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Krötenwanderung

Versicherungen: Die fiesen Tricks der Vergleichsportale

Anke Henrich
Anke Henrich Freie Autorin, Mittelstands-Expertin

Internet ist praktisch: Nur drei Klicks und schon glaubt der potenzielle Neukunde, den günstigsten Anbieter für eine Versicherung gefunden zu haben. Stimmt nur leider nicht.

Anke Henrich: Krötenwanderung

Vergleichsportale für Finanzdienstleistungen boomen: Ob Tagesgeld, Kredit oder Hausratversicherung  - alles lässt sich ratzfatz im Netz  recherchieren. Die Marktforscher von YouGovPsychonomics haben gerade herausgefunden, dass sich jeder zweite Internetnutzer vor einer Kaufentscheidung auf Portalen wie Check24, Finance Scout 24 und anderen informiert.

Was viele aber nicht wissen: Auf diesen Seiten werden in der Regel nur die Anbieter verglichen, die auch dafür bezahlen. Den gesamten Markt bilden die Portale also nicht ab.

Soll heißen: die individuell beste Police für die Hausrat-, Haftpflicht- oder Kfz-Versicherung ist oft gar nicht dabei.

Es lohnt sich immer, mehrere Vergleichsportale plus die Homepage solcher Assekuranzen zu nutzen, die einem interessant erscheinen.

Vorsicht aber, wenn es überhaupt nur dann eine Auskunft gibt, wenn der Kunde vorher persönliche Daten wie Adresse, emailaccount oder Auskünfte zur Lebenssituation herausrücken soll.

Hauptsache Daten

Die Portale verdienen auch am schwunghaften Handel mit Datensätzen. Es kann gut sein, dass Sie die Konditionen für Kfz-Versicherungen vergleichen wollen, aber anschließend ungebeten mit Werbung für die Altersvorsorge bombardiert werden oder eine Private Krankenversicherung für 59 Euro im Monat angedient bekommen.  Ein purer Schaufenster-Tarif, den es im wahren Leben nur für kerngesunde Zwanzigjährige gibt, die in Monaten mit R und bei bei Vollmond geboren wurden....

Grundsätzlich sollten solche komplexen Policen mit Langzeitfolgen wie eine private Krankenversicherung, eine Berufsunfähigkeitsversicherung oder eine Altersvorsorge ohnehin in Ruhe mit dem Mitarbeiter eines Anbieters besprochen – und protokolliert – werden. Diese Themen sind voller Fallstricke zum Beispiel zu Vorerkrankungen, die sich womöglich erst in zwanzig Jahren auswirken. Wenn der Kunde ernsthaft erkrankt und die PKV mit dem Verweis auf eine Voerkramnkung nicht zahlen will oder eine formidable Zusatzrente im Alter plötzlich steuerpflichtig ist.

Denn eines ist sicher: Dann ist Ihr Vergleichsportal längst Geschichte.

Auch wenn die großen Versicherungen unter dem Dach ihres Verbandes ein gemeinsames Portal planen, um den üblen Methoden mancher Portale zu entgehen, bietet das den Kunden noch keine Vollständigkeit. Einige Anbieter werden auch dort nicht teilnehmen. Sie wollen nicht, dass auch die Konkurrenz über den Datensatz ihres Neukunden verfügen kann. 

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