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Stromanbieter-Ranking Die fairsten Stromtarife für Singles, Paare und Familien

Strompreise: Das sind die fairsten Stromtarife Quelle: imago, Montage

Wer bei der Wahl des Stromanbieters nur auf den Preis schaut, zahlt womöglich drauf. Unser Stromanbieter-Ranking zeigt, welche Tarife in den 100 größten Städten mit Konditionen, Preisen und Service wirklich überzeugen.

Ludwigsburg, nördlich von Stuttgart gelegen, rühmt sich seines barocken Residenzschlosses und seines alljährlichen Weihnachtsmarktes. Dabei hat die Stadt echte Qualitäten: als Hauptstadt des günstigen Stroms. Mit dem lokalen Grundversorger, EnBW, hat das wenig zu tun. Dessen Grundtarif zählt im Vergleich zu anderen Städten sogar zu den teureren. Wechseln Ludwigsburger aber zum günstigsten Anbieter und achten auf faire Vertragskonditionen, sparen sie kräftig: Ein Zwei-Personen-Haushalt mit 3500 Kilowattstunden Stromverbrauch im Jahr müsste dann nur 627 Euro im Jahr zahlen, gut 500 Euro weniger als im Grundtarif. Die Stromrechnung hätte sich fast halbiert. Selbst gegenüber dem günstigsten EnBW-Tarif wären noch 30 Prozent Ersparnis drin.

Große Vorteile sind beim Anbieterwechsel quasi überall garantiert. In den 100 größten Städten sparen Zwei-Personen-Haushalte durchschnittlich 386 Euro im Jahr gegenüber dem lokalen Grundtarif.

Zwar sind die üblichen Kostentreiber – etwa die Netzgebühren – zuletzt gesunken. „Aber diese Entlastungen kamen nicht automatisch beim Verbraucher an“, sagt Mathias Köster-Niechziol, Energieexperte beim Vergleichsportal Verivox. Während viele Stadtwerke ihre Preise unverändert ließen, haben Wettbewerber sie gesenkt. Der Anreiz zum Wechsel könnte bald noch größer werden. Denn nachdem wenigstens die Großhandelspreise von Strom jahrelang gesunken waren, steigen sie wieder. Heute müssen Versorger für Strom teilweise doppelt so viel bezahlen wie vor zwei Jahren. Setzt sich der Trend fort, dürften viele den Anstieg an ihre Kunden weitergeben.

Welche Anbieter nicht nur mit Tiefpreisen, sondern auch mit Konditionen und Service punkten, zeigt ein exklusives Ranking der WirtschaftsWoche (Siehe Tabelle auf der nächsten Seite). Dabei wurden für die 100 größten Städte die günstigsten Tarife ermittelt – je nach Verbrauch. Ins Ranking kamen aber nur kundenfreundliche Anbieter und Tarife. Bewertet wurden zum Beispiel Vertragslaufzeit und Kündigungsfrist, Preisgarantien und deren Umfang, Kontaktmöglichkeiten und Onlineservices. Tarife mit Vorauskasse oder festen Abnahmemengen wurden ausgeschlossen. Sie haben ohnehin an Bedeutung verloren. Mussten Kunden vor zehn Jahren noch in 13 Prozent aller Tarife im Voraus bezahlen, sehen das aktuell nur noch zwei Prozent vor. Dafür schränken viele Anbieter Kündigungsrechte ein. So können Kunden bei einem Drittel aller Tarife beim Umzug nicht mehr einfach kündigen. Früher war ein Sonderkündigungsrecht hier die Regel. Allerdings kommen die Kunden weiter aus dem Vertrag, wenn der alte Anbieter am neuen Wohnort gar nicht liefern kann. Geht das dort nur zu höheren Preisen, können sie ebenfalls flüchten: über das Sonderkündigungsrecht bei Preiserhöhungen.

Am günstigsten sind Tarife mit Neukundenbonus (siehe Tabelle auf der nächsten Seite). Im zweiten Jahr, ohne Bonus, steigen die Kosten dann aber deutlich. Eventuelle Preisgarantien gelten meist nur fürs erste Jahr. „Es hilft nichts: Wer ein Mal gewechselt ist, muss die Preisentwicklung im Blick behalten“, sagt der Unternehmensberater Klaus Kreutzer. Vor allem Discountanbieter müssten die Preise nach Ablauf von Garantien oft erhöhen. Die Lösung für das Problem aus Kundensicht ist gleichzeitig dessen Ursache aus Anbietersicht: Am meisten sparen Kunden, die jedes Jahr wechseln und Boni kassieren. Damit aber müssen die Anbieter die Preise der restlichen Kunden noch eher erhöhen, um kostendeckend zu arbeiten.

Atomkraft? Egal!

Unterschiede gibt es auch bei den Preisgarantien. Während E wie Einfach im MeinÖkoTarif beispielsweise den Brutto-Strompreis, inklusive Steuern, staatlicher Umlagen und Netzentgelte für zwölf Monate garantiert, umfasst die Garantie bei eprimo nur den Strompreis selbst samt Netzentgelt. Im Ökostrom-Tarif 123ökostrom Premium sind Kunden gleich 24 Monate vor Preiserhöhungen geschützt, inklusive Umlagen.
Als Ökostrom wurden nur Angebote berücksichtigt, die wenigstens mit einem der Siegel OK Power oder Grüner Strom ausgezeichnet sind. Solche Anbieter beziehen Strom nur aus erneuerbaren Energien und investieren in den Ausbau dieser Stromquellen. So soll vermieden werden, dass Strom allein durch den Kauf bestimmter Zertifikate „grüngefärbt“ wird. Bei Normalstromtarifen mit Namenszusatz „Öko“ oder „Klima“, aber ohne strenge Zertifizierung, ist ein ökologischer Mehrwert nicht garantiert.

Allerdings ist die Ökolust beim Strom ohnehin rückläufig. Nicht mal jeder dritte Kunde wählt noch einen solchen, teureren Tarif aus. Im Fokus steht eben der Preis. In einer Umfrage von Verivox zeigten sich 20 Prozent der Kunden sogar offen dafür, an der Atomkraft festzuhalten, wenn sie dafür weniger für Strom zahlen müssten.

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