Vonovia Wohnungsriese will Deutsche Wohnen schlucken

Übernahmeschlacht am Immobilienmarkt: Deutschlands größter Wohnungskonzern Vonovia will den zweitgrößten Anbieter Deutsche Wohnen für knapp neun Milliarden Euro kaufen.

Das neue Firmenschild

Deutschlands größter Wohnungskonzern Vonovia will die Nummer zwei der Branche, Deutsche Wohnen, schlucken und damit einen Branchenriesen mit mehr als einer halben Million Wohnungen schaffen. Der vor kurzem in den Leitindex Dax aufgestiegene Bochumer Konzern fährt damit der Deutschen Wohnen in die Parade, die gerade selbst ein Übernahmeangebot für den kleineren Rivalen LEG Immobilien angekündigt hat. Denn die 8,8 Milliarden Euro schwere Offerte für die Deutsche Wohnen soll nur dann zum Tragen kommen, wenn deren Aktionäre am 28. Oktober die Übernahme der LEG ablehnen, wie Vonovia am Mittwoch klar machte.

"Wir sind nach eingehender Analyse davon überzeugt, dass wir damit eine im Vergleich zur angekündigten Übernahmeofferte der Deutsche Wohnen für die LEG Immobilien attraktivere und strategisch sinnvolle Alternative anbieten können", erklärte Vonovia-Chef Rolf Buch und bestätigte Reuters-Informationen aus Finanz- und Branchenkreisen. Er habe darüber auch im Vorfeld mit Investoren beider Unternehmen gesprochen. Buch bezifferte den Wert der Übernahmeofferte "auf voll verwässerter Basis" auf 9,9 Milliarden Euro. Einschließlich Schulden müsste Vonovia für die Deutsche Wohnen sogar 14 Milliarden Euro hinlegen.

Deutsche Wohnen war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen. Vorstandschef Michael Zahn hatte im Reuters-Interview vor kurzem für die Übernahme der LEG geworben, aber Skepsis bei zahlreichen Investoren eingeräumt. Sie stoßen sich daran, dass die Deutsche Wohnen ihr angestammtes Terrain verlässt und mit der LEG nach Nordrhein-Westfalen übergreift. "Das Zusammengehen mit der LEG ist für uns eindeutig die beste Wahl, denn da kommen zwei Unternehmen zusammen, die zusammen passen", sagte Zahn.

In der Vergangenheit hatte es laut Finanzkreisen immer wieder Gespräche zwischen der ehemaligen Deutschen Annington - die seit September Vonovia heißt - und der Deutschen Wohnen gegeben. Zahn hatte die Avancen aber stets zurückgewiesen.

Welche deutschen Städte bei Investoren angesagt sind

Nun haben die Deutsche-Wohnen-Aktionäre die Wahl. Vonovia bietet ihnen Vonovia-Aktien und Bargeld: Für je elf Deutsche-Wohnen-Aktien sollen sie 83,14 Euro in bar und sieben Vonovia-Anteilsscheine erhalten, für die das Unternehmen erneut sein Kapital erhöhen muss.

Das entspricht rechnerisch einem Wert von knapp 26 Euro je Deutsche-Wohnen-Aktie. Die Offerte liegt damit gut sieben Prozent über dem Schlusskurs von 24,20 Euro vom Dienstag.

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Vonovia ist gerade dabei, seine jüngsten milliardenschweren Zukäufe zu integrieren. Buch gab sich zuversichtlich, dass er auch noch die Eingliederung der Deutschen Wohnen stemmen kann: "Da wir die Integration von Gagfah und Südewo bis zum Ende der Angebotsfrist vollständig abgeschlossen haben werden, sind wir in der Lage, die Integration der Deutsche Wohnen sofort anzugehen und in vollem Umfang zu gewährleisten."

Mit Deutsche Wohnen sprechen will er offenbar erst nach dem 28. Oktober: "Wir sind offen für ein konstruktives Gespräch mit der Deutsche Wohnen, sobald deren Aktionäre über das LEG Immobilien-Angebot entschieden haben, um die Transaktion im Interesse aller Beteiligten zu gestalten."

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