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SNB Schweizer Notenbank setzt auf eigenen Leitzins

Die Schweizerische Nationalbank setzt weiter auf eine Politik des billigen Geldes. Mit ihrem eigenen Leitzins setzt sie aber einen neuen Maßstab.

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In keinem westlichen Land sind die Zinsen so niedrig und die Privatverschuldung so hoch wie in der Schweiz. Quelle: Reuters

Zürich Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hält an ihrer lockeren Geldpolitik festD , stellt allerdings ihren Referenzzins um. Künftig würden die geldpolitischen Entscheide durch die Festlegung der Höhe des SNB-Leitzinses getroffen und kommuniziert, teilten die Währungshüter am Donnerstag mit.

„Er ersetzt das bisherige Zielband für den Dreimonats-Libor und beträgt aktuell minus 0,75 Prozent.“ Dieser Wert entspricht der Mitte des bisher gültigen Zielbandes für den Dreimonats-Libor. Die SNB sieht angesichts der internationalen Handelsstreitigkeiten auch nach fast viereinhalb Jahren keinen Grund von ihrer lockeren Geldpolitik abzurücken.

Die Einführung des neuen SNB-Leitzinses begründete die Notenbank damit, dass die Zukunft des Libors nicht gesichert sei. „Die britische Finanzmarktaufsicht wird das Bestehen des Libors nur bis Ende 2021 durchsetzen.“ Die Notenbank strebe an, die kurzfristigen besicherten Geldmarktzinssätze in Franken nahe am SNB-Leitzins zu halten. Der heute aussagekräftigste kurzfristige Geldmarktzinssatz sei der SARON, der sich auch als Referenzzinssatz für Finanzprodukte etabliere.

Darüber hinaus ist die SNB bei Bedarf weiterhin zu Interventionen am Devisenmarkt bereit, um eine wirtschaftsschädliche Aufwertung des Frankens zu verhindern. Dieser ist aus Sicht der Währungshüter weiterhin hoch bewertet. Bei Investoren ist der Franken als sicherer Hafen in unruhigen und volatilen Zeiten stark gefragt. „Angesichts der vielen Risikoherde ist die Gefahr eines erneuten Aufwertungsdrucks auf den Franken hoch“, sagte SNB-Direktoriumsmitglied Andrea Maechler.

Vor wenigen Tagen war die Schweizer Währung zum Euro wegen der mit dem andauernden Handelsstreit zwischen den USA und China verbundenen Unsicherheiten auf den höchsten Stand seit knapp zwei Jahren gestiegen.

Auch die Entwicklung am Schweizer Wohnimmobilienmarkt könnte nach Einschätzung der Notenbank die nationale Finanzstabilität gefährden. Während die Ungleichgewichte bei den von Eigentümern selbst bewohnten Liegenschaften begrenzt werden konnten, hätten die Risiken bei Wohnungen, die als Anlagen gehalten würden, zugenommen, hieß es in dem am Donnerstag veröffentlichten Bericht zur Finanzstabilität der Schweizerischen Nationalbank (SNB).

Zwar seien die Preise innerhalb eines Jahres etwas gesunken, doch hätten sich Leerstände und die finanzielle Tragbarkeit der Immobilien verschlechtert. Die SNB forderte weitere Maßnahmen, um die von den sogenannten Wohn-Renditeliegenschaften und den damit verbundenen Hypotheken ausgehenden Risiken zu minimieren.

In kaum einem anderen westlichen Land sind die Zinsen so niedrig und die Verschuldung der Privathaushalte so hoch wie in der Schweiz.

Mehr: Der UBS-Chef Sergio Ermotti spricht über eine Konsolidierung seiner Branche und verrät, warum er es in Frankreich auf einen milliardenschweren Rechtsstreit ankommen lässt.

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