Immobilienfonds So profitieren Anleger von Schweizer Betongold

Börsennotierte Fonds sind der bequemste Weg, in den Schweizer Markt zu investieren, denn der ist für Ausländer streng beschränkt. Die Preise sind oben, die Nachfrage dürfte aber anhalten.

Immobilien-Fonds in der Schweiz Quelle: dpa Picture-Alliance

Den Schweizern ergeht es vielfach noch übler als deutschen Sparern. Mitte Januar hat die Nationalbank den Franken-Wechselkurs freigegeben und ihren Leitzins auf minus 0,75 Prozent gesenkt. Banken reichen den Negativzins zunehmend gern weiter: Kontoguthaben kosten Geld, insbesondere für Firmenkunden und große Summen. Gleichzeitig sind weder Sparzinsen noch Anleiherenditen auf anlagewürdigem Niveau. Allerdings erreicht noch ein Sonnenstrahl die triste Ebene unter dem Nullzins: In der Schweiz existieren schon seit Jahrzehnten einige offene und börsennotierte Immobilienfonds, welche ihre Anteilseigner mit konstanten Ausschüttungsrenditen verwöhnen.

Diese Fonds besitzen vor allem Wohn- oder Geschäftsimmobilien in der ganzen Schweiz, teils mit unterschiedlichen regionalen Schwergewichten. Aus den Mieteinnahmen speisen sich das Einkommen des Fonds und die jährliche Ausschüttung an die Anleger. Diese ermöglichte in den vergangenen Jahren Ausschüttungsrenditen von teilweise über fünf Prozent. Heute sind Werte bis zu vier Prozent noch immer möglich.

Rendite in harten Franken

Deshalb stecken Investoren ihr Geld zunehmend in Betongold – trotz zum Teil schon bedenklich hoher Immobilienpreise. 2014 flossen 2,8 (2013: 2,4) Milliarden Franken frisches Kapital in börsennotierte Immobilienanlageformen und nicht börsengehandelte Anlagestiftungen, weiß Beat Seger, Partner Immobilien bei KPMG Schweiz. Die Credit Suisse prognostiziert auch für 2015 anhaltendes Anlegerinteresse an Immobilien. Die Renditedifferenz zu alternativen Anlageformen sei nach der Zinssenkung der Nationalbank auf rekordverdächtigem Niveau, heißt es in ihrer Studie „Immobilienmarkt 2015“.

Der SXI Real Estate Funds Index, in dem die Schweizer Börse die Immobilienfonds zusammengefasst hat, stieg 2014 um 15 Prozent und seit Anfang 2015 nochmals um rund neun Prozent. Anleger, die regelmäßig Zinseinnahmen brauchen, schätzen vor allem die Ausschüttungsrenditen.

Hohe Ausschüttungen

Der Anteilsschein des 1964 aufgelegten und rund 1,4 Milliarden Franken schweren Credit Suisse Interswiss etwa lieferte zuletzt eine Ausschüttungsrendite von 4,1 Prozent ab. Bezahlt machte sich auch der UBS Fonds Sima. Schon 1950 gegründet, ist der Sima mit einem Portfolio von 7,2 Milliarden Franken heute der größte Schweizer Immobilienfonds. Die Ausschüttungsrendite erreichte 2014 immerhin 3,3 Prozent.

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Der stark auf Wohnimmobilien konzentrierte Credit Suisse Siat erreichte 3,1 Prozent, der gleichartig anlegende UBS Anfos brachte 2,8 Prozent. Der Siat-Anteil kostet heute rund 200 Franken, das ist fast doppelt so viel wie 2005. Siat und Anfos bestehen schon seit 1956 und gehören damit zu den Methusalems der Branche.

Ihr Alter ist für diese Fonds ein großer Vorteil, da sie über zahlreiche einst günstig erworbene Bestandsimmobilien verfügen und aus diesen steigende Mieterträge generieren können. In den letzten Jahren ist Wohneigentum in der Schweiz sehr viel teurer geworden. Im Kanton Zürich sind Wohnliegenschaften heute um über 30 Prozent teurer als vor zehn Jahren, in der Stadt Zürich kosten Eigentumswohnungen locker das Doppelte wie 2004.

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