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Regulierungswut am Wohnungsmarkt Mietpreisbremse provoziert Chaos, Krach und knappen Wohnraum

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Investoren werden mehr Luxuswohnungen bauen

Die Grunderwerbsteuer erhöht die Nebenkosten für Bauherren und Immobilienkäufer. Wenn Investoren für ein Grundstück mehr an den Fiskus zahlen müssen, werden sie eher Luxuswohnungen als Quartiere für Durchschnittsverdiener bauen, weil sie die Steuer dann auf höhere Mieten oder Verkaufspreise umlegen können. Hinzu kommt, dass Gutverdiener oft weniger auf den Preis schauen. Die Folge der höheren Steuersätze: Es wird am Bedarf vorbei gebaut.

Zudem, sagt der Kölner Haus- und Grundbesitzerverein, blockiere die Steuererhöhung Familien, die sich eine eigene Immobilie finanzieren wollten. Entschieden sich weniger Privathaushalte fürs eigene Haus, würden auch weniger Wohnungen für Mieter frei.

Daran, dass der Staat an der Steuerschraube dreht, können Eigentümer und Immobilienkäufer nichts ändern. Allerdings sollten sie alle legalen Möglichkeiten nutzen, die eigene Steuerlast zu drücken. Das gilt auch für die Grunderwerbsteuer.

Steuervorteile für Mieter und Vermieter

In der Kneipe bezahlt in der Regel derjenige, der bestellt hat. Auf dem Wohnungsmarkt ist dies bisher anders: Der Eigentümer beauftragt den Makler, der Mieter zahlt. Das soll sich mit der Mietpreisbremse ändern. Künftig zahlt nur der, der den Auftrag an den Makler gibt.

Mieter brauchen keinen Makler

Dass Mieter unter dem Strich massiv entlastet werden, ist fraglich. Auch hier drohen Ausweichreaktionen. Vermieter könnten sich die Courtage unter der Hand erstatten lassen, indem sie etwa die Einbauküche gegen Abstandszahlung an Mieter weiterreichen. Wer nicht zahlen will, bekommt die Wohnung nicht.

Bei der Wohnungssuche sind Mieter ohnehin nicht immer auf Makler angewiesen. Große Wohnungsgesellschaften bieten ihre eigenen Immobilien ohne Umweg über den Makler an. Private Vermieter bieten Wohnungen oft auch provisionsfrei an. Das Internet bringt hier zunehmend Transparenz in den Markt. Internet-Plattformen wie Immoscout24 oder Immowelt bieten in ihren Suchmasken das Auswahlkriterium „provisionsfrei“ an.

In Arbeit
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Nur 200 Meter entfernt von der Düsseldorfer Wohnung mit dem entkernten Bad und den Spanplatten im Flur wirbt ein Makler in seinem Schaufenster für eine bereits sanierte Mietwohnung, ebenfalls im Stadtteil Pempelfort: 75 Quadratmeter für 950 Euro im Monat, sogar warm. „Die Provision wird vom Mieter getragen“, steht im Kleingedruckten der Schaufensteranzeige.

So viel scheint sicher: Die Miete der Wohnung wird irgendwann noch steigen. Der ungeliebte Makler-Satz zur Provision aber hat bald nur noch historischen Wert.

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