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Krötenwanderung

Welche Nebenkosten Mieter zahlen müssen

Es ist eine Crux: Die Mietpreise bleiben konstant, aber die Nebenkosten gehen durch die Decke - vor allem bei der Heizung. Vermieter können zudem noch mehr als ein Dutzend andere Kosten auf ihre Mieter umlegen. Doch nahezu jede zweite Abrechnung ist falsch, mahnt der Deutsche Mieterschutzbund.

Anke Henrich: Krötenwanderung

Im Schnitt liegen die Nebenkosten derzeit bei knapp drei Euro pro Quadratmeter, das summiert sich für viele zu einer zweiten Miete.

Was zählt überhaupt zu den Nebenkosten? Beispielsweise Heizung, Warmwasser, Grundsteuer, Wasser, Abwasser, Müllbeseitigung, Straßenreinigung, Beleuchtung, Schornsteinfeger, Gemeinschaftsantenne, bestimmte Versicherungen (welche nicht: siehe unten), Hausmeister oder Gartenpflege und die teure Wartung eines Aufzugs. Das gilt übrigens auch für Erdgeschoss-Bewohner - klagen ist zwecklos. Wird eine Miete als "Warmmiete" ausweisen, müssen alle Nebenkosten enthalten sein.

Für die Zahlung müssen drei Voraussetzungen erfüllt sein: Sie ist im Mietvertrag vereinbart, die Betriebskosten müssen umlagefähig sein, das heißt, sie müssen in der Betriebskostenverordnung aufgeführt sein und die Kosten müssen auch tatsächlich angefallen sein. Wenn es nicht schneit, muss auch kein Schneeschipper bezahlt werden. Wichtig zu wissen: Der Vermieter ist nicht verpflichtet, immer auf das billigste Angebot zurückzugreifen.

Steuerlich absetzbar

Achtung: Einen Teil dieser Betriebskosten können auch Mieter von ihrer Steuer absetzen, wie Lohnkosten für einen Hausmeister, Reinigungs- oder Gartendienst oder Handwerkerrechnungen. Der Vermieter muss dem Mieter einen entsprechenden Nachweis rausrücken. Mieter können Einsicht in die Original-Unterlagen verlangen und dürfen sie kopieren.

Was darf nicht abgerechnet werden? Reparatur- und Verwaltungskosten, Bankgebühren, Versicherungen gegen Mietausfall oder Rechtschutzversicherung.

Sehr empfehlenswert für alle, die befürchten, ihre Nebenkosten laufen aus unerklärlichen Gründen aus dem Ruder, ist der Betriebskostenspiegel des Deutschen Mieterbundes. Mit ihm lassen sich die Kosten in ganz Deutschland vergleichen. Zu Grunde liegen rund 17.000 Abrechnungen, sie entsprechen mehr als neun Millionen Quadratmeter Mietwohnungsfläche.

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