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Multimillionäre Ein Viertel weniger Superreiche

Der jährliche World Wealth Report von Capgemini und Merrill Lynch, der heute in Frankfurt vorgestellt wurde, gibt Anlass zur Sorge um die Millionäre dieser Welt.

'Millionaire Fair', Moskau: Quelle: dpa/dpaweb

Die Zahl der Superreichen ("Ultra High Net Worth Individuals", UHNWI im Banker-Slang), Menschen die mehr als 30 Millionen Dollar für Investments zur Verfügung haben, ist 2008 gegenüber dem Vorjahr um 24,6 Prozent gefallen. Einen so starken Rückgang gab es in den zwölf Jahren, in denen die Reichtums-Studie erhoben wurde, noch nie. Auch sind in 2008 knapp 15 Prozent der Reichen unter die Reichtumsgrenze von einer Million US Dollar für "High Net Worth Individuals" (HNWI) gefallen – ebenfalls ein Rekord. Eine Million und mehr haben jetzt noch 8,6 Millionen Menschen.

Das kulminierte Vermögen, das von dem reichsten Prozent der Weltbevölkerung gehalten wird, ist auf 32,8 Billionen US Dollar 2008 zusammengeschrumpft. Das ist zwar immer noch genug, um alle Löhne und Gehälter auf der Welt für ein halbes Jahr zu bezahlen, ist aber doch knapp 20 Prozent weniger als im Vorjahr.

Deutschland stabil auf Platz 3

Einziger Lichtblick: Deutschlands Reiche schlugen sich besser als die Reichen weltweit.

Deutschland rangiert mit 810.000 Millionären unter allen Nationen stabil auf dem dritten Rang, hinter den USA und Japan, gefolgt von China, dessen Reiche im Zuge der Krise die besonders gebeutelten Briten 2008 hinter sich lassen konnten.

Dass es 2008 in Deutschland kaum weniger Millionäre gab als 2007, lässt sich vor allem auf die recht konservative Anlagepolitik deutscher Betuchter zurückführen. Während Amerikas Reiche mehr als 40 Prozent ihres Vermögens in Aktien anlegten, waren es in Deutschland nur knapp 20 Prozent. Ein Glück für Deutschlands Millionäre war auch, dass der deutsche Immobiliensektor mit 1,4 Prozent Wertverlust 2008 nur sehr schwach nachgab.

Abzuwarten bleibt, ob die Zuwachsprognosen bis 2013 von Capgemini und Merrill Lynch tatsächlich eintreffen: Trotz magerer Konjunkturaussichten soll das Vermögen der Reichen und Superreichen in den nächsten fünf Jahren wieder um durchschnittlich acht Prozent pro Jahr wachsen.

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