Umzugsstudie Deutsche wollen geselliger und ländlicher wohnen

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Immer mehr Menschen ziehen in Deutschland um – nicht nur in die Ballungsgebiete. Dabei nimmt der Anteil von Singlewohnungen ab. Erlebt das ländliche Einfamilienhaus eine Renaissance?

Zeit für einen Tapetenwechsel, finden immer mehr Deutsche. Quelle: dpa

Im Auftrag der Deutschen Telekom hat das Marktforschungsinstitut „Umzug AG“ 1000 Bürger nach ihrer Wohnsituation befragt. Der alle zwei Jahre erscheinende Bericht zeigt „ungewöhnlich turbulente“ Veränderungen, wie die Autoren schreiben.

Der repräsentativen Umfrage zufolge fanden 2015 fast 14 Millionen Umzüge statt, ein Anstieg um 26 Prozent gegenüber 2013. Bemerkenswert ist der deutliche Rückgang der Ein-Personen-Haushalte: Für diese Wohnform entschieden sich 23 Prozentpunkte weniger als vor zwei Jahren.

Gefragter dagegen sind Haushalte mit zwei oder mehr Bewohnern: Die Wohnung zu zweit verzeichnet einen Zuwachs von acht Prozentpunkte, Haushalte mit drei oder mehr Bewohnern sogar einen von 16 Prozentpunkten gegenüber 2013.

Hier ist Bauland in Deutschland am teuersten
Platz 15: Sachsen-Anhalt Kaufinteressenten, die ihr Grundstück besonders günstig erwerben wollen, sollten in Sachsen-Anhalt suchen: Dort gibt es Land zum Bauen schon für durchschnittlich 38,44 Euro – das gibt es nirgendwo sonst in Deutschland. (Die Daten für Bremen sind von der Auswertung ausgeschlossen.) Quelle: dpa
Platz 14: Thüringen Den 14. Platz belegt das vergleichsweise kleine Bundesland mit der Landeshauptstadt Erfurt: Im Freistaat Thüringen liegt der Kaufpreis für einen Quadratmeter Bauland im Schnitt bei 44,53 Euro. Quelle: dpa
Platz 13: Mecklenburg-VorpommernDas Land hoch im Norden verdankt den Ostseeinseln Usedom und Rügen zu Recht seinen Ruf als beliebtes Urlaubsziel. In Mecklenburg-Vorpommern zahlen Kaufinteressenten für baureifes Land im Schnitt 49,53 Euro für einen Quadratmeter. Quelle: dpa
Platz 12: Sachsen Den zwölften Platz belegt wieder ein Freistaat – und erneut einer im Osten Deutschlands: In dem an Polen und die Tschechische Republik grenzenden Bundesland kostet ein Quadratmeter baureifes Land im Schnitt 57,86 Euro. Quelle: dpa
Platz 11: Brandenburg Es umschließt das Land Berlin und hat Potsdam als Landeshauptstadt: Brandenburg ist reich an Seen, Wassergebieten und Wäldern. Wer bauen will, zahlt für baureife Grundstücke durchschnittlich 67,59 Euro pro Quadratmeter. Quelle: dpa
Platz 10: Niedersachsen Nach Bayern ist Niedersachsen flächenmäßig das zweitgrößte Bundesland und besteht 82 Prozent aus Wald- und Landwirtschaftsflächen. Obwohl mit Hannover, Braunschweig Oldenburg oder Osnabrück eine ganze Reihe beliebter Großstädte zum Land gehören, zahlen Käufer mit durchschnittlich 78,29 Euro für den Quadratmeter einen vergleichsweise moderaten Preis für Bauland. Quelle: obs
Platz 9: SaarlandIm Südwesten von Deutschland liegt das kleinste Flächenland und belegt bei den Baulandpreisen den neunten Platz: das Saarland. Ein Quadratmeter baureifes Grundstück kostet in dem bevölkerungsgeringen Bundesland durchschnittlich 88,02 Euro. Quelle: dpa
Platz 8: Schleswig-Holstein Den achten Platz belegt ein Land zwischen den Meeren Nord- und Ostsee: Schleswig-Holstein. Im nördlichsten Bundesland befinden sich nur zwei Großstädte: Kiel und Lübeck. Dennoch zahlen Baulandkäufer hier im Schnitt 111,42 Euro für einen Quadratmeter. Quelle: dpa
Platz 7: Rheinland-Pfalz Den siebten Platz belegt ein waldreiches, aber auch von Großstädten besiedeltes Bundesland: Rheinland-Pfalz. Wer Bauland rund um Eifel, Taunus oder Städte wie Mainz und Koblenz erwirbt, zahlt für den Quadratmeter im Schnitt 122,44 Euro. Quelle: dpa
Platz 6: Nordrhein-Westfalen Den sechsten Platz belegt das bevölkerungsreiche Bundesland Nordrhein-Westfalen. 29 deutsche Großstädte liegen in diesem Land – der durchschnittliche Kaufpreis liegt bei 145,86 Euro pro Quadratmeter. Quelle: dpa
Platz 5: Baden-WürttembergBauherren müssen im Süden von Deutschland tief in die Tasche greifen. In Baden-Württemberg kostet ein Quadratmeter Bauland im Schnitt 190,35 Euro. Quelle: dpa
Platz 4: HessenDieses Bundesland gehört zu den waldreichsten Ländern in Deutschland, aber auch Großstädte wie Frankfurt am Main, Wiesbaden und Darmstadt liegen in Hessen. Durchschnittlich kostet ein Quadratmeter Bauland in dieser Region 213,16 Euro. Quelle: dpa
Platz 3: Bayern Obwohl München als Stadt selbst unangefochten Platz 1 der Kaufpreise für baureifes Land belegen würde, belegt das Bundesland Bayern als Flächenstaat insgesamt den dritten Platz. Im Schnitt bezahlt ein Käufer 235,17 Euro für den Quadratmeter. Der Grund dafür ist, dass die ersten beiden Plätze von Stadtstaaten belegt werden. Quelle: dpa
Platz 2: BerlinMit großem Abstand belegt das Bundesland mit der bevölkerungsreichsten Stadt Deutschlands den zweiten Platz: In Berlin zahlt ein Käufer 518,70 Euro für einen baureifen Quadratmeter. Quelle: dpa
Platz 1: HamburgIn Deutschland ist mit großem Vorsprung in Hamburg das Bauland am teuersten. In dem nördlichen Stadtstaat bezahlt ein Käufer 726 Euro für einen Quadratmeter – und damit mehr als dreimal so viel wie in Bayern. Der Grund: Durchschnittspreise ebnen die Unterschiede zwischen Stadt und Land in einem Flächenstaat wie Bayern ein. Im direkten Vergleich zwischen Hamburg und München läge die Bayernmetropole klar vorn: Dort kostet ein Quadratmeter baureifes Land sage und schreibe 1.963,38 Euro. Quelle: dpa

Wie es zu diesen Verschiebungen kommt, erfasst die Studie nicht. Das Bestellerprinzip bei den Maklerprovisionen könnte die Umzugsbereitschaft erhöht haben, auch der starke Bevölkerungszuwachs durch Einwanderung dürfte eine Rolle gespielt haben, schätzen die Autoren. Zudem steigt die Zahl der Studienanfänger weniger stark an als noch 2013. Da Studenten eine Bevölkerungsgruppe sind, die überdurchschnittlich in Singlehaushalten wohnt, wirkt sich das ebenfalls aus.

Voraussichtlich wird es auch in den nächsten Jahren keinen Rückgang der Umzüge geben: 10,2 Millionen Deutsche planten im vergangenen Jahr einen Umzug.

Um zwei Prozent stieg der Anteil der Umzüge in den ländlichen Raum an. Eine Rolle spielen dürfte hierbei der Wunsch nach mehr, besserem und eigenem Wohnraum, den die Hälfte der Befragten als Umzugsgrund angab.

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