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Immobilien Wo sich jetzt der Hauskauf lohnt

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Frankfurts Stadtteil Quelle: dpa/dpaweb

Auch der Münchner Gutachterausschuss hält den Markt für „robust und attraktiv“. Investoren hätten „einen regelrechten Boom auf dem Wohnungsmarkt ausgelöst“. An eine Blase mag Kastenberger von JK Wohnbau nicht glauben. „Hier gab es keinen Preisanstieg um mehr als 20 Prozent wie in Paris oder Barcelona.“ Ein gutes Zeichen sei auch, dass die Mieten in vielen Vierteln stärker anziehen als die Kaufpreise – die Renditen von Investoren steigen also.

Besonders hohe Wertzuwächse erwartet Kastenberger in weiter vom Zentrum entfernten Lagen wie Ottobrunn, Unterföhring, Karlsfeld oder Neubiberg. Preissteigerungen um drei bis vier Prozent jährlich seien dort realistisch, die Mieten dürften um bis zu zehn Prozent zulegen.

Ein Grund: Viele Münchner können sich das Wohnen im Stadtzentrum schlicht nicht mehr leisten. Auch im Verhältnis zu den relativ hohen Münchner Einkommen sind Kauf- und Mietpreise in vielen Vierteln sehr hoch. Die Stadt bietet Familien mit mittleren Einkommen deshalb verbilligte Grundstücke an (München Modell) und versucht, sie so in der Stadt zu halten und den Markt zu entspannen.

Vermieter suchen ältere Ehepaare

Auch Frankfurt hat in den vergangenen Jahren große Neubaugebiete für Familien ausgewiesen, etwa auf einem ehemaligen US-Kasernengelände an der Friedberger Warte im Nordosten oder auf dem Riedberg am nördlichen Stadtrand. 3000 Menschen wohnen hier vor allem in Reihenhäusern. Bis zum Jahr 2017 sollen es etwa 15 000 sein.

Für Ingrid Heger* sind die auf dem Reißbrett entworfenen Neubausiedlungen nahe der Autobahn A 661 keine Alternative. Mit ihrem Mann und zwei Kindern sucht sie seit Jahren nach einer Mietwohnung in den In-Vierteln, in die alle ziehen wollen: Sachsenhausen, Nordend, vielleicht noch Bornheim.

Unter 1800 Euro Warmmiete, das hat sie bereits gelernt, geht da gar nichts. Selbst mit zwei sicheren Einkommen sei das für sie langfristig sehr viel Geld, „womöglich zu viel“, sagt Heger. Zusätzliches Handicap sind ihre zwei kleinen Kinder: „In den meisten Fällen suchen Vermieter ältere Ehepaare“, sagt Heger.

Familie Heger hat aus dem schwierigen Markt ihre Konsequenzen gezogen: Wenn das Objekt passt, will sie jetzt auch kaufen – zum Großteil auf Kredit. Dass sie dann die freie Auswahl hat, glaubt auch Heger nicht. Gerade in der Banker-Stadt Frankfurt sind einige Anleger auf der Suche, die ihr Geld statt auf dem Tagesgeldkonto und dem Staatsanleihedepot lieber in einer Nordend-Altbauwohnung sehen. „Aber etwas größer ist die Auswahl für Käufer schon“, sagt Heger. Weiterer Vorteil: Sie muss sich nicht mehr von Altmietern erpressen lassen, die dreist 5000 Euro Abstandszahlung für eine vergammelte Ikea-Küche verlangen – nur damit sie Mietinteressenten dem Vermieter überhaupt vorschlagen.

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