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Mehr Gerechtigkeit Mieterbund fordert höhere Einkommensgrenzen für Sozialwohnungen

Der Mieterbund fordert eine Erhöhung der Einkommensgrenzen für Sozialwohnungen. Die Grenzen seien zu niedrig angesetzt, berichten mehrere Zeitungen.

Die teuersten Städte der Welt
Platz 12: Rio de JaneiroDer Wohnungsmarkt in Rio hat exorbitante Wachstumsraten in den letzten Jahren erfahren. Grund sind vor allem eine wachsende Mittelschicht, eine hohe Kreditvergabe und auch ausländische Investoren. Luxusimmobilien („Prime“-Sektor) kosten pro Quadratmeter 7000 Dollar, während normale Wohnimmobilien („Main-Stream“-Sektor) schon für 1.000 Dollar pro Quadratmeter zu haben sind. Zwar stiegen die Preise in den letzten sechs Monaten um 5,1 Prozent, gleichzeitig zog die Inflationsrate im selben Zeitraum aber um 6,5 Prozent an. Real sind die Häuserpreise damit im ersten Halbjahr 2014 gefallen. Kaufpreisentwicklung (1. Halbjahr): + 5,1 Prozent; seit 2008: + 218,5 ProzentMietpreisentwicklung (1. Halbjahr): + 3,8 Prozent; seit 2008: + 116,4 ProzentQuelle: Savills, The 12 Cities Report Quelle: AP
Platz 11: MumbaiNach den Wahlen im Mai kehrt im indischen Mumbai wieder Stabilität und Ruhe ein. Die Häuserpreise konnten deshalb leicht zulegen. Der Quadratmeterpreis für Luxuswohnimmobilien stieg auf knapp 7.000 Dollar. Für eine durchschnittliche Immobilie mussten Käufer immerhin noch fast 3000 Dollar pro Quadratmeter hinblättern. Kaufpreisentwicklung (1. Halbjahr): + 3,1 Prozent; seit 2008: + 116,4 ProzentMietpreisentwicklung (1. Halbjahr): + 2,0 Prozent; seit 2008: + 30,0 Prozent Quelle: REUTERS
Platz 10: SydneyIn der australischen Hafenstadt kosten „Main-Stream“-Wohnimmobilien gut 5.000 Dollar pro Quadratmeter. Bei Luxusimmobilien („Prime“-Sektor) kostet ein Quadratmeter 8.500 Dollar. Große Mietpreis - beziehungsweise Kaufpreissteigerungen hatten die Australier in den letzten Jahren nicht zu verkraften. Den Luxussektor schieben vor allem Spekulationen an. Kaufpreisentwicklung (1. Halbjahr): + 1,1 Prozent; seit 2008: + 36,9 ProzentMietpreisentwicklung (1. Halbjahr): + 1,0 Prozent; seit 2008: + 33,4 Prozent Quelle: REUTERS
Platz 9: DubaiIn keiner anderen Stadt steigen die Kaufpreise für Wohnraum so stark an, wie in Dubai. Im ersten Halbjahr legten die Häuserpreise um 22,8 Prozent zu. Allerdings befinden sich die Immobilienpreise noch immer 28,2 Prozent unter dem Rekordwert aus dem Jahr 2008. Dubai bleibt seinem Ruf als volatiler Markt damit treu. Die Quadratmeterpreise für Luxusimmobilien des „Prime“-Sektors stiegen damit zuletzt auf mehr als 10.000 Dollar. Die Preise für „normale“ Immobilien liegen dagegen bei etwa 3.000 Dollar pro Quadratmeter. Kaufpreisentwicklung (1. Halbjahr): + 22,8 Prozent; seit 2008: -28,2 ProzentMietpreisentwicklung (1. Halbjahr): + 12 Prozent; seit 2008: -10,9 Prozent Quelle: AP
Platz 8: MoskauIn Moskau gibt es weiterhin ein großes Gefälle zwischen den Preisen für Luxusimmobilien und durchschnittlichen Wohnungen und Apartments. So liegt der Quadratmeterpreis für teure Immobilien aktuell bei knapp 11.000 Dollar pro Quadratmeter. Dagegen kosten kleinere Wohneinheiten „nur“ 4.000 Dollar pro Quadratmeter. Die Nachfrage kommt vor allem aus dem Inland. Bei ausländischen Investoren hat Moskau zunehmend an Attraktivität verloren, was auch mit den politischen Spannungen zu tun hat. Das Vermögen der Russen wächst nur langsam, allerdings ziehen Ultrareiche den Schnitt nach oben. Kaufpreisentwicklung (H1): + 1,4 Prozent; seit 2008: + 9,4 ProzentMietpreisentwicklung (H1): + 1,5 Prozent; seit 2008: -3,9 Prozent Quelle: dpa-tmn
Platz 7: New YorkNew York hat die Finanzkrise besser überstanden der Großteil der USA. Die Preise von Wohnimmobilien im Spitzensegment haben wieder ihr Niveau von 2007 erreicht. Anders als beispielsweise in Hong Kong, wo der Spitzensektor sich stark vom „Main-Stream“-Sektor abhebt, ist der Unterschied in New York zwischen diesen Sektoren recht gering. Der Kaufpreis für einen Quadratmeter Wohnraum liegt im „Main-Stream“-Sektor bei mehr als 10.000 Dollar. Kaufpreisentwicklung (1. Halbjahr): + 3,7 Prozent; seit 2008: + 113,3 ProzentMietpreisentwicklung (1. Halbjahr): -2,4 Prozent; seit 2008: + 21 Prozent Quelle: AP
Platz 6: TokioTokios Immobilienmarkt kommt wieder in Schwung, nachdem viele Jahre Windstille geherrscht hatte. Das hängt auch mit den Maßnahmen der Bank of Japan zusammen, die den Markt mit Liquidität überhäuft. Im ersten Halbjahr 2014 stiegen die Preise stärker als in den gesamten vergangenen sieben Jahren zusammengenommen. Kaufpreisentwicklung (1. Halbjahr): + 3,1 Prozent; seit 2008: -11,4 ProzentMietpreisentwicklung (1. Halbjahr): + 1,4 Prozent; seit 2008: -13,4 Prozent Quelle: dpa

Mieten über zehn Euro pro Quadratmeter sind in München keine Seltenheit. Auf dem freien Immobilienmarkt haben einkommensschwache Familien keine Chance, günstigen Wohnraum zu finden. Wohnen wird dann schlichtweg unbezahlbar. Aus diesem Grund gibt es eigentlich Sozialwohnungen. Doch bei der Vergabe von günstigem Wohnraum soll es Probleme geben, sagte der Mieterbund in Bayern laut Berichten verschiedener Medien.

Es heißt, die Einkommensgrenzen seien seit langem nicht angepasst worden und viel zu niedrig. Die Folge: Selbst Menschen mit einem geringen Verdienst wird eine Sozialwohnung verwehrt.

Stattdessen soll es Fälle geben, die zu unrecht eine Sozialwohnung beziehen. Aus diesem Grund fordert der Mieterbund in Zukunft bessere Kontrollen, um Sozialwohnungen auch wirklich nur Bedürftigen zuteilen zu können. Es komme wohl häufiger vor, dass zum Einzug die Voraussetzungen für eine Sozialwohnung erfüllt werden, nach einer Zeit aber doch besser verdient wird.

Was Experten voraussagen
Wie schätzen Immobilienexperten die Entwicklung des Markts für Gewerbe- und Wohnimmobilien in Deutschland ein? Das Bundesinstitut für Bau-, Stadt-, und Raumforschung (BBSR) ermittelt halbjährlich Expertenmeinungen zu Lage und Entwicklung des Immobilienmarkts. Der WirtschaftsWoche liegen Ergebnisse der Studie exklusiv vor. Befragt wurden Experten in den Metropolregionen Hamburg, München, Berlin, Stuttgart, Düsseldorf-Köln-Bonn, Rhein-Main und dem Ruhrgebiet. Quelle: dpa
Die Experten rechnen sowohl für den Markt für Büroimmobilien als auch für Einzelhandelsflächen im kommenden Halbjahr mit einer sinkenden Zahl an neugebauten Flächen. Für den Einzelhandel geht jeder vierte von weniger Neubauflächen aus, im Bürosegment nur jeder fünfte. Quelle: dpa
Der Mietwohnungsneubau hingegen boomt, besonders nach Meinung der Experten, die in Hamburg und Berlin tätig sind. Quelle: AP
Recht pessimistisch sehen die Experten die Entwicklung auf dem Markt für Büroimmobilien. Die Unterschiede zwischen den einzelnen Regionen sind nur gering. Fast überall erwarten rund vierzig Prozent der Befragten einen Nachfrageeinbruch bei Büroflächen. Im Einzelhandel gehen ebenfalls mehr Befragte von einer rückläufigen Nachfrage nach Verkaufsflächen aus. Quelle: dpa
Von steigenden Leerständen vor allem im Büromarkt gehen die Experten besonders in den Regionen Düsseldorf-Köln-Bonn und in der Rhein-Main Region aus. Quelle: dpa
Experten aus dem Rhein-Main-Gebiet befürchten dabei öfter als die Befragten der anderen Metropol-Regionen eine sinkende Nachfrage im Büro- ebenso wie im Einzelhandelssegment. Von diesen Konjunktursorgen ist der Mietwohnungsmarkt weit entfernt, denn die Nachfrage nach Wohnraum scheint hoch zu bleiben. Vor allem... Quelle: dpa
... für Berlin gehen die Experten davon aus, dass die Zahl leerstehender Neubaumietwohnungen weiter zurückgehen wird. Die Befragten sind für den Mietwohnungsmarkt der Bundeshauptstadt besonders optimistisch. Doch auch im Bereich der Gewerbeimmobilien.... Quelle: dpa

Solche Menschen haben Glück und dürfen weiterhin stark vergünstig wohnen - zu unrecht, meint der Mieterbund. Das Problem sei aber, dass Mietverträge nicht kündbar seien und teilweise sogar vererbt werden können. Für sozial schwache Menschen, die auf eine Sozialwohnung angewiesen sind, bleibt dann nur noch extreme Wohnungsnot. Gegen diese Ungerechtigkeit möchte der Mieterbund vorgehen.

Als Konsequenz fordert der Mieterbund daher die Wiedereinführung einer sogenannten Fehlbelegungsabgabe. Die dadurch erwirtschafteten Mehreinnahmen könnten wiederum in den Wohnungsneubau reinvestiert werden, lautet der Vorschlag. Vor einigen Jahren hatte unter anderem Bayern die Ausgleichszahlung für besserverdienende Bewohner gekippt.

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