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Immobilienkauf Welche Bundesländer bei den Kaufnebenkosten hinlangen

Spielzeughaus auf Gelscheinen Quelle: dpa

Wer eine Immobilie kaufen möchte, muss je nach Bundesland mit hohen Erwerbsnebenkosten rechnen. Die Kosten für Grunderwerbssteuer, Maklergebühren und Notar können um bis zu 72 Prozent auseinander liegen.

Hauskauf ist nicht gleich Hauskauf. Einerseits unterscheiden sich die Immobilienpreise, andererseits schwanken auch die Erwerbsnebenkosten je nach Standort sehr stark. Das hat das Maklerunternehmen Homeday, Kooperationspartner der WirtschaftsWoche, in einem deutschlandweiten Vergleich ermittelt. Verglichen wurden Erwerbsnebenkosten wie die Grunderwerbssteuer, Maklerprovision sowie Notar-und Gerichtskosten.

Die Analyse zeigt, dass die Lage über die Kosten entscheidet. Wer beispielsweise eine 300.000-Euro-Immobilie kauft, zahlt in Bayern und Sachsen maximal 27.210 Euro an Erwerbsnebenkosten. In Brandenburg werden dagegen fast 47.000 Euro in Rechnung gestellt - knapp 20.000 Euro mehr.

Ein dicker Brocken auf der Rechnung ist die Grunderwerbsteuer. „Mit jährlichen Einnahmen von derzeit mehr als 13 Milliarden Euro gehört die Grunderwerbssteuer zu den wichtigsten Finanzierungsquellen der Bundesländer”, erklärt Steffen Wicker, Geschäftsführer von Homeday. „Allein in den vergangenen vier Jahren haben neun Landesregierungen an der Preisschraube gedreht, um zusätzliche Einnahmen in die Kassen zu spülen.” Durch den zeitgleichen Anstieg der Immobilienpreise profitieren viele Länder doppelt von ihren Steuererhöhungen.

Erwerbsnebenkosten nach Bundesländern für eine 300.000-Euro-Immobilie

Aber nicht nur der Kaufpreis und die damit verbundenen Steuern gehen ins Geld. Die Traumimmobilie muss schließlich erst einmal gefunden werden. In manchen Regionen kommen Interessenten kaum um einen Makler herum. Seine Provision kann – anders als bei Vermietungen – frei verhandelt werden. In Ländern wie Hamburg, Bremen und Hessen zahlt der Neueigentümer um die sechs Prozent des Kaufpreises.

Im überwiegenden Teil der Republik teilen sich Käufer und Verkäufer die Kosten für den Makler. Das reduziert die Provision auf im Durchschnitt 3,57 Prozent. Besonders teuer ist es in Berlin und Brandenburg. Die übliche Provision von 7,14 Prozent auf den Kaufpreis muss dort in der Regel der Käufer alleine tragen. Gesetzlich geregelt ist die Aufteilung der Maklerprovision nicht. Vielmehr handelt es sich um regional gebräuchliche Marktkonditionen, Abweichungen sind im Einzelfall immer möglich.

Bundesweit ähnliche Notarkosten

Die Liste der Erwerbsnebenkosten ist damit aber noch nicht zu Ende. Als nächstes steht schließlich der Besuch beim Notar für den Grundbucheintrag an. Im Gegensatz zur Makler-Provision sind die Notar-Gebühren einheitlich regelt und beinhalten feste Gebührensätze für die notwendigen Arbeitsvorgänge. Im Durchschnitt zahlen Immobilienkäufer für den Besuch beim Notar etwa 1,5 bis 2 Prozent der Kaufsumme.

„Für Immobilienkäufer in Berlin und Brandenburg kommen über die hohen Grunderwerbssteuern und die teuren Maklerprovisionen zwei ungünstige Faktoren zusammen”, macht Wicker deutlich. Brandenburg erreicht mit Erwerbsnebenkosten in Höhe von 15,64 Prozent des Kaufpreises den bundesweiten Spitzenwert. In Brandenburg und auch Berlin fallen die Kosten somit um bis zu 72 Prozent höher aus als in den günstigsten Regionen. In Sachsen und Bayern liegen die Kaufnebenkosten im Durchschnitt nur knapp über neun Prozent.

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