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Zwangsräumungen in den USA L.A. verklagt den "Slumlord" Deutsche Bank

Die Deutsche Bank muss sich mit neuem Ärger auseinandersetzen: Wegen umstrittener Zwangsräumungen in den USA zieht Los Angeles gegen das Geldhaus vor Gericht. Die Metropole fordert Entschädigung in Millionenhöhe.

Jürgen Fitschen Anshu Jain Quelle: dpa

Die Deutsche Bank und die US-Metropole Los Angeles tragen ihren Streit um Zwangsräumungen von Wohnungen demnächst vor Gericht aus. Das Geldhaus konnte sich nicht mit seinem Antrag durchsetzen, die Klage der Stadt abzuweisen, wie in der Nacht zum Donnerstag bekannt wurde.

In der Klage aus dem Frühjahr 2011 wirft Los Angeles der Bank vor, über Tochterunternehmen einer der größten "Slumlords" der Stadt zu sein. Die Deutsche Bank habe viele Menschen nach dem Platzen der US-Immobilienblase zu Unrecht aus ihrem Heim vertrieben und danach hunderte Anwesen verfallen lassen. Das führe gerade in ärmeren Vierteln der Stadt zu einer höheren Kriminalität als vor der Finanzkrise - mit entsprechend steigenden Ausgaben für den Steuerzahler.

Die Konfliktherde der Deutschen Bank
28. April 2015Deutsche Bank Co-Chef Jürgen Fitschen muss sich in München vor Gericht verantworten. Gleichzeitig beginnt auch der Prozess gegen vier andere ehemalige Deutsche Bank-Manager. Fitschen wird versuchter Prozessbetrug im Schadenersatzstreit mit den Erben des Medienunternehmers Leo Kirch vorgeworfen. Quelle: dpa
24. April 2015Am Freitag wollen Vorstand und Aufsichtsrat der Bank über die zukünftige Strategie von Deutschlands größter Bank entscheiden. Bisher sieht es so aus, als würden zwei Modelle bevorzugt. Zur Wahl stehen die Aufspaltung der Bank in eine Unternehmer- und eine Privatkundenbank oder der Verkauf der Postbank zusammen mit einem üppigen Sparprogramm. Quelle: dpa
10. April 2014Im Libor-Skandal soll die Deutsche Bank eine Milliardenstrafe zahlen. Laut Berichten kommt es zu einem Vergleich zwischen den ermittelnden US-Behörden und der Bank, der bei umgerechnet 1,4 Milliarden Euro liegen soll. Das wäre die höchste Strafe, die im Libor-Skandal bisher verhängt wurde. Quelle: dpa
Januar 2015Seit Anfang des Jahres wird über die neue Strategie der Deutschen Bank gerätselt. Wird die Postbank verkauft und an die Börse gebracht? Oder soll das gesamte Privatkundengeschäft abgespalten werden? Noch ist nicht klar, welches Modell am Ende vorne liegt. Sicher scheint nur, dass es so nicht weitergehen kann. Quelle: dpa
09. Dezember 2014Der Steuerstreit zwischen der Deutschen Bank und den USA geht weiter. Am Montag reichte die US-Regierung Klage gegen den deutschen Branchenprimus ein. Dem Institut wird vorgeworfen, Einkommenssteuer hinterzogen zu haben. Der New Yorker Staatsanwalt Preet Bharara erklärte, die USA klagten auf 190 Millionen Dollar. Diese Summe umfasse die entgangenen Steuern, Strafen und Zinsen. Die Klage bezieht sich auf einen Fall aus dem Jahr 1999. Durch ein Geflecht aus Luftbuchungen und Scheinfirmen sei den USA eine erhebliche Summe an Steuern entgangen, so der Staatsanwalt. Quelle: REUTERS
Das Logo der Deutschen Bank der Firmenzentrale in Frankfurt am Main spiegelt sich in einem Hochhaus Quelle: dpa
19.06.2014Großinvestoren wie die Allianz-Tochter Pimco und die DZ Bank verklagen die Deutsche Bank und fünf andere Geldhäuser wegen ihrer Verwicklung in das Geschäft mit riskanten Hypothekenpapieren. Sie hätten ihre Pflichten als Treuhänder verletzt, weil sie die Emittenten hypothekenbesicherter Papiere (MBS) vor der Finanzkrise 2008 nicht zum Rückkauf wackliger Kredite gedrängt hätten, heißt es in mehreren am Mittwoch in New York eingereichten Klagen. Die Anleger fordern Entschädigung für Verluste von 250 Milliarden Dollar mit 2200 MBS, die zwischen 2004 und 2008 ausgegeben wurden. Die sechs verklagten Banken zählten zu den größten Treuhändern solcher Papiere. In den MBS waren viele Kredite an Hausbauer gebündelt, die aufgrund schmaler Einkommen eigentlich gar keine Hypothek hätten bekommen dürfen. Viele Banken nahmen es mit den Risiken im Streben nach maximalem Profit aber nicht so genau. Als mehr und mehr Immobilienbesitzer im Zuge sinkender Immobilienpreise ihre Raten nicht mehr zahlen konnten, brach das auf zwei Billionen Dollar aufgeblähte System zusammen und löste die Finanzkrise aus. Neben der Deutschen Bank wurden die britische HSBC sowie die US-Häuser Citi, Wells Fargo, Bank of New York Mellon und US Bancorp verklagt. Quelle: dpa

Die Anwältin der Millionen-Stadt, Carmen Trutanich, zeigte sich zufrieden. Jetzt könne der Fall vorangetrieben und die Deutsche Bank für ihre "untragbaren Geschäftspraktiken" zur Verantwortung gezogen werden. Nach Angaben der Stadt drohen dem Geldhaus Entschädigungszahlungen von mehreren hundert Millionen Dollar.

Die Deutsche Bank kündigte an, sich vor Gericht entschieden zur Wehr zu setzen. Die Klage richte sich an die falsche Adresse. Denn nicht die finanzierende Bank sei für den Zustand der Anwesen verantwortlich, sondern die sogenannten "Servicer" - also Firmen, die als Dritte zwischen den Banken und den Kunden vermitteln, indem sie die Ratenzahlungen für Hypotheken eintreiben und bei Kreditausfällen die Zwangsräumungen einleiten.

Unmittelbar nach dem Crash auf dem US-Häusermarkt war das Geschäft dieser Servicer sehr lukrativ, denn sie kassierten dafür hohe Gebühren. Doch nach dem öffentlichen Aufschrei in vielen amerikanischen Großstädten hat die Regierung diese Geschäfte stark reglementiert.

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