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Wohnungsnot: Immobilienwirtschaft warnt vor Mietpreis-Deckelung

Exklusiv

Trotz stark gestiegener Mieten in deutschen Städten warnt die Wohnungsbranche vor gesetzlichem Aktionismus: „Mit Hilfe von gedeckelten Mietpreisen wird keine einzige Wohnung zusätzlich gebaut – im Gegenteil“, sagte Axel Gedaschko, Präsident des Bundesverbandes deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen, der WirtschaftsWoche.

Hier kostet Wohnen am meisten
Frankfurt am Main, Westend-SüdIm Frankfurter Westend kostet der Quadratmeter für eine Eigentumswohnung im Schnitt 4.642 Euro. Kein Wunder, hier sind viele Banker und Top-Manager zuhause. Quelle: Die Angaben beziehen sich auf Angebotspreise von Immobilienscout24. Das Referenzobjekt der Berechnungen ist eine 30 Jahre alte Wohnung mit 80 Quadratmetern und drei Zimmern. Quelle: dpa
Heidelberg, NeuenheimAuf Platz sieben landet der Heidelberger Stadtteil Neuenheim. Hier kostet der Quadratmeter 4.863 Euro. Neuenheim liegt gegenüber der Altstadt, geprägt wird der Stadtteil durch viele Villen und Grünflächen. Quelle: dpa
Amrum, NorddorfViele Deutsche fahren nach Norddorf auf Amrum in den Urlaub. Doch die, die auf unserem Platz sechs sesshaft werden wollen, müssen tief in die Tasche greifen: 5.305 Euro zahlt man hier pro Quadratmeter für eine Eigentumswohnung. Quelle: dpa
JuistDie Nordseeinsel Juist liegt zwischen Borkum und Norderney. Hier zahlen Wohnungskäufer 5.666 Euro pro Quadratmeter. Quelle: dpa
Hamburg, HafencityDie Hamburger Hafencity ist eines des größten Städtebauprojekte in Europa. Auf rund 155 Hektar entsteht ein neuer Stadtteil an der Elbe. Ein Wohnung können sich dort nur wenige leisten: der Quadratmeter kostet 5.760 Euro. Quelle: APN
NorderneyDas White Sands Festival auf Norderney lockt stets viele Besucher an. Insgesamt kommen jedes Jahr hunderttausende Urlauber auf die Insel. Einen festen Wohnsitz haben aber nur knapp 6000 Einwohner. Wer eine Wohnung kaufen möchte, muss 6.578 Euro pro Quadratmeter berappen. Quelle: dpa
München, LehelDas Lehel gehört mit 6.947 Euro pro Quadratmeter zu den teuersten Fleckchen in Deutschland, wenn Sie nach einer Eigentumswohnung Ausschau halten. Fast genauso teuer ist es nebenan in der Altstadt (6.918 Euro). Lehel und Altstadt bilden zusammen den Münchener Stadtbezirk Nr. 1. Quelle: dpa

Im Bundesrat bahnt sich dazu eine politische Konfrontation an. Die SPD will dort die Mietrechtsnovelle der schwarz-gelben Koalition attackieren. „Bezahlbarer Wohnraum darf kein Luxusgut werden“, sagte der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion, Thomas Oppermann.

Immobilienbranche und Mietervertreter machen jeweils mangelnden Wohnraum für die Preissteigerungen verantwortlich. Derzeit gebe es „eine eklatante Überforderung des Marktes“, so Gedaschko. Zustimmung kommt von Mieterbund: „Es wurde über viele Jahre viel zu wenig gebaut“, sagte Mieterbund-Präsident Franz-Georg Rips der WirtschaftsWoche.

Fachleute fordern von den Städten und Kommunen, zur Bekämpfung von Engpässen günstigeres Bauland für Wohnungen zur Verfügung zu stellen. „Wer die Kaufpreise nicht bis ganz oben ausreizt, schafft zumindest die Voraussetzungen für erschwinglichere Mieten“, sagte Klaus Beckmann, Chef des Deutschen Institutes für Urbanistik, der WirtschaftsWoche.

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