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Neue Wohnkonzepte Das Comeback des Hochhauses

Die zunehmende Verstädterung erfordert moderne Wohnkonzepte. Das oft geschmähte Hochhaus erlebt so in den Innenstädten eine Renaissance.

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Wohnhochhäuser in bester Citylage. Quelle: Blauraum Architekten

Immer mehr Menschen zieht es in die Großstädte, Wohnraum ist dort knapp, es werden nicht genug neue Wohnungen gebaut. Allein in Berlin fehlten 2014 11.000 Wohnungen, in München 6700, in Hamburg 3500. Die Folge: steigende Mieten und Immobilienpreise. Seit 2010 haben sich bestehende Eigentumswohnungen in diesen Metropolen um 40 Prozent und mehr verteuert.

In den Zentren herrscht zudem Mangel an bebaubaren Flächen. Die Stadtentwickler versuchen deshalb, die Wohnungsdichte zu erhöhen – und setzen dabei zunehmend auf Hochhäuser in Innenstadtbereich. Dabei hilft, dass sich das Image aus den Sechziger- und Siebzigerjahren wandelt, in denen Hochhäuser meist als hässliche Wohnsilos daherkamen.

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Das bestätigt eine repräsentative Umfrage der Beratungen Sition, OC&C und Innofact, die mehr als 2000 Bürger befragten. Ergebnis der Umfrage, die der WirtschaftsWoche exklusiv vorliegt: Das Hochhaus ist zwar die unbeliebteste Wohnform – weit hinter etwa dem freistehenden Einfamilienhaus. Aber immerhin 16 Prozent der Befragten können sich vorstellen, in einem Hochhaus zu leben. Insbesondere 18- bis 29-Jährige sowie die Generation 50plus liebäugeln mit dieser Wohnform.

„Das Wohnhochhaus erlebt eine Renaissance“, ist sich der Frankfurter Planungsdezernent Olaf Cunitz sicher. Von seinem Dienstsitz aus hat er gleich mehrere Hochhausprojekte im Blick. „Wir wollen nicht mehr Arbeit und Wohnen trennen, sondern eine lebendige Mischung im Stadtgefüge.“

Nachhaltigkeit wichtig

Dem Grünen-Politiker ist, wie schon seinem Unionsvorgänger, Nachhaltigkeit wichtig. „Wohnhochhäuser sind hinsichtlich ihres Flächenverbrauchs ökologisch. Keine andere Bauform bildet auf so wenig versiegelter Fläche so viel ab“, sagt Cunitz.

Architekten einer neuen Generation von Wohnhochhäusern wollen die Fehler der Planer der Neue-Heimat-Siedlungen der Siebzigerjahre vermeiden, deren gesichtslose Wohnblocks sich oft zu sozialen Brennpunkten entwickelten. Sie bieten zentrale Lage, Empfang, Sicherheitsdienst, Haushaltsservice, Gemeinschaftsküche, Terrassen und Gärten in luftigen Höhen, viel Licht und niedrigen Energieverbrauch – Architektur für den urbanen Lebensstil.

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Jürgen Engel, Inhaber des Architekturbüros KSP in Frankfurt, sieht auch in der Umwidmung leer stehender Bürotürme eine besondere Chance für die Städte. „Die gemischte Nutzung in den urbanen Quartieren lockt viel gut situierte Klientel an“, sagt Engel.

Die Mehrheit der bereits begonnenen Hochhausprojekte ist daher auf eine zahlungskräftige Kundschaft zugeschnitten. Dazu zählen etwa die beiden Friends-Tower im Münchner Stadtteil Nymphenburg mit 15 Stockwerken und 260 Wohneinheiten: Eine 56-Quadratmeter-Wohnung im neunten Stock kostet dort knapp 500.000 Euro – Luxusausstattung, Housekeeper sowie Nutzung von Fitnessstudio und Dachgarten inklusive.

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