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Investmentfonds Attraktive Anlage in Schwellenländer-Aktien

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Präsidentin in Nöten: Quelle: REUTERS

Beliebt ist derzeit Russland. Der russische Markt ist eng mit der Ölpreisentwicklung verknüpft. Conway kauft russische Aktien, obwohl Fondsmanager dort bei vielen Unternehmen die Transparenz vermissen. Politische Einflussnahme führt zu Kursabschlägen. Deshalb ist Russland trotz seines Öl- und Gasreichtums einer der günstigsten Aktienmärkte weltweit, mit einem KGV von nur acht.

„Es gibt eine scheinbare Stabilität in einigen autoritär beherrschten Ländern“, sagt Damien Buchet, Leiter des Schwellenländeranleihen-Teams von Axa Investment Managers. Weil politische Ruhe trügerisch sein kann, beobachtet Buchet Märkte wie Thailand, Venezuela, Russland und Mexiko besonders aufmerksam.

Russland-Fonds haben sich für Wagemutige gelohnt

Trotz vieler Rückschläge in der Vergangenheit haben sich Russland-Fonds für Wagemutige gelohnt: Wer im Jahr 1997 den Fonds Clariden Leu Russia gekauft hat, wartete sieben Jahre, bis der Fondskurs wieder den hohen Stand von 1997 erreichte. Von 2004 an verdreifachte sich der Kurs, um 2008 um 76 Prozent abzustürzen. 2009 feierte er dann ein Comeback mit einem Plus von 130 Prozent. Anleger, die durchgehalten haben, wurden unterm Strich in zehn Jahren mit 17 Prozent plus pro Jahr belohnt. Der Clariden-Leu-Fonds ist aktuell stark in Sberbank und Gazprom investiert, allerdings ist der Anteil jeder Aktie – wie bei Investmentfonds üblich – auf zehn Prozent Gewicht im Fonds beschränkt. Wer eine stärkere Wette auf einen steigenden Öl- und Gaspreis wünscht, kauft einen Russland-ETF. Gazprom kommt in einzelnen Indizes auf rund 20 Prozent und beherrscht zusammen mit Lukoil und Rosneft den ETF-Kurs.

Tunesien und Ägypten, deren Völker gerade ihre Diktatoren aus dem Amt gejagt haben, sind Teil der Region, die die Finanzbranche unter dem Kürzel MENA (Middle East, North Africa) in Regionenfonds zusammenwürfelt. Um 15 Prozent sind deren Kurse seit Jahresbeginn im Schnitt gesunken. Einige Fonds konnten fast zwei Monate nicht gehandelt werden, weil die ägyptische Börse geschlossen war und keine Aktienkurse stellte.

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    Türkei ist spannendes Investitionsland

    Die Strategen von Franklin Templeton gehen davon aus, dass die politischen Risiken der Region in den Kursen bereits berücksichtigt werden. In vielen Ländern ginge es bei den aktuellen Demonstrationen nicht um Umsturzversuche, sondern um Reformen und Investitionen. So würden Saudi-Arabien und Kuwait jetzt in die Strom- und Wasserversorgung investieren und die Sozialleistungen verbessern. In anderen Ländern der Region könnten die beschlossenen höheren Subventionen und Löhne die Wirtschaft ankurbeln.

    Die Türkei als Bindeglied zwischen Europa und Asien und als Nachbarin der Umsturz-Staaten hat seit Jahren mit einem Reformprogramm geschafft, was anderen MENA-Ländern bevorsteht. Die politischen Verhältnisse sind stabil, die junge Bevölkerung hat bei zwölf Prozent Arbeitslosigkeit Chancen auf einen Arbeitsplatz. Dank relativ solider Staatsfinanzen steht die Türkei vor einer Aufwertung durch Ratingagenturen. Der Binnenmarkt brummt, und die Türkei hat eine solide Investitionsgüterindustrie.

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