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Investmentfonds Attraktive Anlage in Schwellenländer-Aktien

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Perle am Bosporus: Touristisch Quelle: REUTERS

Offenbar haben viele Investoren schnell bereut, dass sie Anfang 2011 ausgestiegen sind. „Die Aufholjagd ist angesichts der hohen Unsicherheit und dem volatilen Marktumfeld sehr erstaunlich“, sagt Adrian Zürcher, Analyst bei Credit Suisse. Der Chefanlagestratege der Schweizer Bank, Stefan Keitel, denkt deshalb auch schon wieder daran, den Schwellenländern in seiner Anlagestrategie ein deutliches Übergewicht zu gewähren. Ein erwarteter Rückgang der Inflation und die verbesserte Bewertung der Märkte sprächen derzeit durchaus dafür.

„Über die Inflationsgefahren machen sich Anleger zu viele Sorgen“, sagt Alan Conway, Schwellenländer-Fondsmanager bei der britischen Fondsgesellschaft Schroder. Die Nahrungsmittelpreise seien zwar mitunter stark gestiegen, aber bei besseren Ernten sei schon ab dem dritten Quartal wieder mit Preisrückgängen zu rechnen. Die Kerninflationsrate ohne Energiekosten und Nahrungsmittelpreise sei stabil. „In den meisten Ländern gibt es keinen Grund für weitere massive Zinserhöhungen“, sagt Conway. Druck auf die Unternehmen sei durch die Zinserhöhungen gar nicht entstanden: „Ihre Gewinne steigen mit einer Rate von 15 bis 20 Prozent stärker als die Inflation.“

Übertreibungen gibt es teilweise bei den Konsumwerten

Nach den Kursrückgängen und angesichts guter Gewinne der Unternehmen seien die Schwellenländer mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 10,5 auf Basis der für 2011 erwarteten Gewinne nicht teuer. Zum Vergleich: Die im Dax enthaltenen Unternehmen haben ein KGV von 10, wachsen aber zum Teil schwächer.

Übertreibungen gäbe es teilweise bei Konsumwerten, die im vergangenen Jahr sehr hohe Kursgewinne hatten. Optimistisch ist Conway weiterhin für China, wo die Bewertung mit einem KGV von 10,9 auf Basis der für 2011 erwarteten Gewinne nicht übermäßig hoch sei. Mit China Shenhua Energy hat er etwa den größten Kohleproduzenten des Landes im Portfolio und setzt in Asien weitere Akzente mit Investments in Südkorea und Thailand.

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    Einer der erfolgreichsten Schwellenländer-Fondsmanager, Jonathan Asante vom australischen Fondshaus First State, rät Anlegern dagegen davon ab, jetzt Schwellenländer-Indizes zu kaufen. Das sei fünf bis zehn Jahre zu spät. Die wichtigen Unternehmen aus den Indizes seien vielfach zu teuer geworden. Er illustriert das am Beispiel vom US-Supermarktbetreiber Wal-Mart, dessen Kurs-Gewinn-Verhältnis von 12 auf Basis der für 2011 erwarteten Gewinne halb so hoch ist wie das der mexikanischen Tochter, deren KGV auf 26 gestiegen ist. Asante, der den First State Global Emerging Markets-Fonds frei von Indexvorgaben bestücken kann, hat derzeit viele Unternehmen aus Taiwan, Südafrika und Korea im Fonds.

    Brasilien ist out

    Die Favoriten der Fondsmanager wechseln. Brasilien war im Jahr 2009 mit einem Plus von 120 Prozent der stärkste Schwellenländermarkt, lief 2010 mit 15 Prozent Plus eher durchschnittlich. Inzwischen stecke das Land in einer schwierigen Lage, meint Conway. Die Zentralbank kämpft gegen die Inflation mit Zinserhöhungen, lockt dadurch aber sehr viel spekulatives Geld ins Land, das hohe Zinsen sucht. „Dadurch wird der Real aufgewertet, die Wirtschaft aber gebremst“, sagt Conway und hält brasilianische Aktien nur mit dem Anteil im Fonds, mit dem sie auch im Index stecken. Er traut dem Markt durch die Stärke des Real keine überdurchschnittliche Kursentwicklung zu.

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