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Kreditkarten-Panne Austausch-Aktion weitet sich in Europa aus

Der Austausch von Kreditkarten wegen eines kriminellen Datenangriffs in Spanien nimmt immer größere Dimensionen an. Visa und Mastercard sollen Schäden teilweise übernehmen.

Mastercard und VISA Quelle: AP

Der Austausch von Kreditkarten wegen eines kriminellen Datenangriffs in Spanien nimmt immer größere Dimensionen an. Ein Sprecher der Kreditkartenorganisation Visa bestätigte gestern abend in Frankfurt Medienberichte, dass nun auch Banken in Österreich, Finnland und Schweden damit begonnen hätten, Karten zu tauschen.

Unter Hinweis auf die laufenden Ermittlungen wollte er aber keine weiteren Einzelheiten nennen. Aus der Rückkoppelung mit den deutschen Instituten wisse Visa, dass es nur in sehr wenigen Fällen zu Schäden gekommen sei. Die deutschen Banken und Sparkassen haben in den vergangenen Wochen hunderttausende Karten aus Sicherheitsgründen ausgetauscht.

Umtausch in Deutschland abgeschlossen

Nach Angaben des Zentralen Kreditausschusses (ZKA) ist der Austausch hierzulande bereits weitgehend abgeschlossen. Heute hatte die Citibank angekündigt 15.000 ihrer 807.000 Kreditkarten auszutauschen. Allerdings sei diese Maßnahme „rein präventiv“.

Die bisher größte Aktion dieser Art war angelaufen, nachdem Kundendaten gestohlen wurden – vermutlich bei einem spanischen Abrechnungsdienstleister. Mit den Daten hat es Kunden zufolge zumindest Betrugsversuche gegeben. Dem ZKA und dem Bundeskriminalamt sind bislang aber noch keine Schäden bekannt. Unklar ist weiterhin, wie viele Verbraucher von der Umtauschaktion betroffen sind.

Kritik an Visa und Mastercard

Unterdessen verlangen die deutschen Banken von den Kreditkartenunternehmen Visa und Mastercard eine finanzielle Beteiligung an den Schäden aus dem Sicherheitsskandal. Das berichtet das „Handelsblatt“ unter Berufung auf ein Schreiben des Zentralen Kreditausschusses (ZKA) an die Kreditkartenfirmen. Je nach Institut kostet ein Austausch zwischen vier und zehn Euro je Karte.

Außerdem kritisierten die Institute die mangelhafte Kommunikationspolitik der beiden Unternehmen in den vergangenen Tagen. „Wir halten es angesichts der hohen Sicherheitsphilosophie und -aufwendungen der deutschen Kreditkartenemittenten - unter anderem für die Chipausstattungen ihrer Karten - nicht mehr länger für hinnehmbar, sowohl materiell als auch imagemäßig für die Versäumnisse anderer, am internationalen Mastercard-System Beteiligter in anderen Ländern einstehen zu müssen“, zitiert das „Handelsblatt“ aus dem Schreiben. „Wir bitten daher insbesondere auch um kurzfristige Mitteilung, wie gegenüber den deutschen Kartenemittenten die Erstattung der ihnen entstandenen erheblichen Schäden erfolgen wird.“

Auf wiwo.de-Anfrage wollte das ZKA die Existenz des Schreibens nicht kommentieren. Eine Visa-Sprecherin wollte sich ebenfalls noch nicht äußern und bei Mastercard war niemand für eine Stellungsnahme erreichbar.

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