Medienberichte Makler wollen vor Gericht ziehen

Nach der Einigung der Koalition auf neue Regeln im Mietrecht hat der Immobilienverband IVD Widerstand angekündigt. Die Regelungen sollen noch in der ersten Jahreshälfte 2015 in Kraft treten.

So lesen Sie Immobilienanzeigen richtig
Französischer BalkonEigentlich leuchten die Augen eines jeden Wohnungssuchenden, wenn das Wort Balkon in der Anzeige steht. Ist es allerdings ein französischer Balkon, dürfen sich Interessenten nicht zu viel erhoffen. Oft handelt es sich dabei lediglich um eine Art Austritt. Zwar hat der Mieter dann ein bodentiefes Fenster und kann eventuell den Fuß nach draußen setzen, ein Frühstück an der frischen Luft wird aber aufgrund des Platzmangels schwierig. Quelle: obs
Biotop im GartenEin schöner, individuell angelegter Garten - das klingt verlockend. Nicht selten ähnelt der tatsächliche Garten dann eher einem Tümpel als einer natürlichen Parkanlage. Quelle: dpa
Aufstrebendes ViertelWohnen im aufstrebenden Viertel ist zwar sehr schön, aber in der Regel auch sehr teuer. Die Mieten steigen, wie hier im Frankfurter Ostend, deutlich schneller als in anderen Gegenden. Seit die Europäische Zentralbank verkündete, dass sie vom Willy-Brandt-Platz ins Ostend zieht, ist das Wohnen dort deutlich attraktiver geworden. Ein weiteres Problem: Auch in aufstrebenden Vierteln wird meistens gebaut und saniert was das Zeug hält. Quelle: dpa
HandwerkerwohnungAn dieser Wohnung muss wirklich etwas getan werden - und zwar von Profis. Hier sollte also nur zugreifen, wer viel Zeit und Renovierungsgeschick mitbringt. Außerdem sollten aus Ausgleich für die Arbeiten mietfreie Monate rausgehandelt werden. Quelle: dpa
Umgebung mit hohem FreizeitwertWer hier wohnt, muss sich um seine Abendgestaltung keine Sorgen machen. Allerdings dürfte es auch nachts laut sein, Ruhestörungen sollten also fest eingeplant werden. Quelle: dpa
Mietfreier MonatSo viel Glück kann gar keiner haben. Zumindest nicht bei der aktuell angespannten Lage auf den Immobilienmärkten. Vermieter, die einen kostenfreien Monat anbieten, sind mit ziemlich hoher Wahrscheinlichkeit im Besitz einer Immobilie, die kein Mensch haben möchte. Quelle: dpa
DenkmalgeschütztHäuser, die unter Denkmalschutz stehen, sind normalerweise besonders alt und oft auch besonders schön. Allerdings ist dem Mieter bei solchen Immobilien meist jegliche bauliche Veränderung untersagt. Quelle: dpa
Für SchnellentschlosseneAuch dieser Zusatz ist mit Vorsicht zu genießen. Viele Makler wollen so beim Käufer Entscheidungsdruck erzeugen, um die möglicherweise qualitativ drittklassige Wohnung schnell loszuwerden. Folglich sollten Interessenten das Objekt ganz genau unter die Lupe nehmen. Quelle: dpa
Nahverkehr um die EckeGerade bei Stadtwohnungen wird oft damit geworben, dass der Nahverkehr nicht weit weg ist. Der Weg zur Arbeit ist so bequem zu schaffen. Oft bedeutet das allerdings in der Konsequenz, dass die ratternde Straßenbahn direkt unter dem Schlafzimmerfenster langfährt. Quelle: dpa
Architektenhaus mit individuellem SchnittArchitektenhäuser sind der heimliche Traum vieler Immobiliensuchenden. Entsprechend oft weisen Makler in ihren Wohnungsanzeigen auf den individuellen Schnitt einer Immobilie hin. Interessenten sollten sich nicht täuschen lassen, die Immobilie könnte verschachtelt sein. Auch winzige Zimmer oder der Zugang zum Badezimmer durch die Küche sind möglich. Quelle: AP

Der Verband will demnach gegen das geplante „Bestellerprinzip“ beim Einsatz von Maklern vorgehen und vors Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe ziehen, sobald die Regelungen in Kraft getreten sind. Bei den Maklergebühren gilt künftig das Prinzip: „Wer bestellt, der bezahlt.“ Makler werden künftig von demjenigen bezahlt, in dessen Auftrag er arbeitet. Bisher wurden die Gebühren in der Regel dem Mieter in Rechnung gestellt.

Wie der „Spiegel“ schreibt, bezweifelt der IVD die Verfassungsmäßigkeit des Gesetzentwurfs. Der Verband beruft sich dabei auf ein Gutachten des Mainzer Staatsrechtlers Friedhelm Hufen. Darin betrachtet der Jurist die Regelung als „schwerwiegenden Eingriff in die Berufsfreiheit“. Der Gesetzgeber wolle offenbar nicht nur die Honorare der Makler beschränken, sondern sie aus einem großen Marktsegment regelrecht verdrängen.

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Zusammen mit den neuen Regelungen für die Maklerleistungen will die schwarz-rote Bundesregierung den Schutz vor drastischen Mieterhöhungen verbessern. Dazu hatte sich Justiz- und Verbraucherminister Heiko Maas (SPD) jüngst mit den Spitzen von Union und SPD geeinigt. Bei Neuvermietungen in besonders begehrten Gegenden darf die Miete demnach künftig das ortsübliche Niveau nur noch um maximal zehn Prozent übersteigen. Ausgenommen sind Neubauten und umfassend modernisierte Wohnungen. Die Regelungen sollen noch in der ersten Jahreshälfte 2015 in Kraft treten.

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