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Wohnungskonzern Vonovia erwägt neuen Anlauf zur Übernahme von Deutsche Wohnen

Vor vier Jahren scheiterte der Bochumer Konzern beim Versuch, seinen Berliner Wettbewerber zu schlucken. Ad acta gelegt sind die Pläne offenbar nicht.

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Der Wohnungskonzern prüft fortlaufend mögliche Zukäufe von Wettbewerbern. Quelle: dpa

Die Wohnungsgesellschaft Vonovia erwägt informierten Kreisen zufolge einen neuen Versuch, den Konkurrenten Deutsche Wohnen zu übernehmen. Gelingt ein Deal, könnte ein mit 37 Milliarden Euro bewerteter Immobilienriese entstehen.

Wie zu hören ist, arbeitet Vonovia nun mit Beratern an einer Machbarkeitsstudie für eine freundliche Übernahme, die sowohl den Segen des Deutsche-Wohnen-Managements als auch des Berliner Senats hätte. Zu überwindenden sind den Angaben zufolge auch potenzielle steuerliche Hürden.

Die Pläne lassen aufhorchen, gilt die deutsche Hauptstadt angesichts des für fünf Jahre beschlossenen Mietendeckels doch als schwieriger Markt. Eine Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts über die Frage, ob der Mietendeckel gegen das Grundgesetz verstößt, steht noch aus.

Mit einem Vonovia-Kaufgebot für Deutsche Wohnen sei erst zu rechnen, wenn sich die Lage in Bezug auf die Coronakrise entspannt hat, hieß es. Die Beschränkungen des öffentlichen Lebens in Deutschland sollen in diesem und dem nächsten Monat schrittweise gelockert werden.

Endgültige Entscheidungen über eine Übernahme sind noch nicht gefallen, und es kann auch sein, dass kein Gebot zustande kommt.

Vonovia erklärte am Donnerstagmorgen per Ad-hoc-Mitteilung, Akquisitionen seien „integraler Bestandteil“ der Firmenstrategie und würden „fortlaufend geprüft“. Eine Transaktion mit Deutsche Wohnen wäre „überhaupt nur realistisch, wenn fundamentale Fragen geklärt wären und sie von einem entsprechenden Willen der Berliner Politik getragen würde, die derzeit mit Hochdruck an der Bewältigung der Coronakrise arbeitet“.

Die Deutsche Wohnen war für einen umgehenden Kommentar nicht zu erreichen. Der Börsenwert des Konzerns liegt derzeit bei rund 12,7 Milliarden Euro. Vonovia wird mit rund 24,3 Milliarden Euro bewertet.

Im deutschen Immobiliensektor vollzieht sich eine Konsolidierung. Die auf Berlin fokussierte Ado Properties – Börsenwert 1,7 Milliarden Euro – hat in diesem Monat die Übernahme der Adler Real Estate AG abgeschlossen. Im November vereinbarte Aroundtown den Kauf von TLG Immobilien. Mit der Aktien-Transaktion im Volumen von 3,1 Milliarden Euro entsteht Deutschlands größter Vermieter von Gewerbeimmobilien.

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