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Vertrauenskrise Das Ende der Immobilienfonds

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Konstruktionsfehler übersehen

Was Banken bei der Hausfinanzierung wichtig ist
Haushaltsplan Quelle: FM2 - Fotolia
Gefülltes Portemmonaie Quelle: Klaus Eppele - Fotolia
Mann am Schreibtisch Quelle: detailblick - Fotolia
Holzhaus Quelle: Svenni - Fotolia
VorhabenImmobilien als Kapitalanlage (Gewerbeimmobilien, Mietshäuser) werden nicht von allen Banken finanzier. Häuser in den ländlichen Gegenden der neuen Bundesländer können ebenfalls aufgrund der schlechten Zukunftsaussichten durch das Raster der Bank fallen. Quelle: dpa
Verfallene Häuser Quelle: dapd
Neubau Quelle: obs

Oliver Weinrich, Chef von DC Immo Consult, hat die Fonds, die aufgelöst werden, analysiert. Die größten Herausforderungen sind seiner Meinung nach beim Degi Europa beim Immobilienverkauf zu bewältigen. Sehr viel Hoffnung macht er auch Anleger Merkel nicht: „Für den Axa Immoselect sind Verkäufe schwierig, weil ein Drittel der Mietverträge in Kürze enden und leer stehende Immobilien für Käufer unattraktiv sind.“ Beim SEB Immoinvest endet ebenfalls ein Drittel der Mietverträge bis 2014, die Objektqualität bezeichnet Weinrich als unterdurchschnittlich.

Jens Graf, auf Kapitalanlagen spezialisierter Rechtsanwalt aus Düsseldorf, argwöhnt, dass Banken die Kunden trotz schwacher Aussichten möglichst lange in den Fonds halten wollten. „Banken bekommen von der Fondsgesellschaft die jährliche Bestandsprovision gezahlt und möchten auf die nicht verzichten", vermutet Graf. Einige seiner Mandanten seien von ihren Banken unzureichend informiert worden. Die Provisionen, die Fonds den Banken und ihren Beratern zahlen, hätten die Branche korrumpiert. „Deswegen hat niemand den Konstruktionsfehler der Fonds beseitigt, der zu den Problemen führte“, sagt Graf.

Der Konstruktionsfehler liegt in dem Versprechen, die Langfristanlage Immobilien jederzeit zu Geld machen zu können. Wenn viele Anleger gleichzeitig ihr Geld abziehen, lassen sich Immobilien aber nicht schnell verkaufen, die Fonds müssen Auszahlungen verweigern. Neue Regeln im Investmentgesetz sollen diesen Fehler beseitigten. Von 2013 an gelten sie für alle Immobilienfonds, auch für diejenigen, die derzeit im Normalbetrieb laufen und ihren Anlegern täglich Anteile abnehmen.

  • Künftig gilt für Fondsanteile generell eine Kündigungsfrist von zwölf Monaten. Neuanleger müssen Anteile zudem zwei Jahre lang halten.
  • Davon unberührt dürfen Anleger pro Halbjahr Anteile für maximal 30 000 Euro an die Fondsgesellschaft zurückgeben.
  • Bislang mussten die Fonds Anteile von Anlegern täglich zurücknehmen. Künftig können sie auf monatliche oder jährliche Rücknahmestichtage umstellen.
  • Kreditaufnahme: Die Kreditquote der Fonds darf ab dem 1. Januar 2015 statt bei 50 Prozent nur noch bei 30 Prozent des Fondsvermögens liegen.
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