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Wohntrends 2030 Mieter werden immer anspruchsvoller

Mieter wollen Fußbodenheizung im Bad und einen Garten. Dazu einen Fahrstuhl und eine große Küche. Die Ansprüche sind hoch - und ändern sich ständig. Die Wohnungswirtschaft muss reagieren. Wir zeigen, was sich verändert.

Garten statt KochnischeDie Ansprüche der Mieter werden immer größer. Sie wollen einen eigenen Garten und eine große Küche. Das hat der Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmer in der Studie "Wohntrends 2030" veröffentlicht. Zwar sind drei Viertel der Deutschen mit ihrer Wohnung zufrieden, doch die Anforderungen an das perfekte Zuhause ändern sich alle acht bis zehn Jahre. Jede Bevölkerungsgruppe hat ein anderes Wohnkonzept im Kopf. Während die einen für mehr Luxus zahlen wollen, legen andere größeren Wert auf ein häusliches Wohnkonzept, mit Freunden, Familie, Sicherheit. Eine dritte Gruppe, die deutlich größer wird, ist an ihrem finanziellen Maximum. Grundsätzlich, so urteilen die Autoren der Studie, sei Wohnen in Deutschland mit einer Nettokaltmiete von durchschnittlich 6,26 Euro pro Quadratmeter aber nicht zu teuer. Quelle: dpa
Mit der App durch den AlltagViele Mieter oder Käufer wollen sich ihren Alltag erleichtern. Die Beleuchtung und die Heizung per App steuern - das wird bis 2030 möglich sein. Technikbasierte Dienstleistungen nehmen immer weiter zu. Dazu gehören auch programmierbare und vernetzte Heiz-, Lüftungs- oder Beleuchtungssteuerungen, die nicht mehr nur technische Spielerei sind. Die energieeffizienzsteigernden Systeme werden immer häufiger und intensiver genutzt werden. Da die Infrastruktur für Datenübertragung wachsen wird, ist es möglich verschiedene Informationen aus unterschiedlichen Quellen zu vernetzen. Endgeräte und Apps helfen dem Bewohner dann bei Abläufen des täglichen Lebens. Quelle: dpa
Die 25-Stunden Gesellschaft In den nächsten Jahren wird es immer wichtiger werden, dass sich der Wohnort nah am Arbeitsplatz befindet. Da die Arbeitszeiten immer flexibler werden, wollen Bewohner lange Anfahrten vermeiden. Denn die Zeit wird immer knapper. Nach der Arbeit werden Freizeitangebote genutzt, die Zeit zum Schlafen wird kürzer. Deshalb entscheiden sich Mieter und Käufer immer häufiger für einen Wohnraum, der dort ist, wo auch sonst der Lebensmittelpunkt liegt. Damit wachsen auch die Anforderungen an die Quartiere, die einen attraktiven Wohnraum, aber auch genügend Freizeitmöglichkeiten und Einkaufsoptionen bieten müssen. Quelle: dpa
Gesundheit wird wichtiger Die Ansprüche an das eigene Zuhause steigen. Auch das Gesundheits- und Wellnessbedürfnis der Bewohner wird größer. Sie wollen viel Platz, eine Fußbodenheizung im Badezimmer und Sportmöglichkeiten. Die Studie legt offen, dass Bewohner besonders aus Zeitgründen ein Sportzentrum im Haus oder in der Umgebung haben wollen. Durch neue Technologien und Gesundheits-Apps wird der Gesundheitsmarkt mobiler. Video Konferenzen mit Ärzten, Online-Sprechstunden und das mobiles ausstellen von Rezepten könnte zur Regel werden. Da muss auch der Wohnungsmarkt mithalten. Quelle: dpa
Auf gute Nachbarschaft Durch neue und flexible Familienstrukturen werden die Beziehungen in der Nachbarschaft immer wichtiger. Deshalb wird das Viertel, in dem eine Immobilie gekauft oder gemietet wird, immer entscheidender. Der Wohnort ist nicht nur zum Schlafen und Essen da, hier spielt sich das Leben ab. Bei Investitionsentscheidungen wird deshalb auch immer die Attraktivität des Quartiers mit einbezogen. Wohnungsunternehmen müssen stärker das ganze Viertel betrachten, um Nachbarschaftsstrukturen erkennen zu können und so für ein gutes Zusammenleben zu sorgen. Quelle: dpa
Risiko Alter Die Branche muss sich besonders auf den demographischen Wandel einstellen. Bis 2030 wird die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter um rund 6,3 Millionen Personen gegenüber 2010 schrumpfen. Da es weniger Arbeitskräfte geben wird, werden auch Großstädte wirtschaftlich weniger erfolgreich sein. Gleichzeitig wird die Altersarmut steigen. Damit wird bezahlbarer Wohnraum immer wichtiger. Wohnungsunternehmer müssen bis 2030 langfristige und marktorientierte Strategien zur Versorgung von einkommensschwachen Senioren entwickeln. Dabei kann es sich um den Verzicht auf mietsteigernde Modernisierungsmaßnahmen, genauso wie um den Neubau von preiswerteren kleinen Wohnungen handeln. Durch das Pflege-Neuordnungs-Gesetz (PNG) und die darin verankerte Förderung wird die Zahl der Pflege-Wohngemeinschaften als Alternative zur stationären Versorgung in den kommenden Jahren um bis zu 3.000 Wohngemeinschaften deutlich erhöht werden. Quelle: dpa
Flexibel wohnen Lego-Häuser können flexibel auf- und abgebaut werden. So sieht auch ein neues Wohnungskonzept aus: Wohnungen sollen nach dem Baukastensystem funktionieren: Durch tragende Außenwände kann der Innenbereich der Wohnung flexibel organisiert werden. Der Grundriss kann bei der Neuvermietung angepasst werden. So kann eine Wohnung mit 80 Quadratmetern zwischen zwei und vier Räume haben. Das Unternehmen als Wohnpartner kann dem Mieter alternativ zum Einzelmietvertrag auch einen Versorgungsvertrag für lebenslanges Wohnen anbieten. Dadurch hätte der Mieter ein Leben lang Anspruch, die Wohnungen zu mieten. Dafür zahlt der Mieter monatlich eine Basispauschale, die dann entsprechend der konkreten Wohnungsnutzung aufgestockt wird. Quelle: dpa/dpaweb
Haushalt der Zukunft Mittels einer telefonischen Befragung von Januar bis April 2013 wurde ermittelt, ob sich die Vorstellung von Wohnkonzepten gegenüber der Studie "Wohntrends 2020" von 2008 verändert hat. Im Ergebnis zeigt sich eine Zunahme der häuslichen und anspruchsvollen Haushalte - getrennt wohnen, auf Zeit oder dauerhaft, und trotzdem miteinander verbunden sein. Kommunikative und konventionelle Haushalte gehen eher zurück. Während die Familie allgemein als Haushaltsform an Bedeutung verliert, nimmt das Wohnkonzept mit dem wesentlichen Leitmotiv der Familien- und Gemeinschaftsorientierung zu. Quelle: AP
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