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Immobilienkonzern Übernahmepoker: S Immo erhöht den Druck auf Immofinanz

Der österreichische Immobilienkonzern S Immo hält die Offerte seines Großaktionärs Immofinanz für zu niedrig und schmiedet schon Pläne für den Fall eines Scheiterns.

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Die Österreicher wollen den Wettbewerber S Immo übernehmen. Quelle: Reuters

Die geplante Übernahme der an der Wiener Börse notierten S Immo durch den Wettbewerber Immofinanz zieht sich weiter hin. Am Donnerstag kritisierte S-Immo-Chef Bruno Ettenauer das Angebot als zu niedrig und wies darauf hin, dass es Alternativen gebe, sollte der Deal nicht zustande kommen.

In diesem Fall würde die S Immo ihre Beteiligungen an der Immofinanz und an der CA Immo verkaufen, sagte Ettenauer. „Wenn es nach verschiedenen Versuchen keine Lösung gegeben hat, dann muss man sich wieder entkoppeln.“ Die S Immo hält mehr als zehn Prozent an Immofinanz und rund sechs Prozent an der CA Immo. Für das CA-Immo-Paket sieht Ettenauer großes Marktinteresse.

Mit dem Erlös von 500 bis 550 Millionen Euro könnte S Immo eine Milliarde Euro in Immobilien investieren. Bevorzugt würden dabei Projekte, die sofort Mieteinnahmen brächten. Regional kämen Osteuropa und Deutschland in Frage. Das würde S Immo 50 bis 60 Millionen Euro Mieterlöse garantieren, sagte Ettenauer. „Das würde unsere Ertragskraft steigern, unsere Dividendenfähigkeit stärken, und ich würde mich sehr intensiv um ein Investment-Grade-Rating bemühen, um die Finanzierungsfähigkeit in verschiedenen Märkten zu verbessern“.

Immofinanz, die schon 26,5 Prozent an S Immo hält, will den heimischen Konkurrenten komplett übernehmen und bietet 22,25 Euro je Aktie. An die eigenen Aktionäre richtet der S-Immo-Chef die Botschaft, dass ein Scheitern des Immofinanz-Angebots dem Unternehmen keine Nachteile bringen würde: „S Immo ist durchaus in der Lage, auf Stand-alone-Basis erfolgreich zu bestehen.“

Das Angebot sei nicht fair, bekräftigte Ettenauer. Die Immofinanz habe die S-Immo-Aktien mit einen Aufschlag von 15 Prozent zum Nettovermögenswert (EPRA NAV) gekauft, das Angebot an die übrigen S-Immo-Aktionäre liege aber 15 Prozent darunter.

Der Markt sei „nicht sehr gierig auf das Angebot“, sagte Ettenauer mit Verweis auf den Kurs. S-Immo-Aktien notierten an der Wiener Börse mit 21,75 Euro. Immofinanz hatte die Offerte schon einmal erhöht; ursprünglich wollte sie nur 18,04 Euro je Aktie zahlen.

Tauziehen um das Höchststimmrecht

Der S-Immo-Vorstand stößt sich auch am Zeitplan. Immofinanz will, dass die S-Immo-Aktionäre noch vor Ablauf der Annahmefrist Mitte Juli über das Höchststimmrecht abstimmen. Die in der Satzung der S Immo verankerte Bestimmung sieht vor, dass kein Aktionär mehr als 15 Prozent der Stimmrechte ausüben darf, auch wenn er einen höheren Aktienanteil besitzt. Die Aktionäre sollen nach dem Willen der Immofinanz auf einer außerordentlichen Hauptversammlung darüber abstimmen.

S Immo spricht sich dagehen dafür aus, dass die Aktionäre erst abstimmen sollen, wenn sie wissen, wie das Übernahmeangebot ausgegangen ist. „Das ist eine völlig atypische Abwicklung“, kritisierte Ettenauer. Die Immofinanz hatte ihr Angebot in dem Punkt bereits angepasst: Sollte das Übernahmeangebot an der 50-Prozent-Hürde scheitern, soll das Höchststimmrecht in Kraft bleiben. Die Hauptversammlung solle jedoch noch vor Ablauf der Frist stattfinden. 

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