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Immobilienboom Die besten Städte für den Hauskauf

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Großinvestoren kommen

Preise für bestehende Wohnungen Quelle: Immobilienscout 24

Längst sind es nicht mehr nur Selbstnutzer und Privatanleger, die ihr Geld in deutsche Wohnimmobilien stecken. Auch Großinvestoren greifen zu. Im vergangenen Jahr haben sie nach Daten des Immobiliendienstleisters Jones Lang LaSalle 5,8 Milliarden Euro investiert, fast doppelt so viel wie 2010. Jürgen Michael Schick, Berliner Makler und Vizepräsident des Maklerverbandes IVD, beobachtet zunehmend „Investoren aus Österreich, Skandinavien und dem Nahen Osten“, die es auf Mehrfamilienhäuser abgesehen haben.

Zins für ein Darlehen mit zehnjähriger Laufzeit Quelle: FMH-Finanzberatung

Die gestiegenen Preise haben den Immobilienkauf in den vergangenen Jahren zwar verteuert, dank deutlich gefallener Zinsen können Käufer Häuser und Wohnungen aber günstiger finanzieren. Für einen Kredit über zehn Jahre zahlen private Käufer derzeit nur drei Prozent pro Jahr. Im Sommer 2008 kostete der gleiche Kredit noch 5,5 Prozent Zins. Tilgen Käufer einen Kredit über 100.000 Euro innerhalb von zehn Jahren, müssen sie jetzt monatlich 120 Euro weniger Zins und Tilgung zahlen.

Risiko Preisblase

Gerade Risikoscheue haben kaum eine Alternative: Gegenüber 1,8 Prozent Zins aus zehnjährigen Bundesanleihen erscheinen fünf Prozent Mietrendite mit Wohnimmobilien attraktiv. Jochen Möbert von Deutsche Bank Research macht daher zum Beispiel Versicherungen und Pensionskassen, die bislang nur rund drei Prozent ihrer Anlagen als Immobilien halten, als neue Käufer aus.

Immobilien profitieren zudem von ihrem Ruf als wertstabiles „Betongold“, besonders in Zeiten der Euro- und Staatsschuldenkrise. Deutsche Investoren bauen darauf, aber auch „immer mehr Griechen, die ihr Geld in Sicherheit bringen wollen“, sagt Horst Petersen, Makler in Berlin und Dresden. Meist seien das normale Angestellte, die eine kleinere Wohnung für bis zu 100.000 Euro suchten.

Mehr zu den Immobilienmärkten einzelner Städte:

Schon erinnert die Lage Beobachter „an internationale Wohnungsmärkte wie Großbritannien, wo der Boom letztendlich zu Preisblasen geführt hat“, sagt Andrew Groom, Leiter Immobilienbewertung bei Jones Lang LaSalle. Die Bundesbank heizte diese Debatte jetzt an: Es sei längerfristig nicht gesichert, dass die Mieteinnahmen mit der Preisentwicklung mithalten könnten. Auch wenn das „Rückschlagspotenzial“ der Immobilienpreise noch überschaubar sei, sollten Investoren mit dem Wunsch nach Werterhalt dieses Risiko ins Auge fassen, so die Bundesbank. Sie verweist auf die „ungünstigen demografischen Eckwerte“.

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