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Interaktive Karte Wie viel Wohnraum sich Durchschnittsverdiener leisten können

In München ist Wohnen deutlich teurer geworden – doch das ist nicht überall der Fall. Quelle: dpa

Wer ein knappes Drittel des Durchschnittsgehalt fürs Wohnen ausgibt, bekommt dafür je nach Stadt ganz unterschiedlich große Wohnungen. Das zeigt eine neue Studie. Doch es gibt eine Überraschung.

Wer in Städten wie Hamburg, Düsseldorf oder München lebt, dem wachsen die Kosten für die Wohnung über den Kopf. Mieten und Kaufpreise steigen in Ballungsräumen seit Jahren. So scheint es zumindest. Doch nicht nur der deutsche Immobilienmarkt boomt, auch der Arbeitsmarkt in Deutschland profitiert von der starken Konjunktur. Die Folge: Beschäftigtenzahlen steigen stetig und die Arbeitslosenquote ist seit Jahren rückläufig (2013 lag die Arbeitslosenquote bei 6,9 Prozent, 2017 bei 5,7 Prozent).

Eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) Köln hat Mieten und Löhne für alle 401 deutschen Kreise und kreisfreien Städte in ein Verhältnis gesetzt – und das Ergebnis überrascht: Wohnen sei in einigen Städten zwar durchaus teuer geworden, aber die Entwicklung ist längst nicht so eindeutig, wie viele glauben, bilanzieren die Studienautoren.

Über einen Zeitraum von fünf Jahren haben die IW-Experten untersucht, wie sich Löhne und Mieten zueinander verhalten. Sie stellten fest, dass 2017 im Vergleich zu 2013 höhere Wohnkosten vielfach auch auf gestiegene Löhne treffen. Dadurch sind Mieten in zwei Dritteln der Regionen relativ zum Einkommen nicht teurer, sondern sogar günstiger geworden. „Bei vielen Arbeitnehmern gleichen sich Miet- und Lohnentwicklung aus", sagt IW-Ökonom Michael Voigtländer. "Dadurch wurden die Mieten teilweise erschwinglicher.“ Selbst in einigen Ballungsräumen konnten sich Arbeitnehmer 2017 mehr Wohnfläche leisten als noch 2013, darunter Frankfurt am Main, Hamburg, Köln und Düsseldorf.

Die Studie fußt auf der Annahme, dass ein durchschnittlich verdienender deutscher Arbeitnehmer pro Monat etwa 26 Prozent seines Nettoeinkommens auf die Kaltmiete verwendet. Für einen Single mit Vollzeitjob sind das im deutschen Durchschnitt 523 Euro; bei einem durchschnittlichen Nettoeinkommen von 2013 Euro.
Ausgehend von dieser Prämisse haben der Studie zufolge Mieter in Salzgitter, Pirmasens und Zweibrücken das große Los gezogen. Hier sind die Kosten fürs Wohnen im Vergleich zum Lohn bundesweit am niedrigsten. Für 26 Prozent ihres Nettolohns bekommen Arbeitnehmer 100 Quadratmeter und mehr. Im Vergleich: In München und Umland reicht es gerade einmal für eine 41-Quadratmeter-Wohnung.

Doch so optimistisch die Studie in puncto Mieten stimmen mag, im Hinblick auf Wohnungskäufe gibt sie sich zurückhaltender. So offenbaren die Daten, dass es zwischen 2013 und 2017 immer teurer geworden ist, eine Wohnung zu erwerben. Finanzierbare Wohnflächen sind in 63 Prozent der Kreise zurückgegangen. Immerhin können sich die Käufer sogar größere Eigentums- als Mietwohnungen leisten, wenn sie das, was sie vor Ort an Miete zahlen müssten, 25 Jahre lang in Zins und Tilgung stecken.

Ohnehin sind es die niedrigen Zinsen, die einen Immobilienkauf trotz der steigenden Preise attraktiv machen. Doch es gibt einen Wermutstropfen: Den IW-Experten zufolge ist der günstigste Zeitpunkt für einen Kauf bereits überschritten.

Interaktive Karte: So viel Wohnraum gibt es für 26 Prozent des durchschnittlichen Nettolohns

Hinweis: Die Lage der Städte wird auf der Karte zum Teil falsch dargestellt. Zudem fehlen einige Städte. Das IW Köln ist über das Problem informiert. Sollten Sie in der Zwischenzeit tiefergehende Daten suchen, finden Sie die komplette Studie hier.

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