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Immobilienmarkt Deutschlands beste Wohngebiete

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Teurer Süden: Kaufpreis für neue Eigentumswohnungen

Pluspunkt intakter Ortskern. Selbst wenn die Zugkraft einer Stadt groß ist, heißt dies nicht automatisch, dass die Einwohner die grünen Vororte verlassen. Um Nürnberg herum hält sich die Landflucht in Grenzen. „Anders als vielfach im Ruhrgebiet sind die mittelfränkischen Gemeinden noch nicht mit preiswerten, unansehnlichen Neubauten zersiedelt“, sagt Immobiliengutachter Matthias Kirchner. Die historischen Kerne seien noch gut erhalten, was besser verdienende Mieter und Eigentümer anziehe.

In Nürnberg selbst ist der Markt durch die Pegnitz in zwei Hälften geteilt. Nördlich des Flusses wohnen Einheimische und die zugereisten Deutschen, im Süden und Südwesten ist der Anteil der Immigranten deutlich höher, Mieten sind billiger.

Anbindung zum Arbeitsplatz ist wichtig

Gute Lagen für Eigenheime sind Ziegelstein und Erlenstegen. Für beide Quartiere spricht vor allem die gute S-Bahnanbindung – in ganz Deutschland ein nicht zu unterschätzender Faktor für die Wertsteigerung von etwas außerhalb gelegenen Immobilien. „Der Wert von Objekten, die abseits der letzten Haltestelle stehen, wird unabhängig von der jeweiligen Stadt unter Druck geraten“, sagt Degi-Manager Thomas Beyerle. Käufer von sanierten Eigentumswohnungen mit Potenzial werden dagegen in den Stadtteilen St. Johannis und Gostenhof fündig. Multikulti gilt dort als schick, die Altbauwohnungen ziehen auch hippe Freiberufler an.

In der Urban-Audit-Umfrage der EU zur Lebensqualität liegt Nürnberg mit 97 von 100 möglichen Punkten in Deutschland auf Rang 2, knapp hinter Leipzig. Der Mix aus hoher Wirtschaftskraft, einem qualitativ guten Immobilienangebot, hohem Freizeitwert und mäßigen Immobilienpreisen macht Nürnberg zum Standort mit der höchsten Punktzahl im auf den Bulwien-Daten aufgebauten WirtschaftsWoche-Ranking. Hier bekommen Käufer am meisten Immobilie mit Potenzial für ihr Geld.

Prägende Industrie ist nicht immer krisenfest

Große Arbeitgeber. Im Umfeld der fränkischen Großstadt Nürnberg mit ihrem kompakten Stadtkern lassen sich Arbeitswege von 20 bis 30 Minuten vom grünen Umland zum Arbeitsplatz noch verschmerzen. Ganz anders sieht das in dem mit 1,8 Millionen Einwohnern bevölkerten Hamburg aus, das sich auf 755 Quadratkilometern ausdehnt. Anfahrtswege von einer Stunde innerhalb der Stadtgrenzen sind keine Seltenheit. Für Airbus-Mitarbeiter in Finkenwerder macht es wenig Sinn, sich auf dem Weg zum Arbeitsplatz durch den in Stoßzeiten verstopften Stadtkern zu quälen. Dann schon lieber auf dem flachen Land wohnen und in 20 Minuten im Büro oder am Fließband ankommen.

„Davon profitiert beispielsweise Buxtehude, das in den vergangenen Jahren deutlich an Einwohnern gewonnen hat“, sagt Gerhard Feldmann, Marktforscher beim Maklerverband IVD Hamburg. Das Airbus-Werk in Finkenwerder steht fast vor der Haustür. Allerdings, so räumt Feldmann ein, sei der Flugzeugbauer in der Rezession alles andere als krisenfest. Das müssten Selbstnutzer und Kapitalanleger im Hinterkopf haben, wenn sie dort investieren.

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