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Wohnungspreise Immobilienkäufer können mit sinkenden Preisen rechnen

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Unzufriedenheit mit den Plänen der Politik


Das letzte Jahr hat gezeigt, dass auch in Städten wie Berlin und München die Party noch nicht vorbei ist, gleichwohl aber Stabilität einkehrt“, meint Andreas Mattner, Präsident des ZIA Zentraler Immobilien Ausschuss, des Spitzenverbandes der Immobilienwirtschaft.

Mattner kritisierte die aus seiner Sicht mangelnde politische Unterstützung. Die zähen Sondierungsgespräche und Koalitionsverhandlungen schafften ein Regierungsvakuum und schadeten der Konjunktur. Union und SPD hatten sich in ihrem Koalitionsvertrag das Ziel gesteckt, dass in den kommenden vier Jahren 1,5 Millionen neue Wohnungen und Eigenheime privat finanziert und mit Hilfe öffentlicher Förderung gebaut werden sollten, um Druck vom Wohnungsmarkt zu nehmen. Das entspricht 375.000 Einheiten pro Jahr.

Die Zahl fehlender Wohnungen vor allem in den Ballungsräumen hat sich in den vergangenen Jahren stetig erhöht – nach Berechnungen des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) Köln auf nunmehr 400.000 Wohnungen. Entsprechend hoch ist der Nachholbedarf.

Andere Experten rechnen darum nicht unbedingt mit einem nachlassenden Druck auf die Preise. Im Wohnmarktreport 2018 für Berlin, verfasst von der Immobilienbank Berlin Hyp und dem internationalen Maklerhaus CBRE, heißt es, das Immobilienangebot verknappe sich in vielen Lagen und Segmenten weiter. In der Folge sei „auch zukünftig mit weiteren Preissteigerungen zu rechnen“.

Unzufrieden ist die Immobilienbranche mit den Plänen der wohl künftigen Regierung zwischen Union und SPD. Der Koalitionsvertrag beschreibe im Klimaschutz eher Aufbruch und intelligente Methoden, im Mietrecht dagegen einen Rückfall ins Zeitalter der hemmenden Regulierung, kritisiert ZIA-Präsident Mattner. Die formulierten Ziele wie die Neubauoffensive sowie die technologieoffene und wirtschaftlich sinnvolle Energiewende müssten durch konkrete Maßnahmen unterlegt werden, das regulatorische Umfeld verbessert.

Bereits 2015 wurde die Steigerung der Baukosten durch Energieauflagen, kommunale Vorgaben wie etwa die Zahl für Pkw-Stellplätze und technische Normen auf 30 Prozent geschätzt. Lars P. Feld von der Universität Freiburg, der im Rahmen des Frühjahrsgutachtens die gesamtwirtschaftliche Entwicklung analysiert hat, fordert ebenfalls eine Verringerung oder Optimierung von Regulierungsmaßnahmen.

Darüber hinaus seien die Kommunen gefordert, eine aktivere Flächenpolitik zu betreiben. Dies könnte durch die Ausweisung neuer Flächen und eine schnellere Bearbeitung von Baugenehmigungen gelingen, erläutert der Immobilienweise, der ebenfalls Mitglied des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung ist.


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