WiWo App 1 Monat für nur 0,99 €
Anzeigen

Indexfonds Wie Anleger von Währungsturbulenzen profitieren

Seite 2/4

Opportunistisch mit dem Trend

Die Spuren der Hedgefondsmanager

Der db x-trackers Currency Momentum beispielsweise wettet darauf, dass sich Währungstrends der Vergangenheit noch eine Zeit lang fortsetzen – ein reichlich opportunistischer Ansatz, mit dem man häufig richtig liegt, der an Wendepunkten, sofern das System diese nicht erkennt, aber auch gewaltig scheitern kann. Eingesetzt werden Währungen der westlichen Industriestaaten und der japanische Yen.

Derzeit spekuliert der Indexfonds gegen Schweizer Franken, US-Dollar und – natürlich – Euro. Prima, dann können die Griechen so viel Schulden machen wie sie wollen – ich bin auf der Gewinnerseite. Sollte Griechenland aus dem Euro-Raum fliegen, dann könnte ich wenigstens die Drachmen, die seit Ende der Achtzigerjahre in einer Kaffeedose lagern, auf einer der vielen Inselfähren auf den Kopf hauen. Zudem hätte ich mit der Drachme ein Spielzeug mehr zum Spekulieren. Gut, dass Briten, Norweger, Schweizer und Schweden dem Euro bisher die kalte Schulter gezeigt haben.

Zusätzlich setzt der Momentum-ETF der Deutschen Bank auch auf ein Plus der drei Währungen, die auf Jahressicht gegenüber dem Dollar am stärksten zulegten – das sind zurzeit australischer, neuseeländischer und kanadischer Dollar. Die Auswahl der Währungen, bei denen der Indexfonds auf Verluste oder Gewinne im Vergleich zum Dollar wettet, ändert sich monatlich – computergesteuert. Dumm nur, dass dem Rechner zuletzt das richtige Timing fehlte: Minus 6,1 Prozent auf Jahressicht fuhr das Produkt ein. So kann ich kaum in Soros Fußstapfen treten.

Dollar profitiert

An der Auswahl der Währungen kann es nicht gelegen haben. „Insbesondere der australische Dollar wird 2010 von steigenden Rohstoffpreisen profitieren“, sagt Chris-Oliver Schickentanz, Leiter Kapitalmarktstrategie bei der Commerzbank. Zudem habe Australiens Notenbank die Zinsen bereits auf 4,25 Prozent erhöht. Bis Ende des Jahres rechne er mit 5,0 Prozent. Die hohen Zinsen zögen ausländisches Geld an. „Währungsspekulanten leihen sich beispielsweise zinsgünstig in Yen Kapital, um dafür Anleihen in australischen Dollar zu kaufen“, sagt Schickentanz. Neben dem Zinsertrag, sei zudem noch ein Währungsgewinn drin. Im Fachjargon heißen diese spekulativen Termingeschäfte Carry Trades.

Vielleicht ist bei den Carry Trades mehr für mich drin. Zocken würde ich gerne, aber bei Investments auf Pump könnte ich kaum ruhig schlafen. In der Finanzkrise haben sich zu viele Anleger mit geliehenem Geld ruiniert. Bliebe noch ein zweiter Versuch mit den ETFs. Infrage käme der db x-trackers Currency Carry. Es sieht recht vielversprechend aus. Immerhin 13,2 Prozent plus für die vergangenen zwölf Monate.

Zinsunterschiede nutzen

Der Carry-ETF investiert in die drei Währungen der Industriestaaten, die den höchsten Zins für Monatsgeld bieten, und verkauft jene drei, die den niedrigsten Zins zahlen. Dahinter steht die Hoffnung, dass Anleger, ihr Geld in Währungen stecken, die den höchsten Zins bieten. Der Mix aus ge- und verkauften Währungen wird alle drei Monate geändert.

Allzu flexibel finde ich das nicht, denn Spekulanten können ihre Carry Trades mit Monatsgeld eben auch mindestens im Monatsrhythmus wieder auflösen. Das Geld fließt dann aus der Hochzinswährung raus und in die Niedrigzinswährung rein. Wer mit seiner Wette nach der großen Masse ins Ziel einläuft, macht ein schlechtes Geschäft. „Derzeit lösen viele Investoren ihre in Dollar finanzierten Carry Trades auf und leihen sich in Yen Geld für neue Termingeschäfte“, sagt Banker Schickentanz. Das ist gut für den Dollar und schlecht für den Yen. Was bedeutet das für meine Ambitionen als Spekulant? Ein Blick ins Portfolio des Carry-ETF der Deutschen Bank verrät mir, dass der Indexfonds derzeit zwischen den Stühlen sitzt. Sowohl beim Dollar als auch beim Yen wettet er auf fallende Kurse.

Inhalt
Artikel auf einer Seite lesen
© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%