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Milliardenzusagen Feuer der Finanzkrise brennt trotz US-Hilfspaket weiter

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Hilfspaket als Bewährungsprobe für Paulson

In einem sind sich US-Zeitungen einig: Für US-Finanzminister Paulson ist die Rettung der beiden Hypothekenriesen die erste echte Bewährungsprobe. Vor 18 Monaten gab Paulson seinen hochdotierten Posten bei der US-Investmentbank Goldman Sachs zugunsten eines Ministerpostens auf.  „Tat er das nur, um seinem Nachruf einen schicken Titel hinzuzufügen? Oder will er das US-Finanzsystem in einem besseren Zustand zurücklassen, als er es vorgefunden hat?“ kommentiert etwa das Wall Street Journal. Paulson wurde lange Zeit von Fannie und Freddie belogen. „Nun werden wir sehen, ob er die Stärke hat, sich gegen diese von der Regierung gestützten Unternehmen zu behaupten und die Steuerzahler vor weiterem Fortschreiten der Krise zu schützen.“

Michael Mandel, Kommentator des US-Wirtschaftsmagazins Business Week, beurteilt die Lage in seinem Blog Economics Unbound pessimistischer. Fannie und Freddie laut Mandel nun auf dem „unvermeidlichen Weg Richtung Notverkauf, Verstaatlichung und Schrumpfung.“ Die Ankündigungen von Paulson und Bernanke seien der „weltgrößte zeitlich begrenzte Sandsack“, und enthalte nur „einen Haufen Versprechungen“  ohne klare Zahlen. Der US-Immobilienmarkt benötige eine staatliche Kapitalspritze von 400-500 Milliarden Dollar – doch die sei in den Monaten vor einer heiß umkämpften Präsidentschaftswahl politisch nicht durchsetzbar. Deshalb sei Paulson dazu gezwungen, mit „Rauch und Spiegeln“ zu arbeiten.

Ein Editorial in der New York Times bescheinigt Paulson, den „richtigen Ansatz“ für Fannie und Freddie zu verfolgen. Die Frage sei nur „Wird das genug sein?“. Fannie und Freddie sind „zu groß, um zu versagen“. Im Sog der US-Immobilienpleite seien die beiden die einzige Kapitalquelle, die Hypothekengebern noch offenstehe. Im besten Falle werde die Kapitalspritze den beiden Hypothekenriesen genügend Luft geben, um mit einer Kapitalerhöhung weitere Mittel aufzubringen. Das gehe auf Kosten der bisherigen Aktionäre, deren Anteile verwässert würden. Im schlimmsten Fall werden das beide nicht schaffen – und dann müsse die Regierung das notwendige Kapital aufbringen. „Herr Paulson sollte bald klarstellen, was für einen solch ernsten Schritt notwendig wäre“, fordert die NYT. „Steuerzahler müssen ihre Belastung wissen, und Aktionäre müssen wissen, wie sie behandelt werden.“

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