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Vertrauenskrise Das Ende der Immobilienfonds

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Drittel der Fonds steht vor dem Aus

Fonds billig an der Börse einkaufen?

Auch nach vier Krisenjahren stecken in offenen Immobilienfonds noch immer 85 Milliarden Euro. In 19 Portfolios konnten auch Privatanleger mit Beträgen ab 50 Euro einsteigen. Noch immer zehren sie von ihrem einst guten Ruf, profitieren auch von Zuflüssen von Anlegern, die vor drohender Inflation Schutz im Betongold suchen. Ihre Pluspunkte haben offene Immobilienfonds längst verspielt:

  • Anleger sollten in Gewerbeimmobilien investieren und trotzdem täglich verkaufen können. Das ist inzwischen bei vielen Fonds nicht mehr möglich.
  • Die Fonds sollten, weil sie in verschiedene Immobilien investieren, das mit dem Kauf einer einzelnen Immobilie verbundene Risiko streuen. Inzwischen verbuchen viele dennoch zweistellige Verluste. Die Wertsteigerungen, die viele Fonds auf Basis der von Sachverständigen ermittelten Immobilienwerte ausgewiesen hatten, existierten nur auf dem Papier.

Jetzt steht ein Drittel der Fonds vor dem Aus. Und für Anleger- und Bankengelder in Höhe von insgesamt 25 Milliarden Euro gelten in der Auflösungsphase ganz neue Regeln. Die Fonds dürfen zum Beispiel Immobilien zu viel niedrigeren Preisen verkaufen als zu Zeiten, in denen sie die Anlegergelder nur eingefroren hatten. Und nicht alle flüssigen Mittel gehen an die Eigentümer. Jetzt halten erst einmal die Banken die Hände auf.

Zwar fordert die Wertpapieraufsicht BaFin von den in Auflösung befindlichen Fonds, dass sie durch Immobilienverkäufe oder Mieteinnahmen angehäufte Liquidität regelmäßig an die Anleger ausschütten. Doch beim TMW Immobilien Weltfonds und beim Axa Immoselect etwa warteten Anleger vergeblich – obwohl auch diese Fonds um die acht Prozent ihres Vermögens flüssig in der Kasse horten.

Was viele Anleger nicht wussten: Fondsmanager haben Immobilien auch auf Kredit gekauft – um die Erträge ihrer Fonds zu steigern oder Steuern zu sparen. Für bis zu 50 Prozent ihres Fondsvermögens durften sie Kredite aufnehmen. Diese Milliarden wollen die Banken nun zurück – bevor Geld an Anleger zurückgezahlt wird oder Immobilien noch stärker an Wert verlieren.

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