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Neuer Immobilienatlas In welchen Städten Verkäufer am meisten Gewinn machen

Immobilienpreise: Wo Verkäufer am meisten Gewinn machen Quelle: PR

Allen Entwarnungen zum Trotz werden Immobilien in Deutschland weiter immer teurer. 365 von 401 Kreisen verbuchten voriges Jahr einen Preisanstieg, wie der neue Immobilienatlas der Postbank zeigt – ein Rekord.

Mit großer Regelmäßigkeit sagen Immobilienexperten ein Ende des Immobilienbooms voraus – und mit ebenso großer Regelmäßigkeit steigen die Preise weiter. Wie der neue Immobilienatlas der Postbank zeigt, waren 2018 sogar 365 von 401 Kreisen von den Preissteigerungen betroffen. Im Jahr davor waren es lediglich 242.

Im Schnitt steigen die Preise um 7,2 Prozent und das bereits inflationsbereinigt. Damit hat das Preiswachstum im Vergleich zum Vorjahr noch einmal angezogen. Eva Grunwald, Leiterin Immobiliengeschäft Postbank, folgert denn auch: „Die Immobilienpreise kennen derzeit nur eine Richtung, nämlich aufwärts.“

Grunwalds Prognose: Dieser Trend dürfte sich fortsetzen, so lange die Niedrigzinsen anhalten und Baukredite günstig bleiben. Verkäufer könnten sich demnach noch mindestens ein Jahr lang über hohe Preise freuen – und Käufer sich darüber ärgern. Schließlich hat die Europäische Zentralbank gerade erst angekündigt, angesichts der lahmenden Konjunktur frühestens 2020 die Zinsen anheben zu wollen.

In der Liste der teuersten Städte gab es dabei wenig Überraschungen. Unangefochtener Spitzenreiter bleibt München, wo erstmal die 7000-Euro-Schwelle pro Quadratmeter durchbrochen wurde. Es folgen Frankfurt am Main, Hamburg, Stuttgart und Berlin.

In diesen Städten sind Bestandsbauten am teuersten

Rang

Stadt

Quadratmeterpreis 2018*

Kaufpreisanstieg in Prozent (inflationsbereinigt)

1

München

7.508,93

8,7%

2

Frankfurt am Main

5.057,52

10,47%

3

Hamburg

4.586,63

7,0%

4

Stuttgart

4.225,05

8,04%

5

Berlin

4.165,77

11,41%

6

Düsseldorf

3.772,05

7,53%

7

Köln

3.595,60

6,87%

Quelle: Postbank/Empirica, Statistisches Bundesamt, Berechnungen HWWI

Auch abseits der Großstädte, auf Ebene der Landkreise, gab es zum Teil deutliche Preissteigerungen. In fünf Kreisen beträgt der Quadratmeterpreis bereits mehr als 5000 Euro. Dabei zeigt sich ein deutliches Nord-Süd-Gefälle: Bis auf den Kreis Nordfriesland, der die Promi-Insel Sylt beherbergt, liegen alle besonders teuren Landkreise in Süddeutschland.

In diesen Landkreisen sind Bestandsbauten am teuersten

Rang

Stadt/Kreis

Bundesland

Quadratmeterpreis 2018

Kaufpreisanstieg in Prozent (inflationsbereinigt)

1

Miesbach

Bayern

5.615,35  

14,21%

2

Starnberg

Bayern

5.613,42  

5,94%

3

Nordfriesland

Schleswig-Holstein

5.588,23  

-2,94%

4

München (Landkreis)

Bayern

5.585,61  

4,70%

5

Fürstenfeldbruck

Bayern

5.048,36  

10,80%

6

Ebersberg

Bayern

4.983,40  

8,14%

7

Dachau

Bayern

4.982,09  

7,29%

8

Freising

Bayern

4.403,69  

6,91%

9

Erding

Bayern

4.383,69  

7,80%

10

Freiburg im Breisgau

Baden-Württemberg

4.201,91  

3,81%

Quelle: Postbank/Empirica, Statistisches Bundesamt, Berechnungen HWWI

Interessant ist zudem der Blick weg von den absoluten Preisen und hin zu den Preissteigerungen. Die betrugen je nach Landkreis bis zu 50 Prozent – und das oftmals in Regionen, die beim Thema Immobilienpreise sonst nicht an vorderster Front genannt werden. So stiegen die Preise in Suhl um 48 Prozent, in Kronach um 42 Prozent und im Kyffhäuserkreis um 41 Prozent.

In diesen Regionen sind die Immobilienpreise am stärksten angestiegen

Rang

Stadt/ Kreis

Bundesland

Quadratmeterpreis 2018

Kaufpreisanstieg in Prozent

(inflationsbereinigt)

1

Suhl, Stadt

Thüringen

1.654,98  

48,24%

2

Kronach

Bayern

1.729,03  

41,65%

3

Kyffhäuserkreis

Thüringen

893,35  

41,37%

4

Schmalkalden-Meiningen

Thüringen

1.347,26  

38,66%

5

Straubing-Bogen

Bayern

1.394,79  

31,82%

6

Wittmund

Niedersachsen

3.240,01  

24,04%

7

Bad Kissingen

Bayern

1.751,80  

24,00%

8

Lindau (Bodensee)

Bayern

3.049,30  

23,86%

9

Dessau-Roßlau, Stadt

Sachsen-Anhalt

950,93  

22,58%

10

Northeim

Niedersachsen

1.163,37  

22,43%

Quelle: Postbank/Empirica, Statistisches Bundesamt, Berechnungen HWWI

Deutlich zurück gingen die Preise hingegen nur in sehr wenigen Landkreisen. Am stärksten verloren Immobilien in Mansfeld Südharz und in Elbe-Elster mit minus 37 beziehungsweise minus 35 Prozent an Wert.

Hier sollten Verkaufswillige besonders vorsichtig sein, mahnt Expertin Grunwald: „In Regionen mit fallenden Preisen sollten potenzielle Verkäufer unter Umständen eine zügige Abwicklung ins Auge fassen.“

Eine ausführliche Übersicht, wo sich der Immobilienkauf lohnt und wo sie stattdessen lieber zur Miete wohnen sollten, finden Sie im großen Immobilienatlas der WirtschaftsWoche.

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