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Immobilienmarkt 2018 Immobilienpreise in den Mittelstädten stark gestiegen

Nirgendwo in Deutschland sind die Preise für Wohneigentum schneller gestiegen als im sächsischen Görlitz. Quelle: imago images

Die Nachfrage nach Häusern und Eigentumswohnungen hat 2018 die Immobilienpreise in einigen Regionen Deutschlands um deutlich mehr als zehn Prozent steigen lassen. Die höchsten Preissteigerungen gab es jenseits der sieben größten Städte.

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Die sächsische Stadt Görlitz an der deutsch-polnischen Grenze zählt rund 56.000 Einwohner. Doch offenbar könnten es mehr sein. Denn Zahlen zur Entwicklung des Immobilienmarkts 2018 in den 200 größten Städten zeigen, dass nirgendwo in Deutschland die Preise für Wohneigentum schneller gestiegen sind als in Görlitz. Dort stiegen die Preise für Eigentumswohnungen aufgrund der hohen Nachfrage um 19,4 Prozent. Das Preisniveau war mit einem Anstieg von 620 auf 740 Euro je Quadratmeter allerdings noch immer niedrig. Zu den Boomstädten zählen aber auch Halle (Saale), Greifswald, Kempten (Allgäu), Heilbronn, Leipzig, Baden-Baden, Neuss und Ratingen mit Preissteigerungen jenseits der Zehn-Prozent-Marke gegenüber dem Vorjahr.

Die Auswertung der Marktpreisdaten der vergangenen fünf Jahre durch das Maklerunternehmen Homeday zeigt, dass der Markt für Wohneigentum in Deutschland in vielen Städten und Regionen noch immer von Knappheit und dynamischen Preiserhöhungen geprägt ist. Dafür hat der Kooperationspartner der WirtschaftsWoche rund zehn Millionen Angebotsdaten ausgewertet.

Bei den Kaufpreisen für Einfamilienhäuser verzeichnete Rüsselsheim die größte Steigerungsrate mit einem Plus von 14,7 Prozent. In der Stadt am Main kletterten die Quadratmeterpreise von 2510 auf 2880 Euro. Auch in diesem Segment waren die Preissteigerungen in Städten wie Hanau, Peine, Herford, Dormagen, Flensburg, Bad Oeynhausen, Worms, Kempten (Allgäu) und Potsdam mit einem Plus von mehr als zehn Prozent besonders hoch.



Unter den zehn Städten mit den größten Preissteigerungen findet sich in diesem Jahr keine der sieben Metropolstädte. Bei diesen zeigte sich die mit Abstand dynamischste Preisentwicklung erneut in der Bundeshauptstadt Berlin mit einem Anstieg um 10,2 Prozent für Eigentumswohnungen.

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    Auch die übrigen der Top-7-Städte verzeichneten weiterhin kräftige Preiserhöhungen zwischen plus 4,7 Prozent (Hamburg) und plus 10,2 Prozent (München). Im Punkto Preisdynamik liegen sie mit Ausnahme Berlins im Vergleich der 200 größten deutschen Städte aber nur im Mittelfeld. Gemessen an den Kaufpreisen pro Quadratmeter gibt es die teuersten Wohnungen in München, Frankfurt am Main sowie Freiburg. Dort müssen Immobilienkäufer mehr als 4000 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche hinblättern, wobei München mit mehr als 7000 Euro je Quadratmeter weiter einsamer Spitzenreiter bleibt.

    Kaufpreise Wohnungen
    (größte Preissteigerungen gegenüber 2017)

    Stadt

    Einwohner

    Kaufpreise Wohnungen
    (Euro/m²)

    Änderung

     

    2018

    2017

    Görlitz

    55.904

    740

    620

    +19,4%

    Halle (Saale)

    238.005

    1.220

    1.060

    +15,1%

    Greifswald

    57.985

    1.780

    1.560

    +14,1%

    Kempten (Allgäu)

    67.529

    2.800

    2.480

    +12,9%

    Heilbronn

    123.771

    2.660

    2.370

    +12,2%

    Leipzig

    571.088

    1.760

    1.570

    +12,1%

    Baden-Baden

    54.307

    3.070

    2.750

    +11,6%

    Neuss

    152.882

    2.190

    1.970

    +11,2%

    Ratingen

    87.158

    2.330

    2.100

    +11,0%

    Salzgitter

    103.668

    920

    830

    +10,8%

    „Eine schnelle Abkühlung des Immobilienmarktes zeichnet sich bislang nicht ab“, erklärt Steffen Wicker, Gründer und Geschäftsführer von Homeday. „Insgesamt wird die Preisschere zwischen attraktiven Standorten und ländlichen Regionen mit schlechter infrastruktureller Anbindung aber weiter auseinander gehen“, so der Immobilien-Experte. 

    Mit Blick auf den gesamten deutschen Immobilienmarkt war nahezu durchgängig ein Anstieg der Wohneigentumspreise zu verzeichnen. In knapp der Hälfte der untersuchten Städte stiegen die Immobilienpreise zwischen drei und sechs Prozent. Nur in zehn der untersuchten 200 Städte war ein leichter Preisrückgang zu beobachten, darunter Städte wie Euskirchen, Cottbus, Jena, Schwerin und Weimar.

    Kaufpreise Häuser
    (größte Preissteigerungen gegenüber 2017)

    Stadt

    Einwohner

    Kaufpreise Häuser
    (Euro/m²)

    Änderung

     

    2018

    2017

    Rüsselsheim am Main

    64.022

    2.880

    2.510

    +14,7%

    Hanau

    95.370

    2.710

    2.370

    +14,3%

    Peine

    49.676

    1.370

    1.220

    +12,3%

    Herford

    66.514

    1.590

    1.420

    +12,0%

    Dormagen

    64.016

    2.410

    2.160

    +11,6%

    Flensburg

    87.432

    2.090

    1.880

    +11,2%

    Bad Oeynhausen

    48.846

    1.400

    1.260

    +11,1%

    Worms

    82.595

    1.870

    1.690

    +10,7%

    Kempten (Allgäu)

    67.529

    3.020

    2.730

    +10,6%

    Potsdam

    171.810

    3.470

    3.150

    +10,2%

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