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Martin Murenbeeld Goldanlegern winken fünf fette Jahre

Der kanadische Experte und Ökonom Murenbeeld erwartet eine Korrektur des Goldpreises frühestens 2012. Der Bullenmarkt für das Edelmetall kann laut Murenbeeld aber noch fünf, wenn nicht zehn und mehr Jahre andauern.

Experte Martin Murenbeeld Quelle: dapd

WirtschaftsWoche: Herr Murenbeeld, wie wird sich der Goldpreis kurzfristig entwickeln?

Martin Murenbeeld: Er wird in den nächsten 12 bis 18 Monaten weiter steigen. 2012 wird der Goldpreis im Jahresschnitt mit 40-prozentiger Wahrscheinlichkeit leicht über der Marke von 2200 Dollar je Feinunze liegen. Am wahrscheinlichsten ist ein Durchschnittswert von 1950 Dollar. Sehr gering – bei weniger als zehn Prozent Wahrscheinlichkeit – sehen wir hingegen die Gefahr, dass Gold im kommenden Jahr auf 1450 bis 1500 Dollar je Unze nachgibt.

Der Preis hat sich in den vergangenen fünf Jahren schon nahezu verdreifacht...

Anleger suchen bei Gold Schutz vor globalen Währungsschwankungen, volatilen Aktienmärkten und unsicheren Konjunkturaussichten. Sorgen bereiten ihnen auch die geldpolitischen Maßnahmen zur Ankurbelung der Konjunktur und die staatlichen Schuldenkrisen. Die Abschreibungen in den europäischen Bankbilanzen nehmen laufend zu, das gibt Gold ebenfalls Auftrieb. Auch das allgemeine geopolitische Umfeld ist günstig für Gold. In Indien und China herrscht hohe Nachfrage nach Gold; die Zentralbanken kaufen Gold zur Stärkung ihrer Bilanzen. Neue Produkte wie börsengehandelte Fonds (ETFs) lassen die Nachfrage zusätzlich steigen. Bei all dem hat aber die Goldproduktion nur geringfügig zugenommen.

Wie lange wird der Bullenmarkt für Gold Ihrer Ansicht nach halten?

Mindestens fünf, wenn nicht zehn und mehr Jahre. Dafür gibt es zwei Gründe. Zum einen die erstmals seit der Großen Depression der Dreißigerjahre wirklich prekäre gesamtwirtschaftliche Lage in der industrialisierten Welt, zum anderen das Auftauchen von mehr als zwei Milliarden neuen Konsumenten. Der steigende Wohlstand in Indien und China, gepaart mit der traditionell hohen Wertschätzung, die Gold bei der Bevölkerung dieser Länder genießt, hat bereits stark spürbare Auswirkungen auf die Nachfrage. Dieser Trend wird nicht so bald enden.

Erwarten Sie im aktuellen Zyklus von 15 bis 20 Jahren eine größere Korrektur?

Der Preiszyklus bei Gold hat, ebenso wie bei Rohstoffen generell, gewöhnlich einen sehr langfristigen Verlauf. Den kürzesten Goldzyklus seit dem Jahr 1800 hatten wir in der Dekade zwischen 1970 und 1980. Innerhalb dieser sehr langen Zyklen gibt es am steigenden und am fallenden Ast jeweils mindestens ein Jahr, das durch einen Gegentrend geprägt ist. Im derzeitigen Bullenzyklus gab es bisher noch kein im Vorjahresvergleich negatives Jahr.

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