Neue Spielregeln Worauf Anleger bei offenen Fonds achten sollten

Am 22. Juli ändern sich die Spielregeln bei offenen Immobilienfonds. Wer ab Montag Anteile kauft, muss sie nicht nur zwei Jahre halten, er bekommt auch keinen Freibetrag mehr. Anleger scheint das aber nicht zu stören.

Das ändert sich bei den Immobilienfonds

Ab Montag wird es für Anleger von offenen Immobilienfonds ernst. Die Finanzkrise macht rund fünf Jahre nach ihrem Ausbruch den Fonds samt Investoren das Leben schwer: Weil es damals zu regelrechten Panikverkäufen kam, mussten zahlreiche Fonds eingefroren werden, einige wurden aufgelöst. Viele Anleger verloren ihr Vermögen.

Eingefrorene Fonds

Damit so etwas nicht noch einmal vorkommt, sollten die Fonds stärker reguliert werden. Ob die Maßnahmen tatsächlich etwas bringen, wird von der Branche bezweifelt. "Die institutionellen Anleger, die ihr Geld in den Fonds geparkt hatten und es in der Finanzkrise plötzlich abzogen, sind im wesentlichen raus", sagt Wolfgang Kubatzki, Mitglied der Geschäftsleitung der Feri EuroRating.

Fonds in Auflösung

Trotzdem kommt nun der dritte Regulierungsschritt. Für Fondsanteile, die vor dem 1. Januar 2013 gekauft wurden, galt noch die alte Regelung: Die Kündigungszeit betrug ein Jahr, es gab keine Haltefristen und Anleger konnten pro Kalenderhalbjahr Anteile im Wert von 30.000 Euro ausbezahlt bekommen. Wer zwischen dem 1. Januar und dem 21. Juli 2013 Anteile gekauft hat, hatte zwar immer noch den Freibetrag von 30.000 Euro pro Halbjahr, die Haltezeit betrug aber schon zwei Jahre. Ab Montag entfällt die Möglichkeit, sich insgesamt 60.000 Euro pro Jahr auszahlen zu lassen. So soll verhindert werden, dass eine zweite Verkaufswelle den Gesellschaften erneut den finanziellen Boden unter den Füßen wegzieht und viele leer ausgehen.

  • Wer also vor dem 1. Januar 2013 für 100.000 Euro Anteile gekauft hat und im Januar 2014 wieder kündigt, bekommt bis zum Juni 2014 einmal 30.000 Euro ausbezahlt, dann noch einmal in der Zeit vom 1. Juli bis zum 31. Dezember. Die restlichen 40.000 Euro gibt es dann im Januar 2015.

  • Wer dagegen nach dem 21. Juli Anteile im Wert von 100.000 Euro kauft und im Januar 2015 merkt, dass er sein Kapital dringend braucht, bekommt erst im Januar 2016 sein Geld. Dafür gibt es dann die vollen 100.000 Euro auf einmal.

Damit entfällt eigentlich das Hauptargument für den Kauf von Anteilen offener Fonds: die Möglichkeit, schnell an das Geld heranzukommen.

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