren Anlagevolumen seit Jahren wächst. Ein Beispiel für die Lust auf Immobilien ist die Allianz, einer der größten Investoren unter den Versicherern weltweit. Die Münchener wollen mittelfristig ihr weltweites Immobilienvermögen einschließlich Immobilienkredite von 45 auf 60 Milliarden Euro erhöhen, sagt Annette Kröger, Chefin von Allianz Real Estate Germany.

Die Allianz stößt dabei wie alle anderen auf ein knappes Immobilienangebot. Und die Nachfrage wird weiter zusätzlich durch die niedrigen Zinsen gepuscht. Auch daran wird sich so schnell nichts ändern. „Der Brexit wird zu einer Verlängerung der Niedrigzinsphase führen“, erwartet Michael Hüther, Direktor Institut der deutschen Wirtschaft (IW). Je länger die Niedrigzinsphase daure, desto größer sei das Risiko von Fehlallokation von Kapital. Dies gelte vor allem dann, wenn das Immobilienangebot nicht ausgeweitet werde. Allerdings stellte Hüther auch klar: „Wir sehen keine Blase.“

Aber es ist damit zu rechnen, dass die Mietrenditen weiter abnehmen, weil die Immobilienwerte stärker steigen als die Mieten. Pörschkes Einschätzung für deutsche Büroimmobilien: Die Kapitalwerte steigen um fünf Prozent, die Mieten nur um zwei Prozent.

Die Mietrenditen fallen bereits seit mehreren Jahren. In den fünf Immobilienhochburgen Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg und München steuert die durchschnittliche Mietrendite für Spitzenbüroobjekte auf die vier Prozent-Marke zu, ist damit aber auch vier Prozentpunkte höher als die sich um null Prozent bewegende Rendite zehnjähriger Bundesanleihen.

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