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Immobilienmarkt Kaufen ist in Deutschland günstiger als Mieten – auch in Metropolen

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Belastungen für Haushaltseinkommen steigen

Entscheidend sei aber, dass Ersterwerber früh an den Markt kämen, um die Immobilie rechtzeitig vor Renteneintritt abzubezahlen. Umso kürzer die Finanzierungszeit, desto größer die monatlichen Raten. Das Problem verdeutlicht eine Finanzierungsrechnung der Studie, die die vollständige Tilgung des Darlehens innerhalb von 25 und 35 Jahren miteinander vergleicht und bei der Anschlussfinanzierung nach den ersten zehn Jahren einen Zinsanstieg auf 3,5 beziehungsweise 4,5 Prozent unterstellt.

Wer nur 25 Jahre Zeit hat, der fährt laut Studie schon bei einem Zinssatz von 3,5 Prozent rund fünf Prozent teurer als beim Mieten. Bei einem Zins von 4,5 Prozent erhöht sich der Wert auf 12,6 Prozent. Bei 35 Jahren zur Volltilgung geht die Rechnung auf. Daher sei es wichtig, schon früh Immobilieneigentum zu erwerben, betont Voigtländer. Nur dürften die wenigsten Käufer so viel Zeit haben. In den Städten liege das Durchschnittsalter des Immobilienerwerbs bei 48 Jahren, sagt Voigtländer.

Entscheidend sei für Selbstnutzer letztlich vor allem eines, betont Reiner Braun, Leiter des Immobilienforschungsinstituts Empirica: „Ich muss die Immobilie vor der Rente abgezahlt haben.“ Idealerweise sollten es sogar ein paar Jahre davor sein. „Man darf sich die Finanzierung der Wunschimmobilie nicht schönrechnen“, mahnt Braun.

In diesen zehn Städten sind Mieter im Vorteil
Rostock Quelle: imago images
Frankfurt am Main Quelle: imago images
Düsseldorf Quelle: imago images
Potsdam Quelle: imago images
Kiel Quelle: imago images
Freiburg Quelle: imago images
Hamburg Quelle: imago images

Im Auge behalten sollten Käufer dabei nicht zuletzt die monatlichen Belastungen, die laut Braun in der Regel 35 Prozent nicht übersteigen sollten. Eine Rechnung, die er für das Handelsblatt durchgeführt hat, zeigt aber, dass diese Grenzüberschreitung in einigen Metropolen schon jetzt der Fall ist. In Frankfurt müsse etwa ein Haushalt für den Kauf einer 80 Quadratmeter großen Wohnung, die zu 75 Prozent finanziert wurde, derzeit monatlich rund 47 Prozent seines Nettohaushaltseinkommens aufbringen. 2017 waren es noch 39 Prozent. In Berlin stieg der Wert im selben Zeitraum von 37 auf 44 Prozent, in München von 50 auf 57 Prozent.

Immerhin: Im Umland der Großstädte liegt die Belastung auch nach Brauns Rechnung häufig noch unter der anvisierten Maximalgrenze. Viel Trost vermag dies aber nicht zu spenden. Die Deutschen sind desillusioniert, was den Traum vom Haus betrifft. In einer Umfrage der ING Diba aus dem Herbst vergangenen Jahres stimmten 56 Prozent der Befragten der Aussage zu: „Ich werde es mir wahrscheinlich nie leisten können, ein Haus zu kaufen.“

Laut einer aktuellen Untersuchung von Kantar TNS im Auftrag des Verbandes der Privaten Bausparkassen sei die Bereitschaft, für eine Immobilie zu sparen, angesichts der starken Preisanstiege der vergangenen Jahre auf einem Tiefpunkt angekommen. Nur noch 37 Prozent der Bundesbürger gaben an, für Wohneigentum zu sparen – vier Prozent weniger als im Herbst 2017. Sparmotiv Nummer eins war mit 60 Prozent hingegen der Konsum. Immobilienexperten wie Voigtländer und Braun warnen angesichts dieser Entwicklungen und der heute schon geringen Wohneigentumsquote vor Problemen bei der finanziellen Altersvorsorge. In Deutschland liegt die Wohneigentumsquote bei knapp 53 Prozent, im Schnitt der Europäischen Union aber bei 71 Prozent. Immobilienbesitzer hätten jedoch bei Renteneintritt in der Regel, nicht zuletzt dank einer im besten Falle abbezahlten Immobilie, ein deutlich höheres Vermögen als Mieter.

Um Nicht-Immobilienbesitzern unter die Arme zu greifen empfiehlt Voigtländer, dass der Staat die Bürde der Erwerbsnebenkosten senkt, etwa mithilfe einer Reform der Grunderwerbssteuer. Allein diese Abgabe beläuft sich je nach Bundesland auf 3,5 bis 6,5 Prozent des Kaufpreises und kann schnell Zehntausende Euro kosten.

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