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Zweifel am Bestellerprinzip Bleibt der Mieter der Dumme?

Geht es nach der Bundesregierung, soll der Makler künftig von dem bezahlt werden, der ihn beauftragt. Kritiker fürchten allerdings Gesetzeslücken - so dass der Mieter am Ende doch das Nachsehen hat.

Schlüsselübergabe durch Makler Quelle: dpa Picture-Alliance

Bei Wohnungssuchenden waren sie eine verhasste Spezies: Immobilienmakler. Machen ein paar Fotos von Wohn- und Essbereich, schalten eine Annonce im Internet, ermöglichen ein bis zwei Besichtigungstermine und kassieren dafür eine Menge Geld. Das tragen sie gerne in Form von schicken Anzügen und schnellen Autos zur Schau - so die gängigsten Vorurteile.

Mit der Umstellung auf das Bestellerprinzip will die Bundesregierung das Maklergeschäft verändern. Zahlen soll, wer den Makler beauftragt. So zumindest will es Heiko Maas, der Bundesjustizminister. Das Gesetz, welches im Frühjahr in Kraft treten soll, ist eine Ergänzung zur Mietpreisbremse.

Doch wie so häufig weckt schon der Entwurf Skepsis bei Beobachtern. Kritiker fürchten Schlupflöcher, so dass Vermieter die Provision weiterhin umgehen können und der Mieter das Nachsehen hat.

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Und die Maklerbranche? Auch sie spricht sich für Nachbesserungen aus. Laut einer aktuellen Umfrage vom Online-Immobilienmarkt Immobilienscout24 sind lediglich 52 Prozent der befragten Vermittler prinzipiell gegen das Bestellerprinzip. Zwar befürwortet demnach ein erheblicher Teil der Makler die Reform.

Aber: "Der jetzige Gesetzentwurf wird mehrheitlich als nicht praxistauglich empfunden", sagt Volker Wohlfarth von Immobilienscout24. Der Branchenverband IVD äußerte gar verfassungsrechtliche Bedenken, selbst Abgeordnete forderten bereits, die "Makler nicht im Regen stehen zu lassen".

Der Mieter als Ziel

Aber ist die Branche tatsächlich schutzbedürftig? Zunächst hatte das ARD-Magazin "Panorama" darüber berichtet, dass einige Makler bereits daran arbeiten würden, das Bestellerprinzip zu umschiffen. Der Hamburger Immobilienmakler Haferkamp erklärte in der Sendung, Ziel sei, dass weiterhin der Mieter zahle. Vor allem in Toplagen werde weiterhin der Mieter die Zeche zahlen.

Haferkamp bietet ein innovatives Matching-Tool. Für potenzielle Mieter werde gezielt nach einem Wunschobjekt gesucht, Einzelbesichtigungen oder solche am späten Abend oder am Wochenende seien kein Problem.

Alte Heizkessel raus und dickere Wärmedämmung
Dickere Dämmung, bessere HeiztechnikFür Neubauten gilt mit der nächsten Stufe der EnEV, die ab dem 1. Januar 2016 greift, eine erneute Erhöhung der energetischen Anforderungen. So muss der Primärenergiebedarf der Anlagentechnik in Neubauten gegenüber den Grenzwerten der EnEV 2015 nochmals um 25 Prozent sinken, die Wärmeverluste der Gebäudehülle sind nochmals um rund 20 Prozent zu senken. Grundsätzlich ist dabei egal, durch welche Materialien und Technologien die Einsparung erzielt wird. Konkret müssen Bauteile mit einem niedrigeren Wärmeleitkoeffizienten verbaut werden, die Heizungstechnik benötigt in der Regel die Unterstützung durch regenerative Energiequellen, etwa durch eine Solaranlage zur Warmwassererzeugung. Bestandgebäude sind von den strengeren Vorschriften ausgenommen. Quelle: dpa
Ein Mann bringt Dämmplatten an Quelle: dpa
Haus und Mann vor Heizkessel Quelle: dpa Picture-Alliance
Symbolbild zu Immobilienanzeigen Quelle: obs
Jemand stellt die Temperatur an einer Heizung ein Quelle: dpa
Wasserzähler Quelle: dpa
Eine Frau vor einem Kaminofen Quelle: dpa Picture-Alliance

Das ganze soll allerdings nicht mehr wie bisher über große Immobilienportale funktionieren, sondern über Maklernetzwerke, in denen sich Mieter registrieren müssten. Auch der Vermieter soll den Makler über eine versteckte Internetseite beauftragen.

Nur vorausgeschaut

Nach der Sendung rechtfertigte sich Makler Haferkamp, man visiere nicht eine einseitige Belastung von Mietern an. "Vielmehr steht das Unternehmen jeder Regelung, die eine faire Lösung für beide Seiten darstellt und diesen echte Leistung garantiert, offen gegenüber", heißt es in einer Stellungnahme des Maklers. Lediglich vorausschauend habe man mehrere Möglichkeiten vorab durchdacht.

Kritiker fürchten bei solchen Matching-Ideen das Problem eines sogenannten "Umgehungsgeschäfts". Makler könnten versuchen, dem Mieter vorzutäuschen, man habe die Wohnung in seinem Auftrag gesucht und gefunden - obwohl der Vermieter den Makler schon zuvor quasi heimlich auf seine vier Wände aufmerksam gemacht hat. Juristisch würde dieser Deal zwischen Makler und Vermieter dafür sorgen, dass der Mieter trotzdem nicht zahlen muss.

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