Korruption beim Wohnungsbaukonzern?: Vonovia will Anzeige erstatten – „das ist nicht akzeptabel“
Der Tag begann unschön bei Vonovia: Am Morgen durchsuchte die Staatsanwaltschaft Bochum Büros des Dax-Unternehmens. Bei der Vergabe von Aufträgen an Handwerks- und Baufirmen soll es zu Bestechung gekommen sein, es besteht Verdacht auf Korruption. Zuerst hatten WDR und Süddeutsche Zeitung berichtet.
Insgesamt mehr als 40 Privat- und Geschäftsräume in Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Hamburg und Sachsen sollen durchsucht worden sein, vier Haftbefehle seien vollstreckt worden, heißt es von der Staatsanwaltschaft. Die Vorwürfe gehen gegen einzelne Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf der operativen Ebene im technischen Bereich. Vonovia sieht sich als Geschädigter.
Nun reagiert Deutschlands größter Wohnungskonzern: „Wir sind erschüttert,“ äußerte sich Vonovias CEO Rolf Buch in einer Mitteilung. „Offenbar haben sich einzelne Mitarbeiter bei unseren Tochterunternehmen zum Schaden von Vonovia bestechen lassen – das ist nicht akzeptabel.“
Erste personelle Maßnahmen habe das Unternehmen bereits ergriffen, heißt es weiter. Gegen die Beschuldigten will Vonovia außerdem Anzeige erstatten.
Vonovia bekundet „größtes Interesse an einer lückenlosen Aufklärung“ und kooperiere deshalb „vollumfänglich mit den Ermittlungsbehörden“. Außerdem habe der Konzern eine unabhängige Untersuchung bei der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte in Auftrag gegeben.
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