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Umfrage zum Wohnen im Alter Die stille Wohnraum-Reserve der Senioren

Hamburg: Würden Rentner mit überdurchschnittlich großem Wohneigentum in kleinere Wohneinheiten ziehen, könnten zusätzlich mehr als eine Million Quadratmeter Wohnfläche für den Wohnungsmarkt mobilisiert werden. Quelle: imago images

Die Hälfte der alleinstehenden Ruheständler mit Wohneigentum wohnt auf 100 Quadratmetern. Aber jeder zweite Deutsche wäre bereit, im Alter auf die große Wohnung zu verzichten - ein riesiges Potenzial für mehr Wohnraum.

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Seit Jahren herrscht in Deutschland Wohnungsmangel, insbesondere in Großstädten und Metropolen. Dementsprechend sind die Mieten und Immobilienpreise vielerorts gestiegen. Noch immer wird zu wenig neu gebaut, um den Anstieg der Wohnkosten aufzuhalten, der Staat greift zunehmend regulierend ein.

Jetzt macht eine Studie auf eine große Wohnraumreserve aufmerksam, die den angespannten Wohnungsmarkt entlasten könnte. Eine repräsentative Befragung von YouGov im Auftrag des Wohnungsentwicklers Pantera hat nun herausgefunden: Millionen Quadratmeter Wohnfläche könnten frei werden, wenn alleinstehende und umzugswillige Senioren ihre zu groß gewordenen Wohnungen und Häuser zugunsten kleinerer, altersgerechter Wohnungen tauschen würden. Derzeit wohnt laut amtlicher Statistik jeder zweite alleinstehende Immobilieneigentümer auf durchschnittlich 100 Quadratmetern Wohnfläche, während alleinstehende Mieter im Durchschnitt nur auf 63,3 Quadratmetern wohnen. Gleichzeitig, so ergab die Befragung von 2095 Bundesbürgern, ist jeder zweite Deutsche bereit, im Alter auf Wohnraum zu verzichten, wenn es ein entsprechend attraktives Angebot auf dem Wohnungsmarkt gäbe.

„Wenn ältere Menschen in Deutschland angemessene Angebote zum Umzug in kleinere Wohnungen bekommen, kann durch Aus-, An- oder Umbauten in freiwerdenden Häusern oder Wohnungen allein in Städten wie Hamburg oder Berlin rund eine Million Quadratmeter neuer Wohnraum entstehen“, sagt Michael Ries, Vorstand des Immobilienentwicklers Pantera. Bundesweit könnten auf diese Weise insgesamt mehr als zehn Millionen Quadratmeter neuer Wohnraum zur Verfügung stehen. Besonders gefragt wäre demnach ein Altersitz in ländlicher Umgebung (26 Prozent) oder in einer Kleinstadt (22 Prozent), 18 Prozent wollen in einer Großstadt alt werden. 79 Prozent der Befragten legen allerdings großen Wert auf angemessene Wohnkosten. Ebenfalls gefragt sind Spaziermöglichkeiten im Grünen, eine breite ärztliche Versorgung und fußläufige Einkaufsmöglichkeiten.

Knapp drei von vier Bundesbürgern kennen zudem ältere Menschen, die zwar früher mit mehreren Personen unter einem Dach gewohnt haben, heute aber allein eine unnötig große Wohnung oder ein Haus bewohnen. Besonders häufig sei dies bei Immobilieneigentümern in Westdeutschland der Fall.

Allerdings seien Möglichkeiten und Bereitschaft zum Wechsel in kleinere Wohneinheiten je nach Bundesland und Altersgruppe sehr unterschiedlich. Die relativ größte Bereitschaft zeige sich in Schleswig-Holstein, Bremen und Hamburg, das größte Potenzial gebe es in den Städten Heilbronn, Salzgitter, Bremen und Saarbrücken. Am wenigsten Bereitschaft zum Wohnungswechsel zeigen die Babyboomer der Geburtsjahrgänge 1955 bis 1969. Ries ist jedoch überzeugt, das durch passgenaue Angebote und Immobilienprojekte attraktive Wohnalternativen geschaffen werden könnten. 54 Prozent der Deutschen könnten sich etwa Apartments mit besonderen Services für das Wohnen im Alter vorstellen, beispielweise mit zubuchbaren Dienstleistungen wie Wohnungs- und Wäschereinigung, Einkaufshilfen oder Notfallüberwachung. Das Interesse an diesen sogenannten Serviced Apartments ist laut Studie gerade dort am größten, wo auch die Umzugsbereitschaft am höchsten ist, also in Hamburg, Schleswig-Holstein und Bremen.

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