Ohne Makler Wie Sie einen passenden Mieter finden

Bald sollen nicht mehr die Mieter die Maklergebühren bezahlen, sondern diejenigen, die ihn bestellen. Viele Vermieter dürften künftig also allein auf Mietersuche gehen. Was sie dabei beachten müssen.

Die Maklercourtage kann ganz schön ins Geld gehen. Künftig zahlt, wer bestellt. Quelle: dpa

Ende der vergangenen Woche hat Bundesjustizminister Heiko Maas seinen Entwurf zur Reform des Mietrechts vorgelegt. Nicht nur die Mietpreisbremse ist fester Bestandteil, sondern auch für die Maklerbranche stehen große Veränderungen an. Denn der Makler soll künftig nicht mehr pauschal vom Mieter bezahlt werden. Stattdessen soll gelten "wer bestellt, der bezahlt" - möchte der Vermieter seine Wohnung mit Hilfe eines Maklers neu vermieten, dann muss er auch die Kosten dafür selber tragen. Für Vermieter kann die Reform ganz schön ins Geld gehen, maximal 2,38 Nettokaltmieten dürfen Makler für die Vermittlungsleistung an Courtage verlangen.

Klar, dass nicht jeder Vermieter so viel zahlen will. Viele Wohnungsbesitzer fragen sich daher jetzt, wie sie auch ohne teuren Makler an geeignete Nachmieter kommen. Denn Immobilienexperten erwarten, dass die meisten lieber zunächst selber auf die Suche gehen werden. Am einfachsten geht das über eine Wohnungsanzeige in einem großen Internetportale wie Immobilienscout24.de oder Immonet.de. Wer hier eine Anzeige schaltet, kann innerhalb kurzer Zeit mit Anfragen rechnen - zumindest, wenn die Wohnung sich in einer guten Lage befindet. Wer einen Nachmieter für seine Wohnung auf dem Land findet, dürfte es ohne Makler deutlich schwerer haben.

In gefragten Lagen wie München oder Frankfurt ist die Suche dagegen kein Problem. Selbst die Kosten für die Anzeige in dem Immobilienportal - je nach Angebotsdauer rund 30 Euro - können oft auf den Mieter abgewälzt werden. Je beliebter die Wohngegend, desto mehr Mietanfragen wird der Immobilienbesitzer bekommen. Doch wie kann er die Interessenten am besten filtern?

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Primäres Interesse der meisten Vermieter ist ein neuer Mieter, der regelmäßig seine Miete zahlt und auch sonst möglichst wenig Ärger macht. Experten raten daher zunächst, vom Interessenten eine aktuelle Schufa-Auskunft einzufordern. Damit lässt sich die Bonität des potenziellen Mieters einschätzen. Wem das nicht reicht, der kann auf eine Bestätigung über Mietschuldenfreiheit pochen. Dabei muss der bisherige Vermieter des Interessenten per Unterschrift bestätigen, dass der Interessent seine Miete immer regelmäßig und fristgerecht bezahlt hat. Vermieter, die sich ganz unsicher sind, können auch versuchen, mit dem bisherigen Vermieter in Kontakt zu treten.

Große Angst haben viele Immobilienbesitzer vor Mietnomaden, die schon beim Einzug wissen, dass sie nie Miete zahlen werden. Zwar hat die schwarz-gelbe Bundesregierung zuletzt die Rechte von Vermietern gestärkt - sie können jetzt eine beschleunigte Räumung der Wohnung per einstweiliger Verfügung beantragen. Dennoch sind Mietnomaden weiterhin der Alptraum jedes Vermieters. Es gibt zwar mittlerweile im Internet einige Datenbanken, in denen die Namen unseriöser Mieter gesammelt werden. Allerdings müssen Immobilienbesitzer eine Gebühr bezahlen, um diese durchsuchen zu dürfen. Um mehr Sicherheit zu haben, müssten Vermieter also jede einzelne Plattform durchsuchen und dafür jeweils bezahlen.

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