Tipps für Mieter und Vermieter Die neuen Makler kommen

Ab Juni bezahlt den Immobilienmakler, wer ihn beauftragt. Das sogenannte Bestellerprinzip dürfte den Beruf des Maklers sowie den Mietmarkt gründlich verändern. Was Mieter und Vermieter wissen sollten.

Eine Hauswand mit Fenstern Quelle: dpa

In Berlin geben Experten Entwarnung für den Wohnungsmarkt. Im vergangenen Jahr seien die Mieten stabil geblieben - obwohl Berlin immer noch zu den deutschen Großstädten mit der größten Anziehungskraft zählt. Einer Untersuchung des Immobilienportals Immowelt zufolge verharrten die Mieten in der Hauptstadt im Durchschnitt bei neun Euro je Quadratmeter. Zumindest für Wohnungssuchende eine kleine Verschnaufpause, denn zwischen 2010 und 2014 stiegen die Mietpreise in Berlin um satte 45 Prozent.

Wer in Berlin ein Wohnung sucht, sollte sich angesichts der hohen Mieten vielleicht noch einen weiteren Monat Zeit lassen, denn am dem 1. Juni greift neben der Mietpreisbremse auch das Bestellerprinzip für Makler. Künftig sollen Immobilienmakler ihre Vermittlungsgebühr, auch Courtage genannt, nicht mehr wie üblich vom Mieter, sondern überwiegend vom Vermieter kassieren. Wer den Makler beauftragt, soll ihn auch bezahlen.

Was Mieter und Vermieter über das Bestellerprinzip für Makler wissen müssen

Für Mieter könnte das eine Entlastung in dreistelliger Millionenhöhe bedeuten. Bislang sind im Durchschnitt 2,38 Kaltmieten für den Vermittler fällig. Seine Dienstleistung kommt jedoch primär dem Vermieter zugute, die der Makler mit seinen Dienstleistungen stark entlastet.

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Der Maklermarkt wird sich durch die Einführung des Bestellerprinzips deutlich wandeln. Um weiter im Geschäft zu bleiben, müssen sie künftig die Vermieter von ihren Dienstleistungen überzeugen. Einige Makler experimentieren bereits mit Full-Service-Paketen, Flatrate-Angeboten oder speziellen Dienstleistungen für Vermieter. Der Großstadtmakler, der nur warten musste, bis sich Wohnungssuchende bei ihm meldeten, dürfte es künftig sehr viel schwerer haben.

Es gibt beim Bestellerprinzip für Makler eine gewichtige Einschränkung: Das Bestellerprinzip gilt nicht beim Kauf oder Verkauf von Immobilien, sondern bleibt auf den Mietmarkt beschränkt. Aber im Berliner Senat sollen einige Politiker bereits darüber diskutieren, ob sie einen Gesetzentwurf über den Bundesrat einbringen, der das Bestellerprinzip auch auf den Immobilienkauf oder -verkauf ausdehnt.

Bei unseren europäischen Nachbarn ist es längst üblich, dass der Verkäufer die Maklerprovision übernimmt.

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