Studie zu Gewaltverbrechen Steigende Kriminalität verringert Lebenszufriedenheit

Mord, Körperverletzung und Raub beeinträchtigen die Lebenszufriedenheit der Anwohner - selbst wenn die Menschen gar nicht persönlich betroffen sind.

Das sind Deutschlands Einbruchshochburgen
Großstädte sind begehrte Tatorte für Einbrüche: Über die Hälfte der in Deutschland angezeigten Einbrüche werden in den 122 größten Städten verübt. Die Einbruchshochburgen hat das Versicherungsportal Geld.de zusammengetragen. Dabei kommt es nicht auf die absolute Einbruchszahl an, sondern auf die Einbrüche im Verhältnis zur jeweiligen Einwohnerzahl. Da nicht für alle Großstädte aktuelle Zahlen vorliegen, bezieht sich die Untersuchung auf 2011. In diesem Jahr stieg die Einbruchszahl in Großstädten um 9,3 Prozent. Platz 10: NeumünsterEinbrüche je 100.000 Einwohner: 370 Quelle: Adacta, Wikimedia Commons
Platz 9: DortmundEinbrüche je 100.000 Einwohner: 403 Quelle: Dortmunder Westfront, Wikimedia Commons
Platz 8: OberhausenEinbrüche je 100.000 Einwohner: 404 Quelle: Raimond Spekking, CC-BY-SA-3.0 (via Wikimedia Commons)
Platz 7: KrefeldEinbrüche je 100.000 Einwohner: 411 Quelle: gemeinfrei
Platz 5: BonnEinbrüche je 100.000 Einwohner: 428 Quelle: dpa
Platz 5: KölnEinbrüche je 100.000 Einwohner: 500 Quelle: dpa
Platz 4: BremenEinbrüche je 100.000 Einwohner: 506 Quelle: dpa

Wenn die Kriminalität in ihrem Heimatort zunimmt, sinkt die Lebenszufriedenheit der Anwohner signifikant. So lautet das Ergebnis einer Studie, die Forscher des DIW Berlin und der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH Zürich) erstellt haben. Während Gewaltverbrechen einen großen Einfluss auf das persönliche Wohlbefinden haben, haben Eigentumsdelikte wie Einbruch, Autodiebstahl oder Sachbeschädigung kaum Einfluss auf die allgemeine Lebenszufriedenheit.

Was Deutsche nach einem Einbruch vermissen
Geht der Ehering durch einen Einbruch verloren, trauern ihm gerade einmal 12,4 Prozent hinterher. Quelle: dpa
Genauso viele Menschen würden ihre geliebte CD-Sammlung vermissen. Quelle: dpa
Der Verlust von Bargeld würde 42,7 Prozent sehr ärgern. Doch weit schwerer als der Verlust von Geld... Quelle: dpa
...wiegt der Verlust liebgewonnener Erinnerungsstücke. Stehlen Einbrecher alte Fotos, ärgern sich 51,1 Prozent der Befragten hierüber am meisten. Vor allem Senioren hängen eher an Gegenständen mit ideellem Wert... Quelle: Fotolia
...wobei jüngere Generationen sich eher Sorgen um den Verlust ihres Handys machen. Quelle: Fotolia
Auch geschlechtsspezifische Unterschiede gibt es. So leiden Frauen eher unter dem Verlust von Schmuck... Quelle: AP
...während Männer mehr ihrer Heimkino- oder Stereoanlage hinterher trauern. Quelle: dpa

Für die Untersuchung werteten die Forscher die Angaben von mehr als 24.000 Frauen und Männern aus, die zwischen 1994 und 2012 erhoben wurden. Darüber hinaus analysierten sie die polizeilichen Kriminalstatistiken, die im gleichen Zeitraum in 295 Landkreisen und 107 kreisfreien Städten in Deutschland erstellt wurden. Sie kamen zu dem Ergebnis, dass eine wachsende Kriminalitätsrate an einem Ort führt dazu, dass die dort lebenden Menschen unzufriedener mit ihrem Leben werden als andere. „Gewalttaten führen zu weit größeren Ängsten und einer stärkeren Verunsicherung als Eigentumsdelikte“, sagt Christian Krekel, einer der Leiter der Studie.

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Die Studie zeigt aber auch, dass die Kriminalitätssorgen der Befragten sich auf Entwicklungen in ganz Deutschland beziehen. „Offenbar schließen die Menschen aus den eigenen Beobachtungen in ihrer näheren Umgebung auf die Kriminalität überall im Lande“, erklärt Christian Krekel.

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